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Berlin

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Berlin für Gamer

Gamer haben es in den vergangenen Monaten vergleichsweise leicht gehabt. Wer seine Freizeit normalerweise am liebsten in einer Bar, bei einer coolen Party oder bei einem Grillabend mit Freunden verbringt, musste sich auf einmal auf ein Dasein als Stubenho Berlin lässt Gamer Herzen höher schlagen Foto: © Despositphotos

Gamer haben es in den vergangenen Monaten vergleichsweise leicht gehabt. Wer seine Freizeit normalerweise am liebsten in einer Bar, bei einer coolen Party oder bei einem Grillabend mit Freunden verbringt, musste sich auf einmal auf ein Dasein als Stubenhocker einstellen. Wer sich am wohlsten fühlt, wenn er mit dem Controller in der Hand auf der Couch liegt, hatte hier schon einen Vorsprung.

Zwar war der eine oder andere Server wegen des großen Andrangs kurzzeitig einmal überlastet. Insgesamt aber herrschte in der virtuellen Welt eine beruhigende Normalität. Möchtegern-Söldner lieferten sich in Fortnite heiße Feuergefechte, Glücksritter setzten sich im Online-Casino an den Novoline Slot, und Fußballprofis schossen in FIFA 20 Tore als ob nichts wäre. Auf die Dauer kann es aber vorkommen, dass sich selbst der hartgesottene Gaming-Fan nach frischer Luft und ein wenig echter Gesellschaft sehnt. Normalerweise ist das in einer Großstadt wie Berlin kein Problem, denn es gibt genug Angebote, die sich speziell an Gamer richten. Aktuell ist der Betrieb aber noch eingeschränkt. In den nächsten Wochen könnte aber nach und nach wieder Normalität einkehren.

interFace Gaming Bar


Mit dem Motto „Drinks and Games“ richtet sich das interFace mitten in Moabit sowohl an Hardcore-Gamer als auch an jeden, der in entspannter Stimmung einen Cocktail genießen will. Auf dem Fernseher laufen hier statt Fußball grundsätzlich Esports-Turniere. Die Bar ist aber auch dafür bekannt, selbst kleinere Events zu veranstalten. Gespielt wird sowohl digital auf der Konsole als auch analog auf dem Spielbrett. Und natürlich darf auch einer Kickertisch nicht fehlen. Seit Anfang Juni ist das interFace zwar wieder geöffnet, auf das Spielangebot müssen Gäste aber vorerst ganz verzichten.

Gamer müssen sich daher vorerst damit begnügen, sich gemeinsam über den neuesten Patch in ihrem Lieblingsspiel zu echauffieren. Wann wieder erste Events veranstaltet werden können, ist noch unklar.

Computerspielemuseum


Während es Esports-Bars mittlerweile in jeder größeren Stadt gibt, beherbergt Berlin eine echte Besonderheit: Ein Computerspielemuseum in der Karl-Marx-Allee, das erste seiner Art in ganz Europa. Mehr als dreihundert Exponate zeichnen den Weg von den ersten Tagen des Computerspiels bis in die aktuelle Zeit.

Zu besichtigen sind unter anderem der originale Pong-Automat, seltene Merchandise-Artikel und verschiedene exotische Spielgeräte. Das Museum hat schon wieder geöffnet, allerdings müssen Tickets vorab im Online-Shop für ein bestimmtes Zeitfenster gebucht werden. Der Eintritt beträgt 9 € für Erwachsene und 6 € für verschiedene Ermäßigungsgruppen. Noch bis Ende September ist eine Sonderausstellung über die Darstellung von Essen in Computerspielen mit dem Titel „Die digitale Küche – Mit Essen spielt man (nicht)“ zu sehen.

EXIT VR


Escape Rooms sind ein beliebter Zeitvertreib für Gruppen. Dem ein oder anderen Gamer könnten sie aber etwas zu analog sein. Es sei denn, er besucht die Location von Exit in Berlin Mitte. Dort gibt es seit einiger Zeit nämlich etwas ganz besonderes: Escape-Spiele in der virtuellen Realität. Beispielsweise kann man in einer fernen Zukunft die Zerstörung der Welt durch bösartige Maschinen verhindern.

