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Echtgeld Poker: Spielbank versus Online Pokerroom


Mit 5-4 auf der Hand einen Buben und eine 10 ausstechen - jeder eingefleischte Pokerfan weiß, von welcher Hand hier gerade die Rede ist. Und vielleicht hast du dieses denkwürde Pokerspiel live im Netz-TV verfolgt. 2003 stand Chris Moneymaker im Finale der WSOP (World Series of Poker) gegen Sam Farha - und konnte sich zu einem Full House „durchrivern“. Damit wurde Moneymaker 2003 nicht nur zu einem Superstar der Pokerszene, sondern meißelte seinen Namen neben denen anderer Legenden ein.

Der Gewinn von 2,5 Millionen US-Dollar und das begehrte Bracelet waren das Ergebnis eines Seiten-Turniers, in dem Moneymaker sein Turnierticket für die WSOP gewann. Der US-Amerikaner ist nicht der einzige Name, den die Pokerszene in den letzten Jahren gefeiert hat.


Pokerhand - für Pius Heinz der Glücksbringer

Unvergessen ist auch der Name Pius Heinz: 2011 gelang dem aus NRW stammenden Spieler bis dahin Einzigartiges: Er setzte sich im Feld aus mehreren tausend Teilnehmern bis an den Finaltisch der „November Nine“ durch und konnte mit A-K gegen den Tschechen Martin Staszko die Oberhand behalten. Heinz gewann damit nicht nur eines der begehrten Bracelets - sondern auch noch mehr als acht Millionen US-Dollar.

Übrigens: Den bislang größten Pot in der Pokergeschichte schnappte sich 2012 Antonio Esfandiari - ebenfalls im Rahmen der WSOP. Gewonnen hatte der Poker-Pro diese Summen beim The Big One for One Drop - ein Turnier im Turnier für Highroller. Das Buy-In beträgt eine Million US-Dollar, was die Teilnahme selbst für Profis zu einem echten Erlebnis macht. Warum dieser Ausflug in die Pokergeschichte? Jedes der prestigeträchtigen Spiele, das Legenden geschaffen hat, waren Turniere mit Spielern, die sich direkt gegenübergesessen haben. Eine Art Poker zu spielen, die zunehmend an Bedeutung zu verlieren scheint.

Echtgeld Poker online spielen - immer & überall
Der Grund für diese Entwicklung hat mehrere Gründe. Einerseits ist das starke Interesse am Pokerspiel zurückgegangen. Viele Zuschauer haben sich von den Erfolgen Moneymakers - und im deutschsprachigen von Pius Heinz - inspirieren lassen. Die Hoffnung, vielleicht bald selbst an der WSOP teilnehmen zu können, haben viele Amateure inzwischen begraben. Auch wenn hohe Preisgelder winken: Poker ist ein Spiel, in dem Zufall/Glück nur Teil der Antwort sind.

Dass bestimmte Profis in MTT (Multitisch Turnieren) immer wieder ganz vorn mit dabei sind, hat mit Training zu tun. Poker ist ein Spiel der Statistiker und Rechenkünstler. Nebenbei muss der Poker-Pro die Spielstile seiner Gegner kennen, also wie:
· UTG (under the gun) gespielt wird
· hohe Paare geraised werden oder
· Gegner Fallen stellen.

Letzteres meint unter anderem das Slow Play mit der vermeintlich besten Hand, um über eine Value Bet die Anzahl der Chips auf dem Tisch in die Höhe zu treiben.
Direkt nach den großen Pokererfolgen strömten Pokerfans in Spielbanken oder veranstalteten Home-Games im Freundes- und Kollegenkreis. Diese Entwicklung ist deutlich abgeebbt. Ein zweiter wichtiger Punkt ist Abwanderung vieler Pokerfans Richtung Internet. In den letzten 20 Jahren hat sich eine wachsende Zahl von Online Casinos und Pokerräumen etabliert.

