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Von Aachen bis Zwickau: Drogen sind überall

Von Aachen bis Zwickau: Drogen sind überall präsent
Dieses Problem betrifft nicht nur Deutschland, wie ein Blick auf Zahlen belegt, die sich im aktuellen Drogenbericht der Europäischen Union finden. Danach kommen sowohl auf das Gesundheitssystem als auch auf die öffentliche Sicherheit einige Lasten und Gefahren zu. Sie müssen sowohl von politischer Seite als auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Schäden unbedingt berücksichtigt werden.

Wie sehen die Zahlen im Europäischen Drogenbericht 2018 genau aus?
Die EU-Suchexperten gehen davon aus, dass im Laufe des Lebens etwa 26 Prozent aller Europäer mindestens einmalig mit Cannabis in Kontakt kommen. Das sind EU-weit rund 87,6 Millionen Menschen. Damit nimmt Cannabis eine Vorrangstellung unter allen (auch auf dem Schwarzmarkt) verfügbaren Drogen ein. Erfahrungen mit Kokain machen nach dem 2018er-EU-Drogenbericht etwa fünf Prozent aller Europäer im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. Die Werte bei Amphetaminen und MDMA liegen deutlich darunter. Opioide spielen vor allem bei den Menschen eine wichtige Rolle, die sich eine Drogentherapie wünschen. Sie machen reichlich ein Drittel aller Therapieanfragen in den Ländern der Europäischen Union aus. In der EU gibt es schätzungsweise rund 1,3 Millionen Betroffene, bei denen ein Hochrisiko-Opioidkonsum vorliegt.

Welche Trends schätzt der EU-Drogenbericht in Deutschland ein?
In Deutschland gehören drei von tausend Teilnehmern an der Substitutionsbehandlung für Opioide zu den Hochrisikokonsumenten. Bei Kokain beträgt die Prävalenz unter den heute 15- bis 16-jährigen Schülern drei Prozent und bei Cannabis sogar 15 Prozent. Daraus leitet sich die Notwendigkeit mehrerer Maßnahmen ab. Einerseits müssen zuverlässige Drogenschnelltests bereitgestellt werden. Sie gehören nicht nur in die Taschen der Polizeibeamten, sondern sollten auch zur Standardausrüstung der Sekretariate in den Schulen zählen. Das wäre ein wichtiger Schritt zur Unterbindung des Drogenhandels an den Schulen. Auch sämtliche Ärzte sind mit einem Vorrat an Drogenschnelltests gut beraten. Beide Vorgehensweisen dienen der frühen Erkennung und Behandlung von Abhängigkeiten. Sie können einerseits körperliche Schäden bei den Betroffenen begrenzen und verhindern, dass Angehörige durch die Verhaltensänderungen der Drogenabhängigen psychische Dauerschäden davontragen.

Drogenabhängige müssen selbst Verantwortung übernehmen
Das Hauptproblem ist, dass Drogenkonsumenten nicht nur sich selbst in Gefahr bringen. Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Drogen eine Rolle spielen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das beweisen die offiziellen Unfallstatistiken der Polizei und der KFZ-Haftpflichtversicherer. Drogentests für private Anwender sollten deshalb sehr preiswert sein. So kann beispielsweise jeder Cannabis-Konsument selbst schnell prüfen, ob er fahrtüchtig ist oder nicht. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil Cannabis inzwischen auch als medizinischer Wirkstoff verordnet werden kann. Bei Cannabis ist eine Prüfung der noch im Körper vorhandenen Wirkung möglich. Bei Psychopharmaka und Schmerzmitteln, welche die Fahrtüchtigkeit ebenfalls beeinträchtigen, gibt es solche Testverfahren leider nicht.


Zahlenquelle: http://www.emcdda.europa.eu/system/files/publications/8585/20181816_TDAT18001DEN_PDF.pdf


Bildquellenangabe: nikinix / pixelio.de

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