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Vorfreude Weihnachtsmarkt: Vorbereitungen der Standbetreiber und Städte gestartet

Der Countdown der Weihnachtsmarktsaison läuft. Während der erste Weihnachtsmarkt Deutschlands in Bayreuth bereits seit 17. Oktober besucht werden kann, laufen die Vorbereitungen in Dortmund, Hamburg und Co. auf Hochtouren. Nachfolgend Einblicke in die Herausforderungen der Organisatoren und Standbetreiber sowie aktuelle Nachrichten aus der bundesweiten Marktszene. Ergänzend drei der außergewöhnlichsten Weihnachtsmärkte 2019.



Bayreuth ist allen einen Schritt voraus

Was sich bei Eröffnung auf dem Weihnachtsmarkt in Bayreuth abspielte, kann durchaus als kurios betitelt werden. Denn die Veranstalter hatten für mutige Besucher eine besondere Idee: Diejenigen, die sich trauten und am Eröffnungstag in Badekleidung erschienen, durften sich in einer Sauna aufwärmen. Eine clevere Maßnahme, um Aufmerksamkeit zu erregen. Mit Eröffnungsdatum 17. Oktober hätte das das Bayreuther Winterdorf jedoch gar nicht nötig gehabt. Schließlich ist es damit der erste Weihnachtsmarkt, der in Deutschland öffnete. Bis 31. Dezember darf hier nach Herzenslust geschlemmt und eingekauft werden.

Duisburg dekoriert und wappnet sich für den Glühweinverkauf

In Duisburg müssen sich Glühweinliebhaber noch bis 14. November gedulden. Erst dann öffnet der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt für Besucher. Dieses Jahr wieder mit Riesenrad, nachdem es 2018 Probleme mit dem Betreiber gab. Im Oktober war die Belegschaft der Wirtschaftsbetriebe bereits mit dem Platzieren von blauen Tannen beschäftigt. Sowohl Königs- und Kuhstraße als auch Rathaus- und Münzstraße wurden stimmungsvoll verziert. Auch die Standbetreiber stehen in den Startlöchern, um ihren Beitrag zur diesjährigen Jubiläumsauflage des Marktes beizutragen: dem 40. Duisburger Weihnachtsmarkt.

Für Schlagzeilen sorgte Anfang Oktober der Brand in einer Lagerhalle der Stadt, währenddessen das Glühweinschiff „Freyja“ vollständig zerstört wurde, der beliebteste Glühweinstand des Marktes. Ein Schock für Besitzer und Organisatoren. Für 2020 ist zwar ein neues Schiff geplant, beim diesjährigen Markt muss die Stadt jedoch auf den populären Weihnachtstreff verzichten. Immerhin ist es gelungen Ersatz aus Berlin zu organisieren. Ein Stand in Form eines Zwiebelturms, der ansonsten auf dem Weihnachtsmarkt in der Hauptstadt steht, wird 2019 in Duisburg aufgestellt. Auf Glühwein muss während der Öffnungszeit des Duisburger Weihnachtsmarkts vom 14. November bis 30. Dezember daher niemand verzichten. Stattdessen warten zahlreiche Glühweinkessel darauf gelehrt zu werden. Über 30 Liter passen in die größten handelsüblichen Modelle, was laut Produktinformationsportal gluehweinkocher.net bereits mehr als 60 Tassen entspricht. Eine Menge, die während des Weihnachtsgeschäfts zwar viele Male über die Theke gehen muss, damit sich der Betrieb trotz Standgebühren lohnt, über Kundenmangel müssen sich Glühweinstände aber in der Regel keine Sorgen machen. Sie machen im Vergleich zu anderen Verkaufsständen die besten Umsätze. Das bestätigt auch ein Beitrag zum Wirtschaftsfaktor Weihnachtsmarkt bei swrfernsehen.de. „Nach Schätzungen des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) bescheren die Weihnachtsmärkte in Deutschland den Händlern einen Umsatz im einstelligen Milliardenbereich“, so die SWR Aktuelle Wirtschaft Redaktion. Allein gutgehende Imbissstände könnten sich über sechsstellige Umsätze freuen.

Tipp: Für das besondere Erlebnis veranstaltet das Reisebüro für Kultur und Abenteuer Tour de Ruhr Fackelführungen mit Glühweinumtrunk durch das ehemalige Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich. Tickets lassen sich unter tour-de-ruhr.de kaufen.


Essen-Steele will Rekord aufstellen

Tannen spielen auch beim Weihnachtsmarkt in Essen-Steele eine zentrale Rolle. Dort wird ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde angestrebt. Das ambitionierte Ziel: Die höchste Drehtanne in Europa aufstellen. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung am 30. Oktober unter waz.de berichtete, wird sich die rund 15 Meter hohe Tanne „immer zur vollen Stunde fünf Minuten zu weihnachtlichen Melodien der Drehorgel drehen“. Die Eintragung ins Guinness-Buch sei von den Organisatoren bereits in die Wege geleitet. Essen-Steele „weihnachtet“ vom 2. November bis 5. Januar 2020.

