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Der Brauch um Karneval

Endlich ist es wieder soweit: Wir sind mitten in der fünften Jahreszeit. Schrille Kostüme - bunte Perücken, ausgelassene Stimmung. In vielen Städten ist gerade Faschings-Hochzeit. An Karneval verkleidet man sich und es wird kräftig gefeiert. Aber woher kommt Fasching, oder Karneval überhaupt?

Der Urspung der narrischen Zeit
Der Begriff „Karneval“ kommt aus dem Lateinischen „carnevale“ und bedeutet soviel wie „Fleisch, lebe wohl“. Das heißt: Es lässt sich ein Bezug auf die anstehende Fastenzeit erkennen. Ebenso wie beim Begriff „Fastnacht“. Karneval bezeichnet somit eine Vielzahl von Bräuchen, die die Fastenzeit einläuten.

Der allgemeine Brauch, Fasching zu feiern, ist sehr alt. Bereits seit dem 13. Jahrhundert gab es Karnevalsumzüge und auch ein Karnevalskönig wurde durch Wahlen ernannt. Dabei galt der Brauch damals etwa nicht, im Anschluss auf Dinge zu verzichten, wie zur Fastenzeit. Früher diente der Karneval dazu, den Winter zu vertreiben. Denn die bösen Geistern, die damals im Glauben der Menschen den Wachstum und die Ernte bedrohten, sollten damit vertrieben werden. Und die guten Geister, die den Frühling und eine reiche Ernte bringen, sollten damit geweckt werden.

So ist Karneval heute
Heutzutags glauben die Menschen (meist) nicht mehr an böse und gute Geister. Alte Bräuche sind dennoch sehr beliebt. Vor allem wenn alte Bräuche richtig Spaß machen. Die Menschen verkleiden sich und schlüpfen in eine andere Rolle, für ein paar Stunden. Überall in den Straßen sieht man Hexen, Zauberer oder Bauarbeiter, die ausgelassen feiern. Man geht zu Karnevalsfeiern oder auf Karnevalsumzüge mit großen bunt geschmückten Wagen, die den Höhepunkt des Karnevals darstellen. Viele Stunden lang ziehen die Festzüge durch die Ortschaften, während viele Menschen an den Straßen stehen, zuschauen und sich amüsieren.


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Die Trends
Wie eine aktuelle Umfrage von Statista in Zusammenarbeit mit YouGov zeigt, will sich jeder Zweite, der feiert, auch verkleiden. Dabei ist bei vielen Kreativität gefragt: So geben 45 Prozent der Feiernden an, zumindest einen Teil des Kostüms selbst zu basteln, zehn Prozent legen gänzlich selbst Hand an. Die beliebtesten Kostüme in diesem Jahr sind Pirat oder Piratin, gefolgt vom Tierkostüm und der Märchenfigur. Nach wie vor beliebt sind nach Recherchen auch Bauarbeiter, die man sich schnell und kostengünstig online zusammen stellen kann.

Die Bräuche der Regionen

· Mainz

Die Stadt in Rheinland Pfalz ist weltbekannt für ihren großen Rosenmontagszug. Hier hat auch Narhallamarsch seinen Ursprung, der beim Einzug der Faschingsgäste bei Saalfeiern für Stimmung im Saal sorgt. Die Narren begrüßen sich in Mainz mit einem lauten "Helau!". Viele Büttenreden, Sketchen, Musik- und Tanzvorstellungen werden dabei gezeigt.
· Köln
Seit 1823 gibt es jedes Jahr einen riesigen Rosenmontagsumzug, der mit einer Länge von ca 7 Kilometern durch die Stadt zieht. Jedes Jahr steht der Umzug unter einem anderen Motto, davon werden dann auch die Gestaltung der Festwagen beeinflusst. Tanzgruppen, Karnevalsgesellschaften und Musikkapellen gestalten zu Fuß oder auf den fast 100 Wagen mit Musik und Geschrei den Umzug und rufen dabei „Kölle Alaaf!“.
· Bayern
Eine fesche Lederhose, ein weißes Hemd, große Kuhglocken auf dem Rücken und eine Holzmaske: im bayerischen Fasching hat das „Schellenrühren“ und damit die „Schellenrüher“ eine lange Tradition. Mit viel Lärm und Glockengeläut soll der Winter verjagt werden. Am Faschingsdienstag hat dann die narrische Zeit ihren Höhepunkt: in München auf dem Viktualienmarkt mit dem Tanz der Marktfrauen.

Es kommt was kommen muss- die Fastenzeit
Am Aschermittwoch erntet der Karneval und es beginnt die Fastenzeit- auch österliche Bußzeit genannt. Er gehört also eigentlich zu Ostern und nicht zu Fasching.
40 Tage lang bereiten sich Gläubige durch Besinnung, Buße und Verzicht auf das kommende Osterfestvor. Da am Aschermittwoch auf Fleisch verzichtet werden soll, ist das Heringsessen zur traditionellen Fastenspeise für diesen Tag geworden. Heutzutage gibt es allerdings nur noch wenige Menschen, die während dieser Zeit auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel verzichten.

Text: Lotte Müller .


Quellen:
www.mainz.de 
www.köln.de 
www.muenchen.de
Bildquellenangabe: gänseblümchen / pixelio.de

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