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Einschnitt für die Kulturstadt Frankfurt

Karl der Große verlässt seinen Platz vor dem Historischen Museum

"Alles muss raus", sagt Kulturdezernent Felix Semmelroth beim Abtransport von Karl dem Großen schmunzelnd. Das steinerne Denkmal des legendären Gründer Frankfurts vor dem Historischen Museum muss ins Depot. An seinem angestammten Platz steht wegen Umbaus bald kein Stein mehr auf dem anderen. "Es ist ein wichtiger Tag für das Museumsufer, für das Historische Museum und die Altstadt, wenn Karl geht", stellt Semmelroth fest. Entsprechend kommentierte Museumsleiter Jan Gerchow: "Die Großen gehen zuletzt."

"Es war eine gigantische Aktion", so Gerchow weiter. Alle Stücke mussten verpackt, erfasst, ausgeräumt, gesichert und bearbeitet werden. Denn bevor der Altbau restauriert werden kann, muss er leer geräumt werden. Den Anfang hatten 2009 bereits die Textil- und Gemäldesammlung gemacht.

Mit dem Projekt "Neues Stadtmuseum" wird es künftig viel mehr "Raum für Geschichte geben", so Semmelroth, der dem Abriss des Historischen Museums mit "etwas Wehmut" entgegensieht. Er freue sich aber über den neuen Bau. Nicht nur, weil das Historische Museum auf dem Römerberg immer wie ein Fremdkörper gewirkt habe. Sondern auch, weil mit den neuen Räumlichkeiten viel mehr Platz zur Verfügung stehen werde: rund 5.000 Quadratmeter für Dauer- und rund 1.000 Quadratmeter für Sonderausstellungen.

"Es ist ein Einschnitt für die Kulturstadt Frankfurt", so Semmelroth. Schließlich werde das neue Museum ein vollkommen anderes Erscheinungsbild haben. Im Frühjahr 2015 wird es voraussichtlich fertig sein. Bis dahin klafft zwischen Römerberg und Mainufer eine riesige Baustelle. Ausstellungseröffnungen wird es im Altbau des Historischen Museums dennoch geben.

Das Haus in seiner jetzigen Gestalt wird am Sonntag, 27. März, um 18 Uhr geschlossen. Dann endet auch die jetzige Sonderausstellung "Abisag Tüllmann 1935-1996. Bildreportagen und Theaterfotografie". Vorher schon verlassen die letzten Objekte der Dauerausstellung das Haus. Es sind die Steinskulpturen im Schaufenster an der Nord- und Ostseite des Gebäudes. Sie kommen in das Steindepot des Museums im Riederwald. Die letzte öffentliche Veranstaltung wird das "Abrissfest" zur Nacht der Museen am 7. Mai sein. Danach beginnt der vollständige Abriss.

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