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Dampfer Shops in den St√§dten ūüí®

Tritt die E-Zigarette ihren Siegeszug an?

Immer h√§ufiger trifft man in der √Ėffentlichkeit auf Menschen, die statt einer Zigarette futuristisch anmutende Ger√§te in der Hand halten und riesige Dampfwolken gen Himmel pusten. Die E-Zigarette ist in unserer Mitte angekommen, was auch die Zahlen des Verband des eZigarettenhandels (VdeH) sehr deutlich aufzeigen: rund 3,7 Millionen Deutsche greifen mittlerweile regelm√§√üig zur E-Zigarette. Und das ist immerhin eine Steigerung von rund 70 % in einem Zeitraum von 5 Jahren.

Haben sich die "Dampfer", wie sich E-Zigarettennutzer selbst gerne nennen, bisher meist in Online-Shops eingedeckt, sieht man immer h√§ufiger Dampfer Shops in den St√§dten. Hier k√∂nnen sich die User nicht nur mit den neuesten E-Zigaretten eindecken, sondern finden auch Liquid, Zubeh√∂r und, was wahrscheinlich am wichtigsten ist, Beratung. Die ist vor allem f√ľr rauchende Umsteiger von gro√üer Wichtigkeit, denn nur mit der passenden E-Zigarette stehen die Chancen gut, mit dem Rauchen aufh√∂ren zu k√∂nnen. Aber wie sieht die Zukunft der E-Zigarette aus? Wird sie dem Rauchen ernsthafte Konkurrenz machen k√∂nnen?

Ist die Tabakzigarette auf dem sinkenden Ast?

Schaut man sich die weltweiten Zahlen an, so kann man von guten Nachrichten sprechen: Von 1990 bis 2015 ist der Anteil der Raucher weltweit auf 15,3 % runter gegangen - das ist ein R√ľckgang von fast einem Drittel. Allerdings muss man hier zwischen Industrienationen, die den Kampf gegen das Rauchen aufgenommen haben und Regionen wie S√ľdostasien oder Afrika unterscheiden, wo es kaum Regularien oder gar Tabakpr√§ventionsangebote gibt.

Auch in Deutschland werden die Raucher weniger, allerdings ist der R√ľckgang verh√§ltnism√§√üig gering. Momentan gibt es immer noch rund 16,3 Millionen Raucher in der Bundesrepublik, was uns einen Platz in der Top-Ten der Raucher verschafft. Aber immerhin ging die Zahl der Raucher √ľber einen Zeitraum von 25 Jahren bei M√§nnern um 0,9 % und bei den Damen um 0,3 % pro Jahr zur√ľck.

Zigarettenindustrie auf der Suche nach Alternativen

Nat√ľrlich ist es den gro√üen Tabakproduzenten nicht entgangen, dass der Trend in den Industriel√§ndern zum Nicht-Rauchen geht. Der Deutsche Zigarettenverband sieht einen R√ľckgang in den Verk√§ufen von rund ein bis zwei Prozent pro Jahr. Die Zahl der verkauften Zigaretten - 75 Milliarden in 2016 - hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 halbiert. Genau deshalb hat man ein scharfes Auge auf die Entwicklungen auf dem Markt der Alternativen. W√§hrend man die E-Zigarette noch nicht als Konkurrenz verortet, so ist man trotzdem auf der Suche nach Wegen, die riesigen Gewinne nicht versiegen zu lassen. Die angestrebte L√∂sung: Tabakverdampfer.

Diese Ger√§te, die mit riesigen Werbekampagnen bekannt gemacht werden sollen, sind eine Mischung aus Zigarette und E-Zigarette: Stark gepresster Tabak wird in einem "Stift" auf rund 300 Grad Celsius erhitzt und der entstehende Dampf eingeatmet. Die Tabakverdampfer sollen nur 10 % des Schadenpotenzials von Tabakzigaretten verf√ľgen. Zum Vergleich: E-Zigaretten sind 95 % weniger sch√§dlich als herk√∂mmliche Zigaretten.

Die Zukunft der E-Zigarette

Auch wenn die Tabakindustrie die E-Zigarette nicht als ernst zu nehmende Konkurrenz sehen mag, der E-Zigaretten Markt boomt wie nie zuvor. Die Ums√§tze sind innerhalb von 2000 bis 2016 von f√ľnf auf 420 Millionen Euro. Und man kann den Siegeszug der E-Zigarette f√∂rmlich sehen, denn nicht nur trifft man immer h√§ufiger auf Dampfer in der √Ėffentlichkeit, auch Dampfer Shops geh√∂ren mittlerweile fest zum Stadtbild mit dazu. In den Dampfer Shops k√∂nnen neue Ger√§te, Liquids und Zubeh√∂r gekauft werden, aber viel wichtiger ist vielen Kunden die pers√∂nliche Beratung.

Nachdem lange Zeit rechtliche Unklarheit herrschte, wie es mit E-Zigaretten weitergehen w√ľrde, konnten E-Zigarettenh√§ndler aufatmen. E-Zigaretten m√ľssen heutzutage h√∂chsten Sicherheits- und Hygienestandards entsprechen und zahlreiche Vorgaben erf√ľllen, bevor sie auf dem europ√§ischen Markt verkauft werden k√∂nnen. Das gibt H√§ndlern und Dampfershops nat√ľrlich Sicherheit. Auch die Tatsache, dass E-Zigaretten und Liquids zun√§chst nicht gesondert besteuert werden sollen, sorgt f√ľr Freude bei Dampfern und Verk√§ufern gleicherma√üen.

Die E-Zigarette wird weiter an Bedeutung gewinnen

Mit immer mehr Studien, die beweisen, dass das Dampfen eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen ist, hat sich das Image der E-Zigarette stetig verbessert. Auch die Tatsache, dass sie durch technische Weiterentwicklung heute sehr viel effektiver und sicherer ist als noch vor wenigen Jahren, trägt dazu bei, dass ein Ende des Wachstumskurses nicht absehbar ist.

Der Dampfer Shop Liquido24 sagt dazu: "Auch, wenn ein Großteil der Dampfer noch in Online Dampfer Shops einkauft, so ist der Anteil der Offline-Käufer nicht zu unterschätzen. Gerade Dampfer, die regelmäßig Nachschub benötigen, wissen eine feste Anlaufstelle ohne lange Wartezeiten zu schätzen. Und auch interessierte Raucher, die durch die E-Zigarette rauchfrei werden möchten, finden eine persönliche Beratung zum Umstieg oft angenehmer als das einfache Bestellen im Netz. Es ist daher davon auszugehen, dass die Zahl der Dampfer Shops weiterhin steigen wird."

Inwiefern die Tabakverdampfer der Tabakindustrie dem E-Zigarettenboom einen D√§mpfer verpassen k√∂nnten, ist momentan noch nicht abzusehen. In Japan, wo die Tabakverdampfer vor knapp zweieinhalb Jahren auf den Markt gekommen sind, konnten sie sich bereits einen Marktanteil von 10 Prozent sichern. Bei Testl√§ufen in M√ľnchen, Berlin und Frankfurt schaffte es der Tabakverdampfer allerdings nur auf ein Prozent.

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