Autobahnen, Baugruben, Chemikalien
Weltwassertag am 22. März gibt Antwort auf urbane HerausforderungenSauberes, klares und in großer Menge verfügbares Grundwasser ist gerade in einer Großstadt wie Frankfurt keineswegs selbstverständlich. Diese wertvolle Ressource zu schützen, ist Aufgabe der Unteren Wasserbehörde im städtischen Umweltamt. Die rege Bautätigkeit in Frankfurt und der Verkehrsknotenpunkt stellen die rund ein Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ständig vor neue Herausforderungen.
Unfälle mit ausgelaufenen Kraftstoffen und Chemikalien können die Qualität des unterirdischen Wassers nachhaltig gefährden. Dies gilt insbesondere für das größte Trinkwasserschutzgebiet im Stadtwald, das in seiner gesamten Länge von der Autobahn A3 durchquert wird. Deshalb ist hier bei Unfällen mit wassergefährdenden Schadstoffen Eile und Sorgfalt bei der Schadensbeseitigung erforderlich, um das Grund- und Trinkwasser der Stadt zu schützen. Zu diesen mobilen Gefährdungspotentialen kommen im Stadtgebiet 16.000 fest installierte Anlagen hinzu, die etwa 186 Millionen Liter Heizöl, aber auch Benzin und andere wassergefährdende Stoffe lagern. Auch diese überwacht die Untere Wasserbehörde im städtischen Umweltamt. Aber während das Auto regelmäßig beim TÜV vorgefahren wird, lassen viele Bürger ihren Heizöltank nicht unaufgefordert und turnusgemäß von einem Sachverständigen überprüfen, sondern warten auf die persönliche Aufforderung der Behörde.
Wenn bei Neubauten Baugruben trockengelegt werden, steht der Schutz des Grundwassers für das Umweltamt ganz oben. Im Innenstadtbereich wurden bei einem einzigen Bauvorhaben innerhalb von zwei Jahren knapp sechs Millionen Kubikmeter Wasser gefördert, um die Tiefgeschosse unter dem Grundwasserspiegel zu errichten. Diese Menge entspricht in etwa dem Trinkwasserverbrauch des Frankfurter Flughafens der Jahre 2004 bis 2007. „Frankfurt am Main nimmt seine Aufgabe für den Grundwasserschutz ernst, denn nirgends sonst in Hessen werden so hohe Gebäude gebaut, die so tief ins Grundwasser eindringen“, sagt Manuela Rottmann, Dezernentin für Umwelt und Gesundheit. Um die Auswirkungen auf den Wasserhaushalt so gering wie möglich zu halten, müssen Bauherren das geförderte Grundwasser wieder versickern lassen. Allerdings werden beim Abpumpen häufig Grundwasserkontaminationen erst entdeckt, die dann von demjenigen zu beseitigen sind, der das Wasser fördert.
Die Frankfurter Gewässerschützer fordern deshalb in ihren Bescheiden die Reinigung von kontaminiertem Grundwasser, damit es sauber dorthin zurückfließen kann, wo es herkommt und hingehört. „Aus Kostengründen würden Bauherren das Grundwasser oft lieber ungereinigt in die Kanalisation leiten – ein Konflikt, bei dem die Behörde aber im Sinne des Ressourcenschutzes die besseren Argumente hat,“ so Rottmann.
Q:Presse.Info.FFM

