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Bevor ich sterbe, möchte ich …

Wie eine Frau ihren schweren Kummer überwand. Eine Aktion zum Mitmachen.



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Eine Frau verliert einen geliebten Menschen und versinkt für lange Zeit in Trauer und Depression. Mit der Zeit ist sie aber auch dankbar für die Zeit, die sie zusammen hatten und schließlich findet sie eine tiefere Klarheit, indem sie sich mit dem Tod beschäftigt.



Aber es fällt ihr nicht leicht, sich im Alltag immer wieder daran zu erinnern, was wirklich wichtig für sie ist im Leben. Sie will eine tägliche Erinnerung daran schaffen, und sie will auch wissen, was für die Menschen um sie herum wichtig ist. Mit Hilfe von Freunden bemalt sie die Seite eines verlassenen Hauses in ihrer Nachbarschaft in New Orleans mit Tafelfarbe. Mit einer Schablone bringt sie viele Male einen bestimmten Satz auf die Wand.



Der Satz lautet: „Bevor ich sterbe, möchte ich _______ . “ Jeder, der an der Hauswand vorbei kommt, kann mit einem Stück Kreide den Satz vollenden.



Es war ein Experiment, und sie wusste nicht, was sie erwartet. Am nächsten Tag war die Mauer vollständig ausgefüllt und es wurde immer mehr geschrieben.



„Bevor ich sterbe, möchte ich…



… singen für Millionen,

… sie noch einmal halten,

… den Uniabschluss meiner Tochter erleben,

… einen Baum pflanzen,

… meinen Kindheitstraum verwirklichen,

… vollständig ich selbst sein.



Die Antworten der vielen Menschen ließen sie lachen und weinen. Sie trösteten sie während ihrer härtesten Zeiten. Sie verstand ihre Nachbarn in einer neuen und aufschlussreichen Weise, und die Wand erinnerte sie daran, dass sie nicht allein mit ihrem Kummer war und dass viele Menschen versuchen, ihrem Leben einen Sinn zu geben.



Sie erhielt viele Anfragen, wie man so eine Wand erstellen könnte und produzierte ein Werkzeugset, damit andere Menschen in ihrer Gemeinde so eine Wand mit Wünschen gestalten können. Man kann sich auch die Anleitung kostenlos herunterladen.



Mittlerweile wurden auf der ganzen Welt Wände in über 25 Sprachen erstellt. In über 60 Ländern darunter Kasachstan, Portugal, Japan, Dänemark, Irak, Argentinien und Südafrika, auch in Deutschland. Jede Wand ist einzigartig und spiegelt die Menschen dieser Gemeinschaft. Jede Wand ist eine Hommage an das Leben. Es gibt auch ein Buch über diese weltweite Aktion.



Hier spricht sie über dieses Experiment:



Dass der Blogartikel letzte und diese Woche sich mit dem Sinn des Lebens und aufgeschobenen Wünschen beschäftigen, hat auch etwas mit meiner persönlichen Situation zu tun. Ich habe letztes Jahr einen lieben Menschen verloren und kümmere mich gerade um meine 93jährige Mutter, die zunehmend verwirrt ist.



Da rückt der Gedanke an den eigenen Tod und die verbleibende Lebenszeit näher. Wie ich es auch mit Patienten erlebe, deren Lebenszeit durch eine tödliche Krankheit absehbar ist.



Der Blick auf das Ende schärft den Blick für das Wesentliche

Allzu oft erliegen wir im Alltag der Illusion, dass das Leben irgendwie endlos sei, wir somit noch genug Zeit hätten, Wichtiges nachzuholen. Manche hoffen, im Ruhestand endlich Zeit zu all dem zu finden, was ihnen am Herzen liegt. Und manchmal gelingt das auch.



Doch viele unserer Wünsche lassen sich nicht tiefgefrieren Sie verlieren an Frische und Lebendigkeit, wenn wir sie zu lange aufschieben. Natürlich kann man noch mit sechzig Jahren Vater werden, ein Instrument lernen, die Reise seines Lebens machen. Aber zum einen ist es ungewiss, dass man den Zeitpunkt auch erlebt. Zum anderen erlebt man es anders als zehn oder zwanzig Jahre früher.

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