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Was Sie beim Kauf eines Waffenschranks beachten sollten

Die Zahl der Waffenbesitzer nimmt in Deutschland jährlich zu: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 2017 rund 5,37 Millionen Schusswaffen registriert (Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung). Viele der Eigentümer leben in ländlichen Regionen und engagieren sich in lokalen Schützenvereinen, beispielsweise in Neu-Wulmstorf nahe Hamburg oder im Paderborner Stadtteil Benhausen. Doch auch in den Städten steigt die Zahl der Waffenbesitzer.

Ob Pistole, Revolver oder Jagdgewehr: Die richtige Lagerung ist für jeden Waffenbesitzer von größter Wichtigkeit. Ein Verstoß gegen die gesetzlichen Vorschriften kann schwerwiegende Folgen haben. Das Gesetz sieht in Deutschland vor, dass Lang- und Kurzwaffen in einem Behältnis des Widerstandsgrades 0 – sprich: in einem Waffenschrank – gelagert werden müssen. Hier erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf eines solchen Schranks achten sollten.

Die wichtigsten Schranktypen

Ein Waffenschrank ist ein herkömmlicher Stahlschrank, der jedoch besondere Anforderungen erfüllen muss. Im Hinblick auf Konstruktion, Verschluss und Aufstellung entspricht der Schrank einem Tresor. Die Inneneinrichtung kann meist nach den persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben ausgewählt werden. So kann der Besitzer sich beispielsweise für Halteklammern oder Waffenhalter entscheiden. Zur Lagerung der Munition verfügt der Waffenschrank über ein verschließbares Fach.

Man unterscheidet zwischen Tresor-Waffenschränken mit Metalltüren und Schränken, die mit Glastüren versehen sind. Bei Waffenschränken mit Glastüren steht der dekorative Aspekt im Vordergrund. Solche Modelle eignen sich vor allem, wenn man seltene Sammlerstücke präsentieren möchte. Die Widerstandsfähigkeit von zertifizierten Glastüren ist ebenso hoch wie die von Metalltüren.

Rechtliche Normen und Sicherheitsstufen

Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2017 sind nur noch Waffenschränke zugelassen, die mindestens den Grad 0/N nach DIN EN 1143-1 aufweisen. Vorhandene Sicherheitsbehälter der Stufen A und B nach VDMA 24992 dürfen uneingeschränkt weitergenutzt werden. Das Ziel der Gesetzesnovelle ist, den Verlust von Schusswaffen einzudämmen. Im neuen Waffengesetz findet sich kein Passus zur Verankerung. Die Deutsche Polizeigewerkschaft rät dennoch dazu, den gekauften Waffenschrank zu verankern – insbesondere mit Blick auf die Sorgfaltspflicht (§36 WaffG). Mehr dazu lesen Sie im folgenden Abschnitt.

Verankerung von Waffenschränken

Laut Gesetz müssen Waffenschränke der Sicherheitsklasse 0 verankert werden, wenn sie im Leerzustand mehr als 200 kg wiegen und mehr als 10 Kurzwaffen enthalten. Dasselbe gilt für Waffenschränke mit weniger als 200 kg Leergewicht und mehr als 5 Kurzwaffen. Bei einem Diebstahl zahlt die Versicherung nur, wenn der Waffentresor auch verankert war.

Das ordnungsgemäße Verankern eines Waffenschranks ist kein leichtes Unterfangen: Je nach gewählter Ausführung und den örtlichen Gegebenheiten müssen Löcher in die Wand oder in den Boden gebohrt werden. Insbesondere für Stadtbewohner, die zur Miete wohnen, ist dies schwer zu realisieren. Eine Alternative stellt der Kauf eines Waffenschranks der Klasse 1 dar, der nicht verankert werden muss. Das Gewicht eines solchen Schranks liegt normalerweise im Bereich von 200 kg. Es gibt jedoch auch Klasse 1-Schränke, die 600 kg und mehr wiegen.

Qualitätsanforderungen

Beim Kauf von Waffenschränken spielt die Widerstandsfähigkeit eine zentrale Rolle. Informationen darüber liefert die Zertifizierungsplakette, die an der Innenseite des Schranks angebracht ist. Von Bedeutung ist auch die Verarbeitungsqualität des Innentresors, in dem die Munition aufbewahrt wird. Der Tresor sollte aus einem feuerfesten Material bestehen, damit der Inhalt vor Entzündung geschützt ist. Im Falle eines Brandes kann die unsachgemäße Aufbewahrung von Munition andere Menschen in Lebensgefahr bringen.

Preise und Größen

Im Marktsegment der Waffenschränke variieren die Preise erheblich. Prinzipiell gilt: Je höher die Sicherheitsstufe, desto teurer der Schrank. Kleine Schränke der Sicherheitsstufe 0 sind vergleichsweise günstig, weshalb sie von Städtern mit begrenztem Wohnraum bevorzugt werden. Solche Modelle haben allerdings den Nachteil, dass sie meist keinen Platz für Munition bieten. Mini-Schränke mit einer Breite von 35 oder 40 cm limitieren die Größe der Waffensammlung von vornherein. Wenn der Besitzer zehn Lang- und fünf Kurzwaffen samt Munition deponieren möchte, sollte der Schrank mindestens 60 cm breit sein.

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