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Grüße aus Amsterdam - Was Sie noch nicht über Hanf wussten


Amsterdam ist immer eine Reise wert und hat so einiges zu bieten. Ob Anne-Frank Haus, Van-Gogh Museum oder das Heineken Experience - hierist für Jedermann etwas dabei. Die Zeit für einen kleinen Abstecher in das Hash Marihuana & Hemp Museum am Oudezijds Achterburgwal sollte man sich bei Interesse auch nehmen. Hier wird nämlich die älteste Kulturpflanze der Welt angemessen zelebriert. Aber was macht die Wunderpflanze eigentlich so besonders?

Die Geschichte des Hanfs


Hanf wird seit Tausenden von Jahren intensiv von den Menschen verwendet. Nicht nur als Rohstoff für Papier, Seile, Kleidung und Baustoff, sondern auch als religiös genutzte Heil- und Rauschpflanze. Seit 5500 Jahren ist Hanf auf dem europäischen Kontinent heimisch und wurde dort für viele Zwecke verwendet. Mit der aufkommenden Pharmaindustrie verlor es jedoch seine Bedeutung als Heilpflanze und wurde sogar mit anderen Drogen gleichgesetzt und als angeblich gefährlich geächtet. Als Rohstoff konnte es zum Beispiel gegen Baumwolle nicht ankommen, die maschinell verarbeitet werden konnte und dadurch größere Gewinne versprach. Die Verarbeitung von Hanf hingegen geschah mit der Hand.

Wiederentdeckt: Einsatz der Pflanze

In Deutschland war Hanf geächtet, da kam aus den USA eine Welle der Aufklärung, die zur Wiederentdeckung des Rohstoffs führte. Denn Hanf hat unschätzbare Vorteile: Es wächst nahezu überall, ist resistent gegen Schädlinge, Pilze und andere Erkrankungen und seine bis zu vier Meter hohen Pflanzen können zweimal pro Jahr geerntet werden. Es bindet mehr CO2 als der heimische Wald und bis zu 97% der Pflanze können verarbeitet werden. Es ist unter anderem ein großartiger Baustoff , der sich mit den heute gängigen Materialien locker messen kann.

Darüber hinaus ist Hanf/Cannabis natürlich auch eine Rauschpflanze, die in den meisten Ländern der Welt verboten ist. Selbst in Indien, wo ihr Genuss eine lange, religiöse Tradition hat, wird sie nur in einer angeblich nicht berauschenden Zusammensetzung abgegeben, als Bhang.

Politik der Duldung in den Niederlanden

Anders in den Niederlanden, speziell in Amsterdam, wo jahrelang eine Politik der Duldung praktiziert wurde, die jedoch langsam aufgebrochen wird. Während andere Länder sich am liberalen Weg orientieren, rudern einige holländische Gemeinden zurück und fahren einen härteren Kurs rund um Cannabis. Dennoch kann es keinen besseren Ort für ein Cannabis-Museum geben als Amsterdam! Hier erfahren Interessierte viel Wissenswertes und Interessantes. Und natürlich lässt sich vorher oder hinterher im Coffeshop eine kleine Probe dessen genießen, worum es unter anderem im Hash Marihuana & Hemp Museum geht, dass 12.000 Exponate zum Thema ausstellt.

Was Besucher im Hanf Museum erwartet

Die größte Ausstellung rund um die wertvolle und geschichtsträchtige Pflanze erwartet Interessierte in Amsterdam. Hier sind einige Beispiele für interessante Teile der Ausstellung:

Bekleidung aus Hanf

Bevor die Baumwolle den Bekleidungsmarkt eroberte, war Mode aus Hanf ganz normal. Interessanterweise galt das sogar in Japan, wo die Samurai ihre traditionellen kamishimo aus diesem - damals sehr wertvollen und raren Rohstoff - fertigen ließen.

Hanf in anderen Ländern

Wer hätte gedacht, dass Russland zu den emsigsten Hanfproduzenten der Welt zählte und seit dem achtzehnten Jahrhundert rund achtzig Prozent des gesamten Hanfes herstellte, der in Europa zu Segeln, Tuchen und mehr verarbeitet wurde? Napoleon wollte sogar erreichen, dass Russland nicht mehr mit England Hanfhandel trieb, um seinen Erzfeind so zu schwächen. In Griechenland waren die Haschischcafés weit verbreitet, und auch in Frankreich hatte Hanf eine große Bedeutung. Interessante Ausstellungsstücke zeugen davon und wollen in Amsterdam entdeckt werden.

Hanf als Medikament

Heute gibt es zum Beispiel CBD Öl, das gegen alle möglichen Beschwerden eingesetzt wird, sogar solche, gegen die andere Mittel machtlos erscheinen. Cannabis hat eine lange Tradition als Medikament und seine vielfältigen medizinischen Anwendungen werden gerade erst wiederentdeckt. Die Ausstellung in Amsterdam, zu der es ein Äquivalent in Barcelona gibt, thematisiert auch die früheren Anwendungen von Medikamenten mit Cannabis.

Hanf in der Schifffahrt

Die Schifffahrt, gerade auch für die Niederlande ein entscheidender Wirtschaftsfaktor, hätte ohne Hanf als zuverlässiges und robustes Material niemals die Bedeutung erlangt, die sie hatte. Aus Hanf wurden nicht nur die Segel und Seile hergestellt, es war auch ein wunderbares Material, um das Holz abzudichten.

Kolumbus und Hanf

Kolumbus, einem der bekanntesten Entdecker unserer Zeit, sind viele Denkmäler gesetzt wurden, doch eines in Barcelona fällt besonders ins Auge. Es steht in der katalanischen Hauptstadt und ist erstaunlicherweise mit unzähligen Hanfblättern verziert. Obwohl täglich unzählige Menschen die besagte Statue verzieren, fällt es den meisten allerdings nicht auf. Doch was ist der Zusammenhang zwischen dem berühmten Seefahrer und dem Hanf? Höchstwahrscheinlich haben Kolumbus und seine Mannschaft keinen Joint geraucht, während sie Amerika eroberten, aber ohne Hanf hätten sie sie dennoch den weiten Weg über das Wasser nicht gemeistert. Denn natürlich sind auch Kolumbus´ Schiffe durch den Einsatz von Hanf erst fahrtüchtig geworden.

Es gibt noch unzählige weitere Exponate, die in Amsterdam und Barcelona darauf warten, entdeckt zu werden. Das Museum würdigt die Bedeutung einer geächteten Nutzpflanze, die die Menschen seit Tausenden Jahren begleitet und ihnen gute Dienste leistet. Doch natürlich muss niemand nur deswegen nach Amsterdam reisen. Das gewaltige künstlerische Erbe der Stadt lockt jedes Jahr unzählige Touristen an. Das weit verzeigte Grachtensystem zählt zu den Besonderheiten Amsterdams, in der Fahrräder zum Stadtbild gehören wie sonst wohl nirgendwo. Hier ist das sogenannte Goldene Zeitalter der Stadt im 17. Jahrhundert noch lebendig und bezaubert Besucher.


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