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Berlin

McDonald’s testet in Berlin nachhaltige Verpackungen

Bis zum 26. Juni können Kunden in einem Berliner McDonald’s Restaurant noch die umweltschonenden Verpackungen testen und Feedback geben.

McDonald’s setzt auf Nachhaltigkeit: Zehn Tage lang möchte der Fast-Food-Konzern in seinem „Better M Store“ in der Mall of Berlin am Leipziger Platz in Mitte Müll und Plastikverpackungen reduzieren. Dafür verwendet das Unternehmen alternative Verpackungen wie Mehrwegbecher, Graspapier und Papierstrohhalme. Das Experiment läuft seit vergangenem Montag und geht noch bis zum 26. Juni. Philipp Wachholz, Unternehmenssprecher von McDonald’s, sagt dazu: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, einige Schritte dahingehend zu unternehmen, dass wir auch ein besseres Unternehmen werden“. Der erste Schritt sei vor einigen Wochen mit der Einführung eines veganen Burger erfolgt. „Als zweiten großen Bereich wollen wir uns den Bereich Plastik- und Müllreduktion anschauen.“ McDonald’s sei ein Symbol, wenn es um die Erzeugung von Müll geht, so Wachholz. „Wir haben schon einige Schritte unternommen in den letzten Jahren und haben bereits viel reduziert, aber als große Marke steht man unter besonderer Beobachtung.“

Hamburger in Graspapier, Ketchup in einer Waffel

Die Burger werden beispielsweise im Rahmen des Experiments in der Filiale am Leipziger Platz nicht mehr in Schachteln verkauft, sondern in Graspapier gewickelt. Dieses spezielle Papier wird aus den nachwachsenden Rohstoffen Gras und Holz gewonnen und verbraucht bei der Verarbeitung weniger Wasser. Ketchup wird in einer Waffel serviert, die Einwegkaffeebecher werden durch umweltfreundlichere Varianten aus Papier, Mehrwegbechern oder sogenannten Recups ersetzt.

Laut der Deutschen Umwelthilfe werden 320.000 Einwegkaffeebecher pro Stunde in Deutschland verbraucht. Im Jahr sind das rund 2,8 Milliarden Becher. Recup-Gründer Florian Pachaly möchte mit seinem Unternehmen gegen diese Flut von Einwegbechern ankämpfen und arbeitet mit McDonald’s zusammen. Der Mehrweg-Pfandbecher kann beim Kauf eines Kaffees zum Mitnehmen auch in einem der anderen Partner-Betriebe zurückgegeben werden. Dort wird dieser gereinigt und kommt wieder in den Umlauf. „Wir möchten alle Kaffeeanbieter in Deutschland vernetzen“, sagt Florian Pachaly.

Berliner McDonald’s ist auch als Dialogplattform gedacht

Dass die nachhaltigen Verpackungen teilweise jedoch noch Verbesserungsbedarf haben, sieht auch Heike Bierweiler, Einkaufschefin von McDonald’s. „Neue Lösungen für Einwegverpackungen bedeuten vor allem erstmal eine Umstellung: Nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Verbraucher. Deshalb wollen wir in diesem Experiment herausfinden, was möglich ist und wo wir vielleicht noch in die weitere Ausarbeitung gehen müssen“, sagt sie. McDonald‘s ist offen für Kritik, wünscht sie sich sogar von den Kunden.

Die Gäste können nach der Bestellung im „Better M Store“ über ein Befragungstool direkt Rückmeldung an McDonald’s geben. „Dieser Store ist für uns wichtig als Dialogplattform. Wir wollen ins Gespräch kommen“, sagt Philipp Wachholz. Auch im Netz auf den sozialen Kanälen von McDonald’s wird es eine Umfrage zu den nachhaltigen Verpackungslösungen geben, und im Restaurant am Leipziger Platz werden Diskussions-Veranstaltungen mit Experten stattfinden. McDonald’s hofft, mit den neuen Erkenntnissen seine Nachhaltigkeitsstrategie verbessern zu können. Im Anschluss möchte das Unternehmen einen Fahrplan für die nächsten drei Jahre vorstellen.

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