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Paradise Papers - Endstation Steuerparadies?

Die sogenannten „Paradise Papers“ sorgten in den vergangenen Monaten auf der ganzen Welt für Schlagzeilen. Ein Datenleck mit internen Daten zweier Finanzinstitute sowie von etlichen Unternehmensregistern offenbarte dabei die Tricks der Reichen, der Politiker und Konzerne, um moralisch fragwürdige Steueroasen über Briefkastenfirmen zu bilden. Woher die Enthüllungen stammen und wer diese den investigativen Journalisten zuspielte, ist genauso unklar wie zur damaligen Zeit, als die „Panama Papers“ an die Weltöffentlichkeit gelangten. Fakt ist jedoch: Es trifft dieses Mal nicht nur die Reichen, sondern auch einige der multinationalen Konzerne.

Die Namensliste liest sich wie eine Einladungskarte zu einer VIP-Veranstaltung

Viele prominente Namen tauchen in den Dokumenten auf, die Liste mutet an manchen Stellen fast wie eine VIP-Veranstaltung an. Es findet sich ein bekannter Name aus dem US-Ministerium wieder, ebenso Vertraute des russischen Präsidenten Putin. Aber auch dem bekannten Sänger Bono von U2 wird zur Last gelegt, in den Steuerparadiesen aktiv gewesen zu sein. Sehr komplexe und gut durchdachte Systeme im undurchsichtigen Steuerdschungel verzeichnen die multinationalen Firmen. So soll es dem bekannten Sporthersteller Nike geglückt sein, seine steuerliche Quote auf der ganzen Welt auf gute 13 Prozent abzusenken.

Das Gehirn der Steueroasen: Die komplexen Zahnräder für die Steuertricks

Um in steuerlichen Bereichen ausgeklügelte Schlupflöcher auszumachen, ist eine Menge Fachwissen vonnöten. In der Regel sind es Experten, die steuerliche Schlupflöcher verorten und für sich nutzen. Meist kommen diese in den Staaten zum Tragen, die eine günstige rechtliche Ausgangslage besitzen. Grundsätzlich gesehen begehen die Firmen keine Verbrechen, da die Steueroasen-Modelle -Briefkastenfirmen, die sich an Orten mit niedrigen Steuersätzen befinden - als solche nicht strafbar sind. Wer solch ein Modell für sich beansprucht, macht sich jedoch verdächtig, Geldwäsche zu betreiben und Steuern zu hinterziehen. Ferner sind die Steueroasen der Reichen auch moralisch betrachtet als fragwürdig einzustufen. Die Ungleichheit und die Schere zwischen Arm und Reich wächst mit diesen chaotischen und unübersichtlichen Steuermodellen noch weiter, da die Reichen ihre Steuergelder an den Finanzämtern vorbeiführen - es sind vorwiegend die normalen Bürger, die anschließend darunter leiden und gezwungen sind, mehr Steuern zu zahlen, um die Lücken in der Staatskasse zu füllen.

Die Staaten verlieren Milliardenbeträge an die Steuerschlupflöcher

Deutschland gehört zu den Ländern, die finanziell betrachtet am meisten unter den Steueroasen leiden. Ein französischer Ökonom bezifferte den ungefähren Schaden, der durch die Steuerschlupflöcher entsteht, allein für Deutschland auf ungefähr 17 Milliarden Euro. Dies macht gute 33 Prozent der Mehreinnahmen aus den Körperschaftsteuern aus. Die Gewinne der Konzerne landen meist in der EU, beispielsweise in Luxemburg oder den Niederlanden.

Ist soziale Verantwortung unwichtig geworden?

Die Enthüllung der Paradise-Papers wirft erneut zahlreiche soziale Fragen auf - etwa die nach der moralischen Verantwortung, aber auch die Frage von Gerechtigkeit. Zwar machen sich viele der Reichen mit ihren Handlungen nicht strafbar, aber die Bandbreite der steuerlichen Tricks ist bestenfalls brisant. Umso erstaunlicher ist es, dass sich nach dem Bekanntwerden der Paradise-Papers kein Protest vermerken ließ. Lediglich die Europäische Union zeigte sich bestärkt, den Kampf gegen die Steueroasen in Zukunft zu verstärken.

Was passiert nun mit den Paradise Papers?

Neben der EU-Kommission haben auch einige Bundesländer in Deutschland angekündigt, umfassende Untersuchungen einzuleiten. Der Finanzminister von Hessen, Thomas Schäfer, kündigte an, die Paradise Papers anhand von vorhandenem Fachwissen und der notwendigen technischen Ausstattung auszuwerten.

Auch Deutsche Banken sind im Zusammenhang mit Glücksspielen verdächtig

Neben den bekannten Großkonzernen finden sich auch die Namen von einigen renommierten deutschen Banken auf den Paradise Papers wieder. Sie werden teilweise verdächtigt, Aktivitäten, die das illegale Glücksspiel betreffen, nicht ausreichend verfolgt und unterbunden zu haben. Sobald eine Bank Auszahlungen an Offshore-Glücksspielanbieter vornimmt, macht sie sich der Beihilfe zu illegalen Glücksspielen schuldig. Online-Glücksspiele gelten ohnehin als ein „heißes Pflaster“, da der Staat keine einheitlichen Regelungen diesbezüglich aufgestellt hat und die Anbieter auch keine rechtlich bindenden Lizenzen im Staatsvertrag beanspruchen können. Die Situation ist chaotisch und lediglich einige private Wettanbieter dürfen Glücksspiele legal anbieten. Umso wichtiger ist es für Spieler und für Banken gleichermaßen, die Buchmacher auf Seriosität zu überprüfen.

Haben diese beispielsweise ihren Firmensitz in Malta oder Gibraltar, können die Wettanbieter als aufrichtig eingestuft werden. Seriöse Anbieter bieten zudem ihren Kunden stets eine datenschützende Verschlüsselung an und gewährleisten transparente Zahlungsmöglichkeiten. PayPal zählt zu den beliebtesten und transparentesten Online-Zahlungsdienstleistern und prüft seine Geschäftspartner sorgfältig, bevor eine Zusammenarbeit zustande kommt. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es sich bei solchen Buchmachern, die mit PayPal kooperieren, zumeist um vertrauenswürdige Unternehmen handelt. Vorsicht ist außerdem bei verlockenden Angeboten angebracht. Nicht jede Bonuszahlung ist tatsächlich ein Vorteil, denn hinter jedem Angebot kann der Versuch stecken, den Kunden mit solchen auf den ersten Blick attraktiven Zusatzangeboten zu locken. Ein Vergleich ist hier immer sinnvoll, hierfür bietet sich beispielsweise der Anbieter Wettbonus.de an. Nicht nur im Sinne der Staaten, auch im Sinne der Glücksspieler, Finanzinstitute und des allgemeinen Bürgers könnten weitere Enthüllungen ähnlich der Paradise Papers in Zukunft sinnvoll sein, um Trickbetrüger und Steuertrickser konsequent in die Schranken zu weisen.


Bildquellenangabe: Jorma Bork / pixelio.de

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