Wer lieber in die Vergangenheit reisen möchte, kann in die Welt von Assassin’s Creed eintauchen - wahlweise im antiken Griechenland oder zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Sinai. Seit dem 11. Juni ist die Exit-Location wieder für Besucher geöffnet. Vorerst dürfen höchstens 5 Personen aus bis zu zwei Haushalten an einem Spiel teilnehmen. Zudem ist das Spielangebot auf die beliebtesten Titel beschränkt. Auf eine Tasse Kaffee vor dem Besuch sollten Teilnehmer besser verzichten. Denn die Sanitäranlagen sind vorübergehend geschlossen.

VR Lounge


Ein weiteres VR-Erlebnis in Berlin bietet die VR-Lounge. Wer möchte, kann sich dort in der virtuellen Realität zum Weltraumpiraten ausbilden lassen, Zombies bekämpfen oder Wanderungen in der unberührten Natur machen. Für eine Spielzeit von einer Stunde ist dabei eine Gebühr von 29 Euro fällig. Das ist nicht ganz billig. Allerdings ist die Lounge mit modernster Technologie ausgestattet und wurde von Eventsofa zu einer der Top Locations 2018 gekürt. Leider ist die VR-Lounge aktuell noch ganz geschlossen und ein Termin für die Wiedereröffnung steht nicht fest. Allerdings ist damit zu rechnen, dass auch diese Einrichtung ihren Betrieb demnächst wieder aufnehmen darf.

GameOn Berlin


Leider ist es nicht möglich, in die GameOn Event-Location einfach so hereinzuspazieren. Das ist schade, denn dort findet sich eine Sammlung echter Arcade-Klassiker sowie Rennsimulatoren und Virtual-Reality-Geräte. Allerdings kann die Location ganz einfach für Gruppen ab zehn Personen gemietet werden. Ob Geburtstagsfeier, Junggesellenabschied oder LAN-Party: Hier können Gruppen herkommen um gemeinsam zu zocken, was das Zeug hält. Außerdem finden hier immer wieder öffentliche Veranstaltungen statt, darunter Esports-Turniere am PC oder auf der Konsole und Esports Live-Übertragungen. Auch das GameOn muss derzeit allerdings noch aufgrund der geltenden Auflagen in Berlin pausieren. Bis dort wieder größere Veranstaltungen stattfinden können, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen.

Penta Esport-Leistungszentrum


Nicht nur für Hobby-Gamer gibt es in Berlin Angebote. Die Stadt beherbergt auch das erste Esport-Leistungszentrum in ganz Deutschland, wo seit 2017 professionelle Gamer an ihren Fähigkeiten feilen können. Im Gaming-Bootcamp können Esports-Teams gemeinsam trainieren und ihre Strategie ausarbeiten. Dazu stehen modernste Hardware sowie bequeme Gaming-Sessel und eine Glasfaser-Internetverbindung zur Verfügung. Und auch Coaching-Angebote für angehende Esports-Profis stehen zur Verfügung. Das alles steht unter dem Zeichen des Penta Esports-Teams, das eine der erfolgreichsten deutschen Gruppierungen ist. Wer es mit dem Zocken ernst meint, findet hier also mitten in Berlin eine Anlaufstelle.

Games Academy


Natürlich haben nicht alle begnadeten Zocker gleich das Zeug zum Profi. Wer trotzdem Hobby und Karriere vereinen möchte, kann eine Laufbahn in der Spielentwicklung einschlagen. Ein möglicher Startpunkt ist die Games Academy, wo verschiedene Ausbildungen zu diesem Thema angeboten werden, die vom Land Berlin staatlich anerkannt sind. Dazu gehört beispielsweise der Kurs Game Design, wo neben Grundlagen zur Gestaltung von Spielen auch rechtliches und betriebswirtschaftliches Wissen vermittelt werden. Wer sich eher in einer kreativen Rolle sieht, kann einen Abschluss als Digital Artist machen.

Andere Ausbildungsschwerpunkte sind die Spielprogrammierung, Game Production oder das Nutzererlebnis. Normalerweise bietet die Games Academy für Interessierte regelmäßig Schnupperkurse an. Stattdessen gibt es aktuell Online-Workshops, die ohne Präsenz auskommen. In einem dreitägigen Crashkurs werden dort interessante und nützliche Inhalte zu verschiedenen Themen vermittelt. Wer sich für einen Platz in einem der Ausbildungskurse interessiert, kann sich im Rahmen eines Online-Infoabends näher informieren.

VÖ: Lotte Müller
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