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Dominiert die italienische Mafia das Glücksspielgeschäft?



In Malta werden heute etwa 1,2 Milliarden € mit Online-Glücksspiel umgesetzt. Das sind etwa 10 % des Bruttoinlandsproduktes der Mittelmeerinsel. Malta war der erste Staat in Europa, in dem das Online-Glücksspiel reguliert wurde. Günstige Steuersätze verhalfen der Online-Casinobranche in dem Land zu einem Boom. Heute sind etwa 300 Online-Casinos und Wettanbieter aus ganz Europa in Malta registriert und lizenziert.

Die Lizenzen in Malta werden durch die Malta Gaming Authority (MGA) ausgegeben. Neben Malta gibt es nur wenige EU-Länder, die Lizenzen für Casino- und Wettanbieter ausstellen. Jüngsten Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge, soll sich auch die italienische Mafia einiger Online Casinos bedienen und diese als Geldwaschanlagen nutzen.

Jüngst wurde. Im sizilianischen Palermo wurden bereits im letzten Jahr 26 Personen inhaftiert, die mit dem Online-Glücksspiel in Verbindung stehen und einem italienischen Mafia-Clan zugerechnet werden. Die Ermittlungen bezogen sich hauptsächlich auf die Firma LB Group Limited, die drei Online-Casinos beziehungsweise -Wettbüros betrieb.

Mehrheit der Online-Casinos in Malta arbeitet seriös

Die niedrigen Steuern in Malta können nicht dafür herhalten, dass alle Betreiber für Online-Casinos mit Sitz in Malta für unseriös erklärt werden. Selbst große europäische Konzerne nutzen Briefkastenfirmen in dem Land, um Steuern zu sparen. Das mit Online Casinos viel Geld verdient wird, ist zudem kein Geheimnis.

Das zieht wie selbstverständlich auch dubiose und kriminelle Geschäftemacher an. Viele Online Casinos in Österreich arbeiten ebenfalls auf Basis einer Lizenz aus Malta. Sie berufen sich dabei auf europäisches Recht, insbesondere auf die Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union, wenn sie ihr Spielangebot auch an österreichische Spieler richten.

In Österreich ist das Angebot von Glücksspiel den Gesetzen nach nur dem zum Teil staatlichen Konzern Casino Austria erlaubt, weshalb auch davon gesprochen wird, dass die Online Casinos mit Sitz und einer Lizenz Malta oder anderen europäischen Staaten im grauen Markt agieren.

Versuche gegen die Betreiber, etwa durch Internet-Sperren vorzugehen, sind bislang im Ansatz steckengeblieben. Den Behörden in Malta eird zudem vorgeworfen, die Lizenzen allzu leichtfertig zu vergeben und keine späteren Kontrollen der Aktivitäten der Unternehmen durchzuführen.

Besser wäre es vernünftige Gesetze zu schaffen, als mit Verboten zu agieren

Dänemark hat es vorgemacht. Seit kurzem wird das Glücksspiel im Internet auf Basis neuer Regelungen, die mit dem europäischen recht in Einklang stehen reguliert. Anbieter von Online-Spielautomaten, Roulette, Black Jack, Bingo oder Poker können nun bei Erfüllung aller Auflagen wie einem ausreichenden Spielerschutz und transparentem Finanzfluss ganz offiziell eine Lizenz beantragen. Außerdem müssen auf alle Einsätze Steuern in Höhe von etwa 20 % abgeführt werden. Damit hat man einen pragmatischen Weg eingeschlagen.

Zum einen wird der Tatsche Rechnung getragen, dass sich dass Spielen übers Netz kaum verhindern lässt und zum anderen sichert man sich Steuereinnahmen der Anbieter und kann mit einer effektiven Kontrolle lenkende Wirkung ausüben. In Frankreich beispielsweise wurden zuvor ähnliche Gesetze geschaffen.

Jedoch sind dort die Steuersätze auf die Glücksspieleinnahmen so hoch, dass es praktisch kaum einen Online Casinobetreiber mit einer französischen Lizenz gibt. In Deutschland sieht man das Glücksspiel von offizieller Seite ähnlich verbissen wie in Österreich. Der seinerzeit im Jahr 2012 geschlossene Glücksspielstaatsvetrag, der nur wenige Online-Casinos zuließ, wurde von den europäischen Gerichten kassiert.

Bis heute ist es nicht gelungen, neue verbindliche gesetzliche Regelungen zu schaffen. Anstatt dessen sind die Bundesländer in der Frage des Online-Glücksspiels zerstritten und die Diskussion hauptsächlich ideologisch geprägt. Auch hier spielen die Spieler weiterhin in den Online Casinos oder geben am Samstag ein paar Wetten auf die Bundesliga ab.

Was können Spieler tun, um nicht auf einen illegalen Anbieter hereinzufallen

In erster Linie sollten sich Spieler Erfahrungen andere Spieler mit einem Anbieter durchlesen. Wenn es in Sachen Casinobonus oder bei Ein- und Auszahlungen zu gehäuften Beschwerden kommt, sollten sie die Finger von dem Anbieter lassen. Neben der offiziellen Lizenz und zügigen Gewinnauszahlungen, ist es auch wichtig, dass die Spiele unabhängig auf ihre Fairness überprüft werden. Prüfsiegel von Unternehmen wie eCogra sollten dabei möglichst aktuelleren Datums sein.

Bildquelle: michal-parzuchowski-453960-unsplash(1)

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