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So übersteht ihr den Valentinstag – ein Guide für Frischverliebte

Ihr seid gerade mal drei Wochen zusammen und auf einmal klopft der Valentinstag an die Tür. Und nun? Wie verhältst du dich jetzt am besten? Verdrängst du das Thema einfach und hoffst, das dein*e Partner*in das Gleiche tut? Oder planst du ein superromantisches Date? Schließlich zelebriert die halbe Welt den Tag der Liebenden, warum solltest du nicht einfach mitmachen?

Es gibt noch eine dritte Option – eine, die irgendwo zwischen Herz aus Stein und Crazy Ex-Girlfriend liegt. Was genau das konkret bedeutet, hängt natürlich davon ab, an welchem Punkt ihr euch gerade befindet. Wart ihr erst auf zwei Dates und kennt noch nicht mal den Nachnamen eures Gegenübers, wäre es vielleicht gar nicht so verkehrt, den Valentinstag zu ignorieren und stattdessen lieber einen Abend mit Freund*innen zu planen. Trefft ihr euch seit Monaten regelmäßig und habt euren Facebook-Status geändert, dann ist eine kleine Geste oder ein süßes Date keine schlechte Idee.

Damit du dir jetzt nicht den Kopf zerbrechen musst, wie das konkret aussehen kann, haben wir drei Profis um Rat gebeten. In der Slideshow findest du die Ergebnisse der Interviews mit Kate Stewart (Beraterin und Datingcoach), Dr. Joy Harden Bradford (Psychologin und Gründerin sowie Leiterin von Therapy For Black Girls) und Frankie Bashan (professionelle Matchmakerin für queere Frauen).



Was bedeutet der Valentinstag für dich?



Als Allererstes solltest du dir laut Stewart ein paar Minuten Zeit nehmen und dir überlegen, was du ganz persönlich von diesem Tag hältst. Lass dir weder von Freund*innen noch von der Gesellschaft oder Blume2000 einreden, der Valentinstag sei ein Meilenstein in eurer Beziehung. Nach dem Motto: Wenn ihr den nicht richtig feiert, liebt (oder mögt) ihr euch eigentlich gar nicht wirklich. Das ist Bullshit. Versuch stattdessen herauszufinden, was du wirklich denkst. Du stehst auf Rosen, Schokolade, Candlelight-Dinner und Co? Super! Dann tob dich aus. Für dich ist das ein Tag wie jeder andere? Alles klar! Dann chill und mach, worauf du Bock hast.



Redet miteinander.



Sobald du weißt, was du selbst vom Valentinstag hältst, fragst du am besten deine*n Freund*in wie es bei ihr/ihm aussieht. Schließlich bist du jetzt in einer Beziehung und du kannst nicht alles allein entscheiden. Überraschungen sind super, aber wenn du dir nicht sicher bist, ob dein*e Partner*in überhaupt darauf steht, solltest du sie dir vielleicht für einen späteren Zeitpunkt aufsparen.



„Wenn ihr seit einem Monat zusammen seid, überfordert eine große Liebesbekundung dein*e Freund*in womöglich“, warnt Dr. Bradford. „Erwartet sie oder er dagegen eine romantische Geste, sieht die Sache schon wieder anders aus“. Da die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch ist, dass du keine übersinnlichen Kräfte hast und Gedanken lesen kannst, bedeutet das, dass ihr beide über eure Vorstellungen reden müsst. Dr. Bradford schlägt vor, erst die eigene Sicht zu erklären, um Enttäuschungen auf beiden Seiten zu vermeiden. Du kannst zum Beispiel ganz einfach sagen: „Ich weiß, wir kennen uns noch nicht so lange, aber Valentinstag ist einer meiner Lieblingsfeiertage und ich würde gern mit dir darüber reden, wie wir ihn feiern können“. Oder: „Es ist ja bald Valentinstag und mir hat der ehrlich gesagt noch nie so viel bedeutet, aber ich wollte mal fragen, ob er dir wichtig ist“. Ja, es kann gut sein, dass das Gespräch etwas unangenehm wird. Aber sieh es mal so: Lieber ein paar peinliche Minuten ertragen als Zeit und Geld in eine Überraschung zu stecken, die dein Gegenüber gar nicht wertschätzt.



Übertreib’s nicht.