Besonders bekannt sind:
1. PokerStars
2. Full Tilt
3. Party Poker
4. William Hill.
Sehr viel Aufmerksamkeit hat dabei PokerStars genossen. Mit der EPT (European Poker Tour) gestiert der Pokerroom jedes Jahr in verschiedenen Spielbanken, um hier Pros der Szene und Amateure gegeneinander antreten zu lassen. Zuschauer können via hauseigenem Poker-TV-Sender die Spiele live verfolgen.
Gerade im Onlinesegment macht sich das zurückgegangene Interesse bemerkbar. Habt ihr regelmäßig bei den verschiedenen Pokerräumen reingeschaut, ist sicher das zunehmende „Minus“ bei den Spielerzahlen aufgefallen. Einen Grund für diese Entwicklung habt ihr vielleicht selbst schon zu spüren bekommen: Passionierte Spieler sind in den letzten Jahren immer besser geworden. Die Zahl der Haie wächst, die der Fische - also Spieler mit wenig Erfahrung und fehlerhaftem Spiel - sinkt. In der Folge müssen die Fische (zumindest theoretisch) mehr Geld in den Pool einbringen, um den „Hunger“ der Haie zu befriedigen. Oder es spielen nur noch semi-professionelle Pokerfans gegeneinander, was das Spiel erheblich erschwert.


Haie am Pokertisch - wenn gute Spieler Einsteiger einfach ausnehmen

Fakt ist: Spielbanken und Pokerräume stehen einer abnehmenden Spielerzahl gegenüber. Auf der anderen Seite sind in den Online Pokerrooms aber immer noch tausende bzw. zehntausende Spieler täglich unterwegs. Was macht diese Angebote aus Sicht eines Pokerfans so attraktiv?

Spielbank: Zwischen Schließzeiten und Dresscode
Einmal im Casino Platz nehmen und in schickem Dresscode mit anderen Spielbegeisterten die „Degen“ kreuzen. Ein Erlebnis, an das noch lange zurückgedacht wird. In Deutschland setzen stationäre Spielbanken - etwa in:
· Berlin
· Dresden
· Leipzig
· Baden-Baden
jedes Jahr Millionensummen um. Und spülen damit nicht nur dem Betreiber, sondern auch dem Konzessionsgeber - sprich dem Staat/Land - Einnahmen in die Kasse. Macht ihr euch die Mühe und nehmt die Zahlen auseinander, folgt oft eine Überraschung. Einige der Spielbanken wirtschaften unterm Strich defizitär bzw. fahren einen nur sehr geringen Gewinn ein.

Denn auch wenn der Besuch in jedem Fall ein Erlebnis ist: Nicht jeder kann sich dieses Event mehrmals im Quartal leisten. Zu den Hindernissen gehören:
· Dresscode
· Schließzeiten
· Buy-Ins.
Letztere lassen sich auch in das Limit übersetzen, welches für die Teilnahme am Spiel nötig ist. In Spielbanken sind diese „Teilnahmegebühren“ durchaus eine Hürde. Beispielsweise verlangt die Spielbank Baden-Baden von interessierten Pokerspielern ein Buy-In zwischen 100 Euro und 1.000 Euro.
Die Cash-Games sind damit nicht für jede Bankroll zu stemmen. Zumal das Minimum Buy-In nichts darüber aussagt, ob die Summe tatsächlich realistisch ist. Hintergrund: Bei einer Blindstruktur von 2/4 (2 Euro Small Blind, 4 Euro Big Blind) sollte das Buy-In - den Regeln fürs Bankroll-Management folgend - eigentlich bei ungefähr 350 Euro bis 400 Euro liegen.


Buy-Ins fürs Poker - die Haushaltskasse muss etwas aushalten

Neben der Tatsache, dass ein Besuch in der Spielbank die Haushaltskasse durchaus auf die Probe stellen kann, gibt es mit den Schließzeiten - welche vom Gesetzgeber vorgegeben sind - ein weiteres Hindernis. Einfach mal nach Feierabend ein kleines MTT oder Sit´n Go spielen ist in den Casinos einfach nicht drin. Zumal seitens der Betreiber darauf Wert gelegt wird, dass Besucher einem - den Ansprüchen des Hauses genügenden - Dresscode entsprechen. Sich in Anzug und Abendkleid werfen - einmal im Jahr kein Ding, jeden zweiten Sonnabend werden dies aber nur wenige Pokerfans machen. Und es gibt noch ein Problem: Spielbanken gibt es nicht wie Sand am Meer. In der Vergangenheit ist schon so manche Planung - wie in Frankfurt eine Sackgasse gewesen.