Christkindlesmarkt in Karlsruhe

In der Stadt Karlsruhe haben die Aufbauarbeiten für den Christkindlesmarkt begonnen. Innerhalb von rund vier Wochen verwandelt sich die Stadt nun mit zahlreichen Helfern in eine zauberhafte Weihnachtswelt. Eröffnung ist am Dienstag, 26. November. Neben dem fliegenden Weihnachtsmann, der täglich um 17 sowie 19 Uhr über den Friedrichsplatz saust, erwartet die Eiszeit vor dem Karlsruher Schlossplatz Schlittschuhliebhaber.

Der Brunnen am Friedrichsplatz ist inzwischen von Holz bedeckt, damit darüber der begehbare Stand des Familienbetriebs Käthe Wohlfahrt mit Weihnachts- und Geschenkartikeln entstehen kann. 100 Giebelhäuschen sind für die „Waldweihnacht“ angekündigt. Eine „Lichtweihnacht“ führt 2019 durch Lamm- und Kaiserstraße mit eigens gestalteten Lichtfiguren. Am 23. Dezember endet die Budenstadt in Karlsruhe. Gänzlich verzichtet, wird auf Riesenrad und Stände auf dem Marktplatz.

3 außergewöhnliche Weihnachtsmärkte

Deutschland ist reich an attraktiven Weihnachtsmärkten, in jeder Region lässt sich der Zauber der Adventszeit genießen. Dennoch gibt es einige Veranstaltungen, die mit ihrer Raffinesse aus der Reihe tanzen. Drei davon auf einen Blick:

1. Hauptstadtmarkt Berlin: Historisch geht es auf dem Weihnachtsmarkt auf dem ehemaligen Gelände der Reichsbahnausbesserungswerks der Hauptstadt zu. Dort präsentieren Holzschnitzer, Töpfer, Schmiede und viele andere ihre Handwerkskunst. Ein mittelalterlich gestalteter Schauplatz mit Feuer jonglierenden Gauklern, handbetriebenem Holzkarussell und reichlich Schlemmerständen mit herzhaften und süßen Speisen bietet eine willkommene Abwechslung zum Alltag in der kalten Jahreszeit. Programmhöhepunkte sind tägliche Feuershows, Ponyreiten, Ritterburg, Bogenschießen und Axt- sowie Messerwerfen. Aber auch die gemütliche Atmosphäre an den Feuerstellen lockt Gäste auf das Gelände. Geöffnet von 21. November bis 22. Dezember 2019. Lediglich am 24. November, dem Totensonntag bleibt der Weihnachtsmarkt geschlossen.
2. Weihnachtsmarkt Fleetinsel: Maritimes Ambiente garantiert der Hamburger Weihnachtsmarkt auf der Fleetinsel zwischen Hafen und Alster, etwa fünf Gehminuten vom Rathausmarkt entfernt. Die idyllische Lage lädt zu gemütlichen Winterspaziergängen ein. Der Markt ist zwar überschaubar und zählt noch zu den eher weniger bekannten, erfreut sich aber zunehmender Beliebtheit. Unter anderem wegen seiner günstigen Lage und individuellen Romantik. Leckere Spezialitäten, Glühwein und Stände mit Geschenkartikeln dürfen natürlich nicht fehlen. Höhepunkte sind die beiden Segel-Oldtimer aus dem Museumshafen Oevelgönne. Sie werden weihnachtlich beleuchtet und runden die maritime Stimmung gekonnt ab. Für kleine Gäste wird ein Kinderkarussell aufgestellt. Täglich ab 12 Uhr geöffnet vom 25. November bis 23. Dezember.
3. Märchenzauber in München: In der bayerischen Hauptstadt wartet eine charmante Märchenwelt darauf entdeckt zu werden. Nostalgische Jahrmarkthütten, selbstgezimmerte Buden und eine Welt voller Künstler und Artisten prägen den Aufenthalt. Ein toller Markt für Fans des regionalen Handwerks. Auch für Live-Musik ist gesorgt. Geöffnet zwischen 28. November und 29. Dezember. Gruselige Unterhaltung ist am Sonntag, 8. Dezember auf dem Münchner Christkindlmarkt geboten, wenn rund 300 „Krampusse“ am Marienplatz ihren großen Schaulauf veranstalten. Mit aufwändigen Masken und Verkleidungen schlüpfen die Darsteller in die Rolle lustiger Teufel. Etwa 25 Gastgruppen nehmen am Krampuslauf teil. Das Video zum Event 2017 vermittelt einen ersten Eindruck zum Brauchtum:



Ebenfalls einen Besuch wert, sind die Weihnachtsmärkte in Dresden, Stuttgart, Düsseldorf, Bremen, Köln, Frankfurt und Leipzig. Um nur einige der Besonderheiten der deutschen Weihnachtsmarktkultur zu nennen.

Pixabay Bild: stux (Weihnachtsmarkt München)
Vorschaubild von Dar1930 auf Pixabay

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