Eigentlich wolltest du nur eine Kleinigkeit besorgen, aber auf einmal stehst du an der Kasse mit einem Korb voller zuckersüßer, rosaroter Geschenke. Tja, was soll ich sagen: Wenn du einmal in den Valentinsstrudel reingeraten bist, ist es schwer, wieder rauszukommen – vor allem, wenn du über beide Ohren verliebt bist. Trotzdem solltest du dich besser gegen ein Dinner in einem schicken französischen Restaurant entscheiden und dir lieber eine kleine Aufmerksamkeit einfallen lassen um dein*e Partner*in nicht zu überrumpeln, empfiehlt Stewart. Sie/er hat vielleicht wirklich nur eine Kleinigkeit besorgt und fühlt sich dann schlecht, wenn du mit Diamantschmuck um die Ecke kommst. Vorschlag: Schreib doch einfach einen süßen Liebesbrief in dem du sagst, wie happy du bist, dass ihr euch kennengelernt habt und wie sehr du dich darauf freust, sie/ihn besser kennenzulernen. Das ist auch viel persönlicher. Solltet ihr euch gern gegenseitig zum Lachen bringen, kannst du auch eine witzige oder ironische Valentinstagskarte kaufen – sofern das euer Ding ist. Falls du nicht so gern über deine Gefühle redest (oder schreibst) kannst du auch zu Klassikern wie Blumen oder Schokolade greifen. Damit zeigst du, dass du an sie/ihn gedacht hast und das ist doch das Wichtigste, oder?



Mach dir Gedanken.



Besonders am Anfang, wenn man sich noch nicht so gut kennt, ist es natürlich schwierig, ein persönliches Geschenk zu finden. Versuch einfach, dich auf das zu konzentrieren, was du weißt (und nicht auf das, was du nicht weißt). Wenn sie/er merkt, dass du dir wirklich Gedanken gemacht hast und aufmerksam warst, ist es fast egal was du schenkst, so Stewart. Es geht weder um den Preis des Geschenks, noch um die Größe der Geste, sondern darum, dass du an deine*n Freund*in gedacht hast. Überleg einfach mal, ob irgendetwas gibt, das ihren/seinen Alltag angenehmer machen würde (wie ein To-go-Becher bei Kaffee liebenden Morgenmuffeln oder Wollsocken für Frostbeulen). Oder vielleicht ist ihr/ihm vor Kurzem etwas kaputtgegangen, was du ersetzen könntest? Oder vielleicht kennst du ja die Lieblingsschokolade/den Lieblingswein/das Lieblingsmuseum?



Drei Buchstaben: D-I-Y.



Wenn wir beim Thema „persönlich“ sind: Nichts ist persönlicher als etwas Selbstgemachtes. Also lass deiner Kreativität freien Lauf und bastle etwas. Dein Freund ist fasziniert vom Weltall und allem, was dazu gehört? Back ihm kosmische Cookies. Feminismus steht bei deiner Freundin an erster Stelle? Sticke „Smash the patriarchy“ auf ein Sofakissen. Für mehr Inspiration kannst du dich einfach auf Pinterest umschauen.



Realistische Erwartungen.



Manche Menschen tendieren laut Dr. Bradford dazu, (falsche) Schlüsse zu ziehen: Sie denken, das Valentinstagsgeschenk würde die Gefühle des Partners/der Partnerin repräsentieren. Das ist allerdings in den seltensten Fällen so. Am besten ist es, von vornherein nicht zu viel zu erwarten. „Woher soll sie/er denn wissen, was du dir wünschst, wenn ihr euch erst seit einem Monat kennt? Feiert den Tag (wenn ihr wollt!) gemeinsam, habt zusammen Spaß, schenkt euch eine Kleinigkeit, aber erwartet nichts Extravagantes voneinander“. Das Geschenk als Symbol für die Beziehung zu sehen, schreit praktisch nach Enttäuschung, so Dr. Bradford.



Fühl dich nicht dazu gedrängt, „Ich liebe dich“ zu sagen.



Wenn ihr noch in der Honeymoon-Phase seid, ist alles neu und aufregend und rosarot. Vielleicht denkst du sogar, dein*e Partner*in wäre perfekt. Versteh mich nicht falsch: Ich will deine Gefühle nicht kleinreden! Ich will dir nur sagen, dass du die großen drei Worte nicht zu früh sagen sollst – vor allem nicht, wenn du dir gar nicht sicher bist, ob du sie (schon) fühlst. Lass dich nicht von der Euphorie des Valentinstags überrumpeln, sondern hör auf das, was dein Herz wirklich sagt. „An diesem Punkt der Beziehung zeigen wir uns von unserer besten Seite. Die kleinen und großen Macken bemerken wir deshalb erst später“, so Dr. Bashan. Lern erst mal alle Seiten deiner Partnerin/deines Partners kennen, übersteht den ersten Streit oder stressige Situationen. Sag „Ich liebe dich“ erst, wenn du alle nervigen Angewohnheiten kennst und sie oder ihn dennoch (oder gerade deswegen) liebst.

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