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Darmstadt

Der Internationale Waldkunstpfad war wieder ein voller Erfolg

Veranstalter zufrieden: Rund 25.000 Besucher in den sechs Ausstellungswochen – Star unter den Exponaten: Kim Goodwins „Waldtempel – Führungen oft ausgebucht

Darmstadt, 23. September 2018. Obwohl an den beiden Wochenendtagen nur je eine öffentliche Führung ausgeschrieben war, musste der Verein für Internationale Waldkunst teilweise Doppelschichten fahren. „Die Nachfrage nach unseren geführten Rundgängen war so groß wie noch nie“, resümiert Kuratorin Ute Ritschel erfreut. Zusammen mit Workshops und anderen Events kamen auf diese Weise 140 Veranstaltungen zusammen. Weil auch wieder – wie in den vergangenen Jahren – rund 25.000 Besucher gezählt wurden, ist Ritschel mit Verlauf und Ergebnis des 9. Internationalen Waldkunstpfades rundum zufrieden.

Nach sechs prall gefüllten Wochen bei stabilem Hochsommerwetter geht der 9. Internationale Waldkunstpfad, der am 11. August auf der Ludwigshöhe eröffnet worden war, am heutigen Sonntag zu Ende. „Kunst Ökologie“ war in diesem Jahr das Thema. Zur Verstärkung hatte Ritschel die Ökologie-Expertin Sue Spaid (USA/Belgien) als Co-Kuratorin mit ins Boot geholt. Gemeinsam wählten sie aus zahlreichen Bewerbungen 23 Künstlerinnen und Künstler aus, die drei Wochen vor der Eröffnung zum Symposium aus neun Ländern anreisten. Im Forst am Böllenfalltor entstanden – vor den Augen der Waldbesucher – 16 Installationen, BankArt-Projekte und Performances. Wer sie alle sehen wollte, brauchte für den 2,6 Kilometer langen Rundweg zwischen Infostand, Goetheteich und Ludwigshöhe gut zwei Stunden.

Am Infostand gab es zur Ausstellung die Begleithefte mit Lageplan und Erklärungen. Neue Erfahrungen sammelte der Verein zudem mit QR-Codes, die erstmals auch digitale Führungen ermöglichten. Technikaffine Besucher hatten es schnell raus: Mit dem Smartphone den Code scannen, und schon erscheinen die Erläuterungen zum Kunstwerk auf dem Display. „Der Service ist gut angelaufen und wird sich in den kommenden Jahren sicher noch stärker durchsetzen“, zeigt sich Ute Ritschel überzeugt.

Bei ihren Führungen fand die Kuratorin schnell heraus, welche der Kunstwerke den Besuchern besonders gefallen. Eindeutiger Favorit war Kim Goodwins „Viewing Temple“. Der Südafrikaner hatte mitten im Wald einen sieben Meter hohen Ausguck errichtet. Wer auf die Plattform in drei Metern Höhe hinaufklettert, schaut in Bäume und erlebt die Welt unter sich aus der Vogelperspektive. Keine Fernsicht also, aber gerade das war wohl der Aha-Effekt.

Viel Aufmerksamkeit erzielte auch die Idee von Imke Rust aus Namibia: Sie machte die im Wald fließende Energie („Flowting Energy“) durch eine leuchtendrote Installation sichtbar. Auf der Ludwigshöhe bot Vera Thaens aus Belgien Regenwasser zum Trinken an, das Pflanzen ihrer natürlichen Wasseraufbereitungsanlage („Water Purification“) zuvor gereinigt hatten. Die Besucher waren verblüfft – und griffen zu. Staunend verharrten sie auch vor der aufwändigen Altholz-Installation von Joachim Jacob (Künstler) und Dr. Florian Schneider (Biologe) hinter dem Goetheteich, und ebenso spannend fanden sie das Pilzprojekt „Wald Weites Web“ der Heidelberger Künstlerinnen Bianca Bischer und Stefanie Welk. Mit dem „Ship in the Moon“ des Japaners Nobuyuki Sugihara dagegen hatten einige ein Problem. Das Skelett eines Ponys auf dem mit Steinen angedeuteten Mondschiff erschien ihnen wohl zu konkret. „Es war das exotischste Projekt von allen“, gibt die Kuratorin zu.

Das Ende des 9. Internationalen Waldkunstpfades bedeutet keineswegs das Ende der Exponate. Alle Installationen bleiben zumindest noch eine Weile und können – zusammen mit jenen aus dem vergangenen Waldkunstjahren – weiterhin bewundert werden. Lediglich der Infostand wird abgebaut, und damit entfallen auch die öffentlichen Führungen. Private Führungen und solche für Schulklassen können aber jederzeit unter der Telefonnummer 06151 78 99 537 vereinbart werden. Den gedruckten Leitfaden zur Waldkunst gibt es im Internationalen Waldkunstzentrum IWZ in der Ludwigshöhstraße 137, in der Ludwigsklause auf der Ludwigshöhe und im Ticket-Shop der Stadt Darmstadt am Luisenplatz.

(Bild,Quelle Y-PR GmbH Public Relations)

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