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Berlin

Dresscode im Berliner Nachtleben

Berlin wäre nicht einzigartig, wenn es seine Clubszene nicht hätte, denn sie macht aus der ehemaligen Prunkstadt der letzten deutschen Kaiser, ein Magnet für Besucher aus aller Welt. Und diese pilgern in die Bundeshauptstadt, weil die Berliner Clubs vor allem auf elektronische Musik setzen und dadurch zur neuen Party Metropole in Europa aufgestiegen ist. Seit den 90er Jahren definiert sich Berlin über die Clubszene mit ihrer Club Culture, Musik Bars und Galerien, in denen die Kunst eine unter geordnete Rolle spielt und die Gäste tanzend Party machen. Es hat sich sogar ein spezielles Berliner Lebensgefühl gebildet, das sich auch in der Mode zeigt. Denn Mode ist neben der Musik das zweite wichtige Thema der Stadt und beides gehört in der Clubszene nun einmal zusammen. Wer in die angesagten Clubs zum Feiern rein will, muss dem inoffiziellen Dresscode entsprechen, denn sonst gewähren einem die Türsteher keinen Zutritt. Es heißt zwar noch nicht, dass jeder, der den Dresscode kennt, auch automatisch in die Clubs rein gelassen wird. Aber es erhöht zumindest die Chancen, von den Türstehern ein freundliches Nicken zu bekommen, wenn sie die Türen öffnen. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Dresscode und ist der Dresscode überall der gleiche?


Welche Clubs sind überhaupt angesagt?
Es gibt in Berlin circa 300 angesagte Clubs, die einen eigenen Dresscode pflegen und sich daher ihr feierfreudiges Publikum gezielt aussuchen. Dafür sorgen die Türsteher, die in Berlin fast ebenso berühmt wie die Clubs selbst sind. Männer wie Sven Marquardt, der stadtbekannte Türsteher des In-Clubs Berghain, sind mindestens so berühmt und berüchtigt, wie die Clubs selbst. Wer sich durch seine Kleidung und auch durch sein Benehmen in den Augen der Türsteher qualifiziert, hat schon den ersten Sieg des Abends davon getragen. Andere, weniger glückliche Partygänger, diskutieren in diversen Internetforen über den geheimen Dresscode oder alle Tipps, die einem die Türen der Clubs öffnen können. Dabei ist eine der wichtigsten Regeln 'Dress to impress' beinahe offensichtlich, um in einen der angesagten Techno-Clubs zu kommen.

Allerdings ist auch nicht immer die beste Taktik, wenn alle Partygänger versuchen, in einen In-Club wie das Berghain zu kommen. Es gibt noch diverse andere angesagte Orte, an denen sich die wilde Seite der Berliner Nächte zeigt. In Friedrichshain finden allein 15 solcher Clubs, in Kreuzberg sind sogar 25 und in Berlin Mitte gibt es noch einmal 17 Clubs, die ebenfalls ausgefallene Partynächte veranstalten.

Muss sich jeder auftakeln, um in einen Club zu kommen?
Nein, es gibt sogar Clubs, in denen ein ausgewaschenes T-Shirt, Jeans und Sneakers als Dresscode gilt. Einige der Clubs sehen die Kleidung der Besucher ganz entspannt und setzen auf eine legere Wohlfühlatmosphäre in ihren Räumen. Daher empfiehlt es sich, sich einen Club zu suchen, der zum eigenen Kleidungsstil passt. Natürlich kann sich jeder in Schale schmeißen, wenn ihm danach ist und flippiges Aussehen kann in einigen Fällen auch der passender Dresscode sein. Es lässt sich leicht online feststellen, welche Kleidung für welche Location bevorzugt wird. So lautet der offizielle Dresscode für den Techno Club Berghain 'Selbstbewusst', was ausdrücken soll, dass die Kleidung nicht mal ausschlaggebend für den Durchlass der 'härtsten Tür' Deutschlands ist, sondern ein freundliches und bestimmtes Auftreten viel wichtiger ist. Es lohnt sich also, nicht zu sehr auf die Kleidung zu achten, sondern die Bekleidung auch mit dem eigenen Verhalten in Einklang zu bringen. Viele Clubs wechseln auch mal ihren Dresscode im Rahmen von bestimmten Veranstaltungen wie Ski-Hütten-Partys. Da lohnt es sich für diese Partynacht, eine ausgefallene Dirndlbluse online shoppen zu gehen.

