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DM vs. Rossmann: Welche Drogeriemarktkette dominiert den Berliner-Markt?

 Und an den beiden größten Ketten in Deutschland, dm und Rossmann, führt dabei zwangsläufig kaum ein Weg vorbei.   In den Städten zummeln sich die Drogerieketten Riesen Foto: © Unsplash

Ob Duschgel, Babynahrung, Make-Up oder Haushaltsbedarf: irgendein Grund findet sich immer, einen Drogeriemarkt aufzusuchen. Und an den beiden größten Ketten in Deutschland, dm und Rossmann, führt dabei zwangsläufig kaum ein Weg vorbei.   Doch welcher Drogeriemarkt ist die Nummer eins? Fragt man die Kunden scheint die Antwort klar - schließlich verweist dm in der Verbraucherumfrage “Kundenmonitor Deutschland” die Konkurrenz - darunter auch Rossmann - regelmäßig auf die Plätze, wie dieser Artikel zeigt.   Auch die nackten Zahlen scheinen eine klare Sprache zu sprechen. Schnell entsteht der Eindruck, dass es sich um ein Kräftemessen unter denkbar ungleichen Voraussetzungen zu handeln scheint - schließlich ist dm die größte Drogeriemarktkette in Europa.   Ein genauerer Blick zeigt jedoch, dass es sich weniger um ein einen Kampf David gegen Goliath, sondern vielmehr um ein Duell der Giganten handelt.  


Bildquelle: Statista  

Denn sowohl dm als auch Rossmann sind was den Umsatz angeht der Konkurrenz längst enteilt, wie die obige Grafik zeigt. Während dm mehr als 8 Milliarden Euro jährlich umsetzt, sind es bei Rossmann beachtliche 7 Milliarden. Auf einem abgeschlagenen dritten Platz landet Müller mit etwa 4 Milliarden Euro Umsatz.   Doch wie sieht es in Berlin aus? Welche Drogeriemarktkette kann sich in der Hauptstadt die Krone aufsetzen? Wir haben ganz genau hingeschaut und sowohl das Filialnetz als auch die Online-Auftritte der beiden Platzhirsche verglichen.

Welche Drogeriemarktkette hat die meisten Filialen in Berlin?

  Wer nach Make-Up, Parfüms oder anderen Kosmetika sucht, der möchte die einzelnen Produkte in der Hand halten und etwa auch daran riechen können. Deswegen und weil viele der in Drogerien angebotenen Produkte mitunter sehr spontan und dann aber auch dringend benötigt werden, ist das Filialgeschäft für Drogeriemärkte nicht nur in der Hauptstadt enorm wichtig.   Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, welche Drogeriemarktkette in Berlin die Nase vorn hat. Vor einigen Jahren wäre die Antwort darauf nicht allzu schwer gefallen. Denn bis zur Jahrtausendwende gab es zwischen Rossmann und dm kaum ernsthaften Wettbewerb. Stattdessen konzentrierte sich jede der beiden Ketten auf eine andere Region Deutschlands. Während dm sein Filialnetz im Süden der Republik spannte, konzentrierte sich Rossmann vornehmlich auf den Norden und den Osten Deutschlands - und damit auch Berlin.  

Doch das änderte sich vor rund 20 Jahren, als dm auch in den Norden und Rossmann in den Süden expandierte. 2004 wurde die erste dm-Filiale in Berlin eröffnet, 2012 bereits Nummer 50 im Stadtteil Tempelhof. Bis heute hat sich diese Zahl nochmals mehr als verdoppelt, 111 Filialen sind es mittlerweile an der Zahl.   Konnte dm Rossmann mit diesem starken Wachstumskurs sogar von der Spitze verdrängen? