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Nachhaltig mobil unterwegs in Hamburg? Das ist nicht immer leicht

Menschen müssen täglich von A nach B, die Frage ist nur, wie sie es tun. Mit dem Auto durch verstopfte Straßen, in überfüllten Bahnen, mithilfe alternativer Konzepte? Es muss sich dringend etwas tun in unserer Stadt, die beim Bundesländerindex Mobilität und Umwelt den drittletzten Platz belegte. Immerhin zwei Plätze nach oben gekämpft! Doch bei den Themen Lärm und Luftschadstoffen fällt Hamburg durch. Das Stadtleben ist schön, doch die Luft ist manchmal echt verdammt dick.

Was kann man tun? Jeder Einzelne ist aufgerufen, seine Mobilität zu überdenken und im besten Fall das Auto stehenzulassen oder ganz auf ein eigenes Gefährt zu verzichten. In vielen Fällen bringt es neben Kosten nämlich auch eine Menge Probleme mit sich, und sei es nur, einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung zu finden.


Nachhaltig mobil - bewährte und neue Möglichkeiten
Im Grunde sollte man sich für jede neue Strecke die bestmögliche Art der Fortbewegung aussuchen. In manchem Kiez ist die Nutzung des Fahrrads eine gefährliche Tortur, weil die Radwege fehlen, auf anderen Strecken klappt es hingegen wunderbar. Oft kann es auch sinnvoll sein, verschiedene Varianten zu kombinieren und etwa das Rad am Bahnhof anzuschließen oder mit dem geliehenen Auto zur Bahn zu fahren.


Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=fx-3v-78eGM 


I want to ride my bicycle

Die Nutzung des Fahrrads bietet sich nur in den Quartieren und auf solchen Strecken an, die über ein gut ausgebautes Radwegenetz verfügen, ansonsten ist es einfach für viele Fahrer zu gefährlich. Unsichere, ältere und sehr junge Fahrer fühlen sich unwohl, wenn sie sich zwischen Autos hindurch schlängeln müssen oder die Radwege zugeparkt werden. Dennoch ist das Fahrrad die Nummer 1, wenn es um nachhaltige Mobilität geht.

2018 lag der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Strecken in Hamburg bei 15 %, eine Steigerung um 3 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Umfrage von 2007. Doch es ist noch viel Luft nach oben und braucht vor allem Raum, damit das Fahrrad auf viel mehr Wegen sicher eingesetzt werden kann.

Wenn die Beine mal müde sind: das E-Bike

Eine sehr gute Alternative für alle, die mit dem Rad auch weitere Strecken zurücklegen wollen, ist ein E-Bike. Bei diesen Rädern kann nach Bedarf die Unterstützung durch einen Motor zugeschaltet werden. Ein gutes E-Bike, dessen Akku ausreichend lange hält, ist eine kleine Investition. Wer das Geld nicht auf einmal parat hat, kann das Fahrrad auch finanzieren und dafür einen günstigen Privatkredit im Netz finden. In Zeiten niedriger Zinsen ist das in jedem Fall preiswerter, als etwa den Dispositionskredit der Hausbank in Anspruch zu nehmen.


Neuer Trend E-Scooter

In Hamburg sind bereits 3000 E-Scooter von mittlerweile fünf Anbietern auf den Straßen unterwegs, die gegen Gebühr geliehen werden und einfach an einem anderen Servicepunkt wieder abgestellt werden können.


Quelle: https://pixabay.com/de/photos/e-scooter-escooter-elektroller-4496668/


Nicht alle Hamburger sind von den Rollern begeistert, manche beschweren sich über rücksichtslose Fahrer, Chaos auf den Straßen oder achtlos abgelegte Scooter, die den Weg versperren. Laut Beobachtungen des ADAC verstößt jeder vierte Fahrer gegen die StVO, indem er etwa zwischen den Fußgängern fährt oder den Scooter gar zu zweit benutzt. Gerade für Touristen bieten sich die Roller an, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, doch man kennt das: In der Fremde benimmt man sich nicht immer optimal.

Ist das Thema E-Scooter vom Tisch?

Das rücksichtslose Verhalten mancher Fahrer ist natürlich nicht den Rollern zuzuschreiben, sondern den Personen selbst, die sich auch bei anderen Gelegenheiten stoffelig benehmen. Ansonsten sind die Scooter ein gutes Werkzeug, um gerade die letzte Meile einfach und schnell zurücklegen zu können. Dass sie ausgeliehen werden können, ist ein großartiges Prinzip. Das Scooter-Sharing ist ebenso wie das Car-Sharing oder das Co-Working absolut zukunftsträchtig. Nachhaltiges Leben bedeutet ja gerade, dass nicht jeder alles kaufen und besitzen muss, sodass Ressourcen eingespart werden können.


Wenn schon Autofahren, dann angepasst
Manchmal die die Fahrt mit dem Auto die beste verfügbare Alternative, weil man eben nicht wie in Altona auf zahlreiche Möglichkeiten des ÖPNV zurückgreifen kann oder einen weiteren Weg vor sich hat. Dann sollte man den Wagen, der im besten Fall geliehen ist oder sich grundsätzlich mit einem Nachbarn oder Freunde geteilt wird, so verwenden, dass er die Umwelt möglichst wenig belastet. Das ist möglich, und so funktioniert es:

- Kurzstrecken vermeiden. Gerade beim Anfahren wird viel Kraftstoff verbraucht. Auch der Katalysator arbeitet nicht sofort, sodass besonders viele Schadstoffe in die Luft entweichen können.
- Vorausschauend fahren. Wer den Verkehr vor sich im Blick hat, der kann auf unnötiges Bremsen und Anfahren verzichten und so eine möglichst gleich bleibende Geschwindigkeit einhalten. Das senkt den Verbrauch von Kraftstoff deutlich.
- Auf den optimalen Reifendruck achten. Ist zu wenig Luft finden Reifen, dann steigt der Benzinverbrauch. Hier lässt sich durch regelmäßige Kontrolle einiges einsparen sowohl bei den Kosten als auch beim CO2 Ausstoß.
- Ein sparsames Auto zulegen. Die jungen Städter haben oftmals das Gefühl, kein Auto zu brauchen. Für sie wäre es eine finanzielle und organisatorische Belastung. Wenn man sich jedoch einen Wagen anschaffen möchte, sollte man darauf achten, ein möglichst sparsames Modell zu wählen. Das ist einerseits gut für die Umwelt und schont das Portemonnaie.

Es ist noch einiges zu tun, wenn unsere Stadt sauberer und ruhiger werden soll, sodass es wieder Spaß macht, sich zu Fuß darin zu bewegen. Bürger sollten sich nicht scheuen, bei ihren Politikern Druck zu machen, um die nötigen Entscheidungen voranzutreiben.


Quelle:
https://pixabay.com/de/photos/hamburg-stadt-stadtmitte-2255755/

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