Grundsätzliche Regeln für einen Dresscode
Es stimmt zwar, dass jeder Club sein Publikum auswählt, jedoch gibt es einige Äußerlichkeiten, die einen Partygänger sofort als Besucher disqualifizieren. Jemand, der schlampig oder billig gekleidet aussieht, braucht sich nicht zu wundern, wenn für ihn die Türen verschlossen bleiben. Das gleiche gilt für Personen, die offensichtlich betrunken sind. Ein kleiner Schwips kann heiter wirken. Doch kein Clubbesitzer will einen Gast haben, der sein Geld bereits bei der Konkurrenz ausgegeben hat, und angetrunken Streit provozieren kann. Schließlich spielt die Musik, um den Gästen teure Getränke zu verkaufen. Es ist also wichtig, einigermaßen nüchtern und zumindest gepflegt auszusehen, wenn jemand in einen angesagten Club gehen möchte. Es lohnt sich immer, die Veranstaltungen der Clubs über das Internet zu beobachten, denn solche Themenabende machen nicht nur mehr Spaß, sie können auch den Dresscode stark verändern.


Das bedeutet Dresscode: Casual
Dieser Dresscode klingt zunächst völlig entspannt, denn er bedeutet eigentlich ' komme so, wie du gerade bist'. Das beinhaltet kurz gesagt, einen legeren, eher lässigen Look. Damit ist nicht die ausgebeulte Jogginghose mit den Flip-Flops gemeint und auch nicht das Outfit, das gerade noch geht, um beim Bäcker Brötchen zu holen. Es bedeutet viel mehr, ein gepflegtes Outfit, das der Träger auch bei einem gehobenen Bürojob tragen würde. Dabei ist ein gewisses Understatement nicht schlecht. Die Kleidung sollte hochwertig, ohne aufdringliche Markenwerbung sein und muss insgesamt einen stimmigen Stil aufweisen. Auch farblich muss die Abstimmung passen, wobei dezente Töne zu bevorzugen sind. Der Look sollte eher seriös, aber auch nicht zu spießig, sondern individuell wirken.
Ein Teil der Kleidung darf ungewöhnlich sein, am besten auf den zweiten Blick ungewöhnlich, wie eine Wildlederjacke zu einer Jeans. Zudem muss das Auftreten zum Look passen, daher empfiehlt sich beim Casual Dresscode ein freundliches, lässiges Auftreten, wobei ein gewisses Understatement hilfreich sein kann. Das ganze Auftreten sollte in die Richtung 'mehr sein als scheinen' ausdrücken, um bei den unvermeidlichen Türstehern einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Natürlich gibt es keine Garantie darauf, dass die Türsteher sich beeindruckt zeigen, aber bei vielen Besuchern hat sich dieser Tipp bewährt.

Das bedeutet Dresscode: Smart Casual
Hier ist ein wenig Vorsicht geboten, denn die Bezeichnung Smart Casual kann zu einer leichten Verwirrung führen. Der Begriff klingt nachlässiger Bürokleidung oder Freizeitaktivität. Tatsächlich ist damit ein gehobener Kleidungsstil gemeint, der einen Hauch von Leger sein darf. Für heißt das, dass die besten Highheels aus dem Schrank geholt werden müssen und eine elegante Bluse ist ein Muss. Dazu wird lieber ein Rock als eine Hose gesehen, denn die Frau sollte schon ein wenig so aussehen, als wäre sie gerade aus der Werbung für Prosecco gesprungen. Auch bei Männern wird ein zusammenpassendes Outfit erwartet, wobei Markenkleidung durchaus vertreten sein sollte, jedoch keine offensichtliche Markenwerbung. Es sollte ein Outfit sein, das im Büro in der Führungsetage getragen werden kann und gleichzeitig elegant genug für einen abendlichen Auftritt.

