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Berlin

Zur Arbeit pendeln: Alltag für viele Berliner

Zur Arbeit pendeln: Alltag für viele Berliner
Zu Beginn jeder Arbeitswoche herrscht in Berlin ein reges Kommen und Gehen. Nicht jeder Erwerbstätige mit Wohnsitz in der Hauptstadt arbeitet auch dort. Genauso viele haben ihre Arbeitsstelle in der Stadt, leben aber im Umland. Die Zahl derer, die jeden Tag aus Brandenburg anreisen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Mehr als 320.000 Einpendler kommen täglich aus dem Umland, um in Berlin einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachzugehen. Der Anteil der Menschen, die Berlin regelmäßig als Auspendler verlassen, hat in den letzten Jahren ebenfalls zugenommen. Insgesamt pendeln in Deutschland fast 13 Millionen Menschen regelmäßig für ihren Job. Besonders interessant ist dabei, dass es unter ihnen auch viele Fernpendler gibt. Menschen also, die jeden Tag Stunden in ihren Arbeitsweg investieren müssen oder sogar unter der Woche woanders leben, da die Strecke nicht täglich zu bewältigen ist. Die Stadt mit den bundesweit meisten Einpendlern ist Frankfurt am Main: Mehr als 60 Prozent der Beschäftigten haben ihren Hauptwohnsitz nicht in der Stadt. Dazu gehören übrigens auch 5.800 Berliner.

Pendelzeit einsparen

Diese Zahlen aus dem aktuellen Pendleratlas der Agentur für Arbeit verraten jedoch nicht, wie die Menschen ihre Pendelzeit nutzen. Die meisten wünschen sich sicher, den Weg ganz einsparen zu können, was aber oft nur mit einem Jobwechsel klappt. Wer allerdings einer reinen PC-Tätigkeit nachgeht, sollte zumindest einmal beim Arbeitgeber nachfragen, ob nicht Home Office an einem oder mehreren Tagen in der Woche möglich ist. Am Anfang bedeutet das ein wenig Organisation, weil Meetings und andere Termine neu gelegt werden müssen. Langfristig kann das aber eine gute Lösung sein, um die Pendelzeit zu reduzieren. Und Pendler, die unter der Woche woanders leben, können sich wenigstens zwei Wege sparen, wenn sie mal ein Wochenende nicht nach Hause fahren, sondern Freunde und Familie anreisen lassen. Wer zum Beispiel in Frankfurt am Main arbeitet, kann zum Grüne-Soße-Essen einladen, in einer Ferienwohnung den Besuch günstig unterbringen und mit ihm gemeinsam die Mainmetropole erkunden. Die Liebsten freuen sich über den Kurzurlaub und man selbst am nächsten Wochenende gleich doppelt auf Berlin und sein Nachtleben.

Pendelzeit für die Arbeit nutzen

Ansonsten lohnt es sich zu überlegen, wie man die Zeit im Flugzeug, in der Bahn oder im Auto produktiv nutzt. Wer mobil an einem Laptop arbeiten kann, sollte mit dem Arbeitgeber darüber sprechen, ob Reisezeit zumindest teilweise als Arbeitszeit angerechnet wird. Wer selbst mit dem Auto fährt, kann das natürlich nicht umsetzen. Alle anderen können so aber bereits am Montagmorgen die ersten E-Mails auf dem Arbeitsweg beantworten oder nochmal die To-do-Liste für die kommende Woche durchgehen.

Pendelzeit als Zeit für einen selbst
Wer nicht auf seinem Arbeitsweg arbeiten kann oder möchte, sollte sich die Stunden so schön wie möglich gestalten. Pendelzeit ist schließlich auch Lebenszeit, und die kann man mit Lesen, Musikhören, dem Ansehen der Lieblingsserie oder einer Meditation verbringen. Für viele Pendler ist die Zeit zur Arbeitsstelle auch die einzige Zeit, die nur ihnen gehört - gewissermaßen ein persönlicher Puffer zwischen den Anforderungen von Familie und Job. So betrachtet kann Pendelzeit dann auch etwas sehr Positives sein. Eine Zeit, in der man seinen eigenen Gedanken nachhängt, Pläne schmiedet oder eine Bilanz der letzten Wochen zieht. Es lohnt sich also herauszufinden, wie man die Zeit des Pendelns gestalten möchte, damit sie einem Freude bereitet und man sie nicht nur als Last empfindet.

pixabay.com/LoboStudioHamburg (CC0 1.0).

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