Online Poker: Einfacher Zugang, niedrige Buy-Ins
Im Vergleich zur Spielbank ist der Zugang zu Pokerräumen im Internet deutlich einfacher. Jeder, der einen PC, ein Smartphone oder ein Tablet hat, kann eigentlich loslegen. Im Regelfall basiert das Spielen im Netz auf Apps/Programmen. Diese werden heruntergeladen und installiert. Für mobile Anwendungen muss im Regelfall noch der Download von Apps aus unbekannten Quellen aktiviert werden.

Anschließend den Nutzeraccount registrieren - fertig. Gegenüber Casino ist der Zugang hier deutlich einfacher. Allerdings ist dies nicht der einzige Grund, warum Pokerfans und Neugierige inzwischen oft online spielen.
Online Poker bietet einen finanziellen Vorteil. In den meisten Pokerrooms richten deren Betreiber das Angebot auf Low Stakes (Spieler mit niedriger Bankroll) und Highroller aus. Beispiel: Bei einer Blindstruktur von 0,1/0,2 ist das Minimum Buy-In für den Tisch nur noch 20 Euro. Spielbanken halten hier nicht mit. Zudem gibt es in den Pokerräumen mehr Action. Gerade etablierte Anbieter ziehen tausende Spieler gleichzeitig an. Cash Games sind genauso gut besucht wie:
· MTT
· Sit´n Go
· Heads Up (Partien mit nur zwei Spielern).

Parallel ist meist auch ein Spielgeld-Modus verfügbar. Hier kann jeder Pokerfan seine Fähigkeiten verbessern und vor den ersten Echtgeld-Runden üben. Weitere Infos, wie Pokerstrategien aussehen, gibt es hier zum Nachlesen.
Speziell, wer es wie Chris Moneymaker machen will, findet in den Pokerrooms einen weiteren Vorteil. Letztere erhalten Turniertickets, um die in Sidegames und Freerolls gespielt wird. Wer eines dieser Tickets gewinnt, hat nicht die Chance, Profis live am Tisch zu erleben. Mit den entsprechenden Skills könnt ihr es sogar bis in die Bubble schaffen - den Moment, ab welchem jeder verbleibende Spieler Geld aus dem Gewinntopf bekommt.

Spielstatistiken - der gläserne Spieler
Online Poker versus Spielbank - bisher haben wir für euch über die vielen offensichtlichen Argumente gesprochen. Es gibt einen Aspekt, der bisher noch keine Rolle gespielt hat. Wer von euch oft in Pokerrooms unterwegs ist, hat vielleicht eine Ahnung, um was es jetzt gehen wird. Anders als im Casino könnt ihr in Pokerräumen Handverläufe einsehen und speichern. Auf den ersten Blick ist das Ganze für den Anfänger eher ein nettes Gimmick.

Wollt ihr etwas intensiver in die Materie eintauchen und eure Fertigkeiten mit der Zeit verbessern, werdet ihr den Nutzen sehr schnell kennenlernen. Anhand des Handverlaufs spielt ihr kritische Hände, bei denen es eine Klatsche (Bad Beat) gegeben hat, nach. Und mit der wachsenden Zahl an Spielstatistiken lässt sich noch etwas anderes erreichen: Ihr lernt Gegner zu lesen. Bestimmte Spielertypen - sprich sehr aggressive oder defensive Spieler - lassen sich an den Aktionen vor dem Flop und nach dem Aufdecken der ersten Karten erkennen.

Hintergrund: Anhand verschiedener Aktionen lässt sich - nach einigen Händen - eingrenzen, welche Starthände ein Spieler in welcher Form ans Ziel zu bringen versucht. Angesichts solch handfester Vorteile haben Pokerräume im Internet Zulauf erfahren. Wer hier reinschnuppern will, sollte einige Punkte im Hinterkopf behalten - wie zum Beispiel die Tatsache, dass die Lizenz beim Thema Seriosität eine wichtige Rolle spielt. Und es auch beim Bonus viel zu beachten gibt.


Bildnachweise:

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