Daher sollte es ein Qualitätshemd sein, obgleich es auch ein T-Shirt sein kann. Dafür muss es sich aber um ein hochwertiges T-Shirt mit einer ansprechenden Aussage oder einem sehr gefälligen Design handeln. Obwohl Turnschuhe die Ausnahme sein sollten, können sie zum Outfit, falls sie gepflegt und nicht zu auffällig wie in Neonfarben sind. Im Ganzen sollte der Kleidungsstil eher in gedeckten Farben als in einem wilden Kunterbunt ausfallen. Wer auf jeden Fall beim Türsteher punkten will, sollte sich bei einem professionellen Modeberater modisch aktuelle Ratschläge holen.

Das bedeutet Dresscode: Smart Casual Plus
Das ist vielleicht der unterschätzteste Dresscode überhaupt, denn hier gilt nicht lässig, smart und gewöhnlich, sondern genau das Gegenteil. Wenn ein Szene-Club als Kleidung Smart Casual Plus wünscht, dann sollte der Kleiderschrank richtig durchgeschüttelt werden. Hier wird gehobene Abendgarderobe verlangt und das bedeutet für die Damen ein extravagantes Cocktailkleid und für die Herren auf jeden Fall ein modisch aktueller Anzug, am besten von einem bekannten Designer. In diesen Clubs ist niemand so leicht overdressed, obgleich es nicht zwangsläufig der größte Knaller aus dem Kleiderschrank sein muss, der vorgeführt wird. In diesen Clubs werden horrende Preise für die Getränke verlangt, weil ein gehobenes Publikum erwartet wird. Da wird schon auf Markenbekleidung und ein besonderes Outfit wert gelegt, wobei immer der Stil gewartet bleiben sollte.

Ein leichtes Understatement wirkt auch hier effektiver als sich wie ein Paradiesvogel anzuziehen. Zu diesen Clubs gehören in Charlottenburg 'The Pearl' und 'Puro Sky Lounge' wie auch in Wilmersdorf der 'First Club'. Da Frauen in solchen Fällen gern zum berühmten 'kleinen Schwarzen' greifen, können sie davon ausgehen, dass viele Frauen ein ähnliches Outfit tragen werden. Daher ist vielleicht ratsam, sich hier stilvoll etwas abzusetzen und eine gewisse Individualität im angemessenen Rahmen zu zeigen, um vom Türsteher eher wahrgenommen zu werden.

Das bedeutet Dresscode: Selbstbewusst
Wer unbedingt den Club Berghain von innen sehen möchte, sollte sich diesen Dresscode zu Herzen nehmen, in der Hoffnung, dass der oberste Türsteher beeindruckt ist. Damit will der Türsteher Sven Marquardt sagen, dass es weniger auf die Kleidung als auf die innere Haltung ankommt, wenn er einen Besucher eintreten lässt. Wer hier erfolgreich sein will, muss sein gesamtes Erscheinungsbild mit seiner Körpersprache in Einklang bringen. Wer das allerdings meistert, dürfte anschließend kaum mehr Probleme haben, in einen der anderen Clubs zu kommen, bei denen die Regeln weniger streng sind. Wichtig ist, trotz der inneren Haltung darf die Kleidung nicht vernachlässigt werden. Sie sollte schon gehoben, gepflegt und natürlich wirken.

Zudem sollte die Kleidung unbedingt die eigene Persönlichkeit widerspiegeln statt irgendeine Rolle vorzugaukeln. Wer also nun einmal ein schrilles Party-Küken mit einer Vorliebe für schräge Outfits ist, kann auch so mit hoch erhobenem Haupt auftreten. Wer sich allerdings in seinem Casual Look wohler fühlt, sollte eher ihn tragen statt sich in einem Smoking unwohl und gehemmt zu fühlen. Hilfreich kann es sein, den Besuch eines Clubs dann zu wählen, wenn der angegebene Dresscode dem eigenen Stil entspricht. Dann ist die Auswahl der Kleidung größer und sie wirkt nicht wie eine Verkleidung, sondern authentisch.

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