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Autoreparatur Tipps und Tricks

Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Doch wenn es dem Schätzchen schlecht geht, wird aus "oooo" schnell "auuu" - meist begleitet mit einem schmerzverzerrten Gesichtsausdruck. Doch Autoreparaturen müssen nicht immer teuer sein. Sparen kannst du vor allem, indem du dein Auto selbst unter deine Fittiche nimmst - so fallen nur die Materialkosten an. Welche Reparaturen du problemlos selbst vornehmen kannst, verraten wir dir im ersten Teil dieses Artikels. Danach geht es um die Frage, wie du beim Werkstattbesuch sparen kannst.

Auto selbst reparieren - diese Probleme behebst du im Handumdrehen
Viele der Wehwehchen, die ein Auto mit zunehmendem Alter bekommt, kannst du problemlos selbst beheben. Dadurch sparst du die Kosten für die Arbeitsstunden eines Profis - die meistens deutlich mehr als die Ersatzteile kosten.
Für die Reparaturen benötigst du nur etwas Know-how und die passenden Ersatzteile. Letztere kannst du schnell, unkompliziert und dazu noch günstig direkt von deinem Smartphone aus bestellen. Eine beliebte App findest du hier <https://www.autodoc.de/services/mobile-app>. Dort kannst du den Autoteile-Katalog nach Kategorie oder Artikelnummer durchsuchen und die gewünschten Teile mit einem Klick direkt bestellen.

Bist du bereit? Dann findest du in den folgenden Abschnitten die gängigen Probleme samt Hinweise dazu, wie du dein Auto wieder zum Schnurren bekommst.

Ölwechsel
Um den Motor nicht zu beschädigen, sollte alle 15.000 Kilometer ein Ölwechsel vorgenommen werden, spätestens allerdings nach einem Jahr. Wenn du selbst ans Werk gehen möchtest, benötigst du folgende Teile:

- Herkömmlicher Werkzeugkasten
- Ölfilter
- Passendes Motoröl

Beachte aber bitte, das in Deutschland ein Ölwechsel ohne Genehmigungsverfahren fast immer auf dem eigenen oder öffentlichen Grund verboten ist. Um eine Genehmigung zu erhalten, benötigst du auf der einen Seite einen versiegelten Boden, aber auch eine Öl- und Fettabscheideeinrichtung. Hier hilft der Gang in eine Selbsthilfe-Werkstatt.

Folgende 15 Schritte sind notwendig, wenn du selbst einen Ölwechsel vornehmen möchtest:
1. nimm den Gang raus und ziehe die Handbremse an
2. schalte den Motor für etwa drei Minuten an, damit sich das Öl erwärmt und Schmutzpartikel im Motor aufnimmt
3. hebe das Auto mit einer Hebebühne an oder fahre auf eine Rampe
4. schalte den Motor aus
5. öffne den Öl-Deckel im Motorraum
6. stelle ein Gefäß unter den Bereich der Ölablassschraube
7. löse die Schraube und lass das alte Motoröl restlos ab
8. reinige die Unterseite der Ölwanne
9. drehe die Ölablassschraube ein
10. stülpe eine Plastiktüte über den Ölfilter vor der Demontage, um ein Herauslaufen des Öls zu verhindern
11. entferne den Ölfilter, indem du ihn gegen den Uhrzeigersinn drehst bis er und der Dichtungsring sich lösen
12. bestreiche die Dichtung und befülle den Filter mit etwas Öl
13. montiere den Ölfilter
14. fülle das neue Motoröl ein - kontrolliere den Ölstand kontinuierlich mithilfe des Messstabs, da zu viel Öl schädlich für den Motor ist
15. schraube den Öl-Deckel wieder darauf
16. starte den Motor und lass das Auto einige Minuten laufen - achte dabei vor allem auf Warnlampen
17. prüfe danach noch einmal den Ölstand

Was sollte ich sonst noch beachten?
Pass auf, dass das Altöl vollständig aufgefangen wird und du es vorschriftsgemäß entsorgen kannst. Im Normalfall kannst du es in einer Werkstatt oder auf einem Werkstoffhof abgeben.

Lackschaden entfernen (z. B. leichte Kratzer)
Nicht immer ist ein Werkstattbesuch notwendig, wenn Kratzer im Lack zu sehen sind. Die meisten bekommst du super selbst weg! Dafür braucht es nicht sehr viel:
- Lackstift, Lack-Reparatur-Set oder Autopolitur
- weiches Tuch
- Putzzeug

Beachte bitte, das jedes Auto einen speziellen Farbcode besitzt. Welcher für dein Auto passt, findest du in der Bedienungsanleitung.

Leichte Kratzer im Lack selbst entfernen
Bei ganz leichten Kratzern hilft in der Regel schon eine herkömmliche Autopolitur, dazu reinige den Bereich rund um den Kratzer vor dem Farbauftrag gründlich und dann besserst du die Stellen mit einer Autopolitur aus, indem du sie dünn aufträgst und kreisförmig ein polierst.

Tiefe Kratzer im Lack selbst ausbessern
Bei tieferen Kratzern lohnt sich die Investition in ein Lack-Reparatur-Set. Diese beinhalten in den meisten Fällen zwei Tuben: Nummer 1 enthält ein Mittel zum Lösen von Lackpartikeln nahe dem Kratzer. Nummer 2 ist eine Hochglanzpolitur. Auch bei dieser Variante reinigst du zunächst den betroffenen Bereich gründlich. Sollte der Kratzer sehr tief sein, empfehlen wir dir ihn mit einem (oftmals beiliegenden) Schmirgelleinen leicht anzuschleifen. Wenn das passiert ist, polierst du das Lackmittel (Tube 1) ordentlich ein. Nachdem sie für etwa eine Minute getrocknet ist, trägst du die Hochglanzpolitur aus Tube 2 auf

Wichtig: Lies in jedem Fall die Gebrauchsanweisung des Reparatur-Sets auf ergänzende Hinweise!

Vorgehen bei gravierenden Lackschäden
Wenn das Metall sichtbar wird, solltest du mit einem Lackstift ausbessern. Raue die betroffene Stelle mit Schmirgelleinen etwas an und achte dabei sorgfältig darauf, dass Rost vor dem nächsten Schritt vollständig entfernt wurde, ansonsten tritt er wieder zum Vorschein und die Arbeit war umsonst. Vor der Arbeit musst du den Lackstift ordentlich schütteln - richtig ist, wenn du die Kugel im Lackstift klackern hörst, wenn es so weit ist, trägst du den Lack gleichmäßig auf und je nach Witterung wartest du ein bis zwei Stunden und lässt den Lack trocknen. Im Anschluss trägst du den Klarlack auf.

Reifenwechsel selbst gemacht
Abgesehen von dem klassischen Wechsel von Sommer zu Winter und umgekehrt, solltest du deine Reifen wechseln, sobald er abgefahren oder beschädigt ist. Um selbst Hand anzulegen, benötigst du einen Wagenheber, neue Reifen und das Radkreuz oder Drehmomentschlüssel welcher meist im Auto vorhanden ist. Du kannst viel Geld sparen, wenn du dir nur die Reifen kaufst und in einer Werkstatt auswuchten lässt und dir so der Felgen-Kauf erspart bleibt.

So wechselst du deine Reifen problemlos in 5 Schritten
1. suche eine gerade Fläche
2. lege einen Gang ein und ziehe die Handbremse an
3. lockere die Radmuttern
4. bocke das Auto mit einem Wagenheber auf
5. löse die Bolzen
6. entferne das alte Rad und ziehe das neue Rad auf
7. ziehe die Bolzen im Uhrzeigersinn fest
8. ziehe die Radmuttern nach etwa 50 bis 100 Kilometern noch mal nach

Solltest du Probleme haben, das Rad abzunehmen: Schraube die Radmuttern wieder ein wenig auf, lasse das Auto ab und fahre mit niedriger Geschwindigkeit (circa 10-15 km/h), wenn du dann eine Impulsbremsung durchführst, wird sich das Rad danach ganz einfach abnehmen lassen.

Wenn es doch einfach nicht selbst geht: darauf solltest du beim Besuch einer Autowerkstatt achten
Leider gibt es allerdings auch Probleme, die ein größeres Know-how oder spezielle Technik erfordern Im Folgenden gehen wir daher auf die drei meist gestellten Fragen rund um das Thema Autowerkstatt ein.

Vertragswerkstatt, freie Werkstatt oder Selbsthilfewerkstatt?
Das Wort "Vertragswerkstatt" löst bei vielen ein ähnliches Gefühl, wie der nahende Zahnarztbesuch aus - denn geht die Stippvisite mit hohen Kosten einher. Doch das muss nicht sein, denn wenn das Auto jünger als zwei Jahre ist, können viele Reparaturen kostenlos im Rahmen der Sachmängelhaftung behandelt werden. Ganz abgesehen davon profiterst du in einer Vertragswerkstatt vor allem bei komplizierten Problemen von der Erfahrung der Mechaniker mit der Marke deines Autos, den passenden Werkzeugen und vorhandenen Ersatzteilen.

Der Besuch einer freien Werkstatt lohnt sich hingegen bei Wartungs- und Standardarbeiten - denn hierbei kannst du dank preiswerter Ersatzteile von freien Teilehändlern sowie den günstigen Stundensätzen profitieren. Apropos Ersatzteile: bei vielen freien Werkstätten ist es inzwischen möglich eigene Teile mitzubringen. Diese kannst du beispielsweise günstig bei uns bestellen und dann einfach zum Werkstattermin mitbringen.

In den letzten Jahren boomen übrigens Selbsthilfewerkstätten. Hier kannst du Reparaturen unter den wachsamen Augen von Fachleuten selbstvornehmen. Das senkt die Kosten zusätzlich, indem du nicht den vollen Stundensatz eines Profis bezahlen musst, deine eigenen Teile mitbringen kannst und das Werkzeug der Selbsthilfewerkstatt nutzen kannst. Nachteil: Wenn du so gar keine Ahnung hast von dem was du tust kannst du schnell an deine Grenzen stoßen oder das Problem verschlimmern.

Worauf sollte ich beim Erteilen des Auftrags achten?
Hast du auch schon im Freundeskreis gehört, dass jemand nur mal eben das Öl wechseln lassen wollte und am Ende eine 4.000 Euro-Rechnung winkte? Die Krux liegt oftmals im unkonkreten Reparaturauftrag, der gewieften Werkstätten viel zu viel Freiraum lässt. Achte darauf, dass

- dir vor Erteilung des Auftrags ganz genau gezeigt und erklärt wird, was gemacht werden muss. Sollte es mehrere Reparaturmöglichkeiten geben, solltest du dich genau über deren Vor- und Nachteile sowie die Kosten beraten lassen.
- der Kostenvoranschlag und daraus resultierende Auftrag für die Werkstatt so konkret wie möglich formuliert ist. Mach dir bewusst, dass du nur das bezahlen musst, was auch wirklich beauftragt wurde - umso wichtiger ist der schriftliche Auftrag, damit du etwas in der Hand hast.
- eine Kosten-Obergrenze für Fehlersuchen festgelegt wird - gerade bei kniffligen Problemen wird lange gesucht, wodurch die Kosten in die Höhe schnellen.
- du darüber informiert wirst, falls Arbeiten anders durchgeführt oder zusätzliche Reparaturen nötig sind.
- die Zahlungsweise ebenfalls vorher abgeklärt wird. Besteht die Werkstatt auf eine Barzahlung? Geht eine Überweisung oder Zahlung per Kreditkarte?
- du darüber eine schriftliche Auftragsbestätigung mit verbindlichem Fertigstellungstermin erhältst.
- dein Handy an und aufgeladen ist, damit du bei Problemen telefonisch erreichbar bist.

Worauf sollte ich beim Abholen des Autos achten?
Wenn der heißersehnte Anruf mit der Aussage "Ihr Auto ist fertig!" kommt, fällt vielen ein großer Stein vom Herzen. Doch genau hier lauern die nächsten (teuren) Stolpersteine.

1. Je nach Dauer der Instandsetzung variiert der Zeitraum, indem das Auto zwingend abgeholt werden muss. Bei Reparaturen gemäß den Kfz-Reparaturbedingungen des ZDK, die innerhalb eines Arbeitstages durchgeführt wurden, beträgt die Frist zwei Arbeitstage. Bei langwierigen Dingen muss das Auto binnen einer Woche abgeholt werden. Gelten hingegen die gesetzlichen Regelungen, muss das Auto sofort abgeholt werden, nachdem die Fertigstellung angekündigt werden. Ansonsten werden in allen drei Fällen die ortsüblichen Stand- oder Aufbewahrungsgebühren fällig.
2. Bevor du bezahlst, sieh dir die Rechnung genauer an. Wurde der Kostenvoranschlag eingehalten? Falls nicht, um wie viel wurde er überschritten? Experten zu Folge ist ein Mehrbetrag von maximal 15 Prozent in Ordnung. Sind die aufgeschlüsselten Lohn- und Materialkosten sinnvoll? Falls nicht, kläre das unbedingt vor dem Bezahlen ab.
3. Die meisten Werkstätte handeln nach dem Motto "nur Bares ist Wahres" und geben das Auto nur gegen sofortige Bezahlung der Rechnung raus. Dadurch kannst du noch nicht nachschauen, ob etwaige Schäden (z. B. Kratzer oder Dellen) dazugekommen sind. In diesem Fall solltest du auf der Rechnung des Passus "Zahlung unter Vorbehalt" vermerken, mit der du dir die Möglichkeit offen lässt, später noch auf die Beseitigung von Mängeln hinzuwirken. Achte noch auf dem Werkstatt-Parkplatz auf Verschmutzungen oder Beschädigungen. Solltest du fündig werden, lass diese von der Werkstatt dokumentieren und sofort beseitigen.

Übrigens: Solltest du die Rechnung nicht sofort begleichen können, darf die Werkstatt dein Auto als Pfand einbehalten.

(Bildquelle: pixabay.com / © Skica911).

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