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Deutschland unter Merkel: So hat die Wirtschaft davon profitiert


Einst zum Wort des Jahres gekürt, ist die Stellung der deutschen Bundeskanzlerin heute prekär. Mittlerweile mischen sich zu den Befürwortern auch immer mehr Gegner der Politikerin, die beispielsweise nicht damit einverstanden sind, dass sie für eine weitere Legislaturperiode das Amt des politischen Oberhauptes der Bundesrepublik bekleidet. Ihre Haltung in der Flüchtlingskrise wird ebenfalls nicht von allen unterzeichnet und so hat die Kanzlerin immer mehr mit einer gespaltenen Wählerschaft zu kämpfen. Selbstverständlich gibt es nach über einem Jahrzehnt Regierung auch Schwächen in ihrer Politik, die durchaus zu bemängeln sind. Doch bei alledem darf man nicht vergessen, wie sehr „die Mutti“ ihr Land vorangebracht hat. Vor allem im wirtschaftlichen Bereich blickt sie auf einige Highlights zurück.

Highlight #1: Mindestlohn
Mit Schrecken denken die meisten zurück an Zeiten, in denen Arbeitgeber sich noch trauten, Stundenlöhne von sechs Euro auszuzahlen. Dank Merkel gehören diese Geringlöhne jedoch seit Anfang 2015 der Vergangenheit an: Denn Schlag Neujahr trat der gesetzliche Mindestlohn in Kraft, der 8,50 Euro pro Stunde als geringstmögliche Vergütung vorschrieb. Das Thema wurde im Bundestag kontrovers diskutiert und selbst aus den eigenen Reihen musste die Kanzlerin hier gegnerische Stimmen anhören. Durch die Einführung der Untergrenze gingen ihren Gegnern zufolge Arbeitsplätze verloren – de facto kam es dazu aber nicht.

Highlight #2: Haltung nach der Finanzkrise
2007 war kein goldenes Jahr für die Deutschen, die ähnlich wie große Teile der Welt eine Menge Geld in der Weltwirtschaftskrise verloren. Auslöser war zwar das Platzen der Immobilienblase, aber auch andere Finanzmärkte litten unter den Folgen: Der Aktienhandel verzeichnete nie dagewesene Tiefs und auch im Forex-Trading sah es nicht gerade rosig aus. Dennoch gelang es Angela Merkel, die Folgen dieser Krise schnell und effizient in den Griff zu bekommen. Kunstgriff war hier vor allem die Verstaatlichung der Hypo Real Estate sowie die Beteiligung an der Commerzbank. Auch die Garantie auf die Spareinlagen schien die Bürger zu beruhigen. Wer heute immer noch mit einem mulmigen Gefühl an den Finanzmarkt herangeht, der tut gut daran, sich im Detail über seine Wirkweisen zu informieren. Beispielsweise hilft eine Schulung in Marktgeometrie denjenigen, die sich intensiver mit Forex-Trading befassen wollen. Insgesamt gilt – Wissen ist Macht. Denn nicht immer kann man nur auf „Mutti“ zählen.

Highlight #3: Erhöhung des Rentenalters
Auch wenn diese Erhöhung immer noch bemängelt wird – vor allem von Menschen, die noch mitten im Arbeitsleben stecken – so wohnt ihr dennoch ein sinnvoller Ansatz inne: Heutzutage fangen die Menschen später zu arbeiten an und leben auch nach Rentenantritt noch länger. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland infolge des demografischen Wandels. Auf sie kommen dadurch ohnehin schon erhöhte Kosten zu, die noch höher wären, würde man nach wie vor mit 65 Jahren in Rente geschickt. Die Reform wurde mühevoll durchgesetzt; Unterstützung fand Merkel dabei unter anderem in Franz Müntefering. Ihre Früchte werden möglicherweise erst in Jahrzehnten geerntet.

Highlight #4: Haushaltsüberschuss
Schwarze Zahlen am Ende eines Jahres hatte Deutschland vor Merkel oft genug nicht verzeichnet. Mit der Kanzlerin gelangt das endlich wieder – auch die Vollbeschäftigung brachte Merkel einige Freunde ein. Einer der effektivsten Handgriffe hierbei war die Senkung von Zinsen im Schuldendienst. Doch diese Maßnahmen reichen noch nicht aus: Um die deutsche Wirtschaft nun noch zusätzlich anzukurbeln, sind gezielte Ausgaben notwendig. Momentan scheint das für Merkels Politik allerdings noch keine direkte Priorität zu sein. Spannend wird nun, wie sich die Wirtschaft entwickelt, wenn Angela Merkel ihre vierte und letzte Amtszeit beendet. Hierauf wird auch einen starken Einfluss haben, welche Partei die Macht in Deutschland dann übernimmt.

Bildquellenangabe: Tim Reckmann / pixelio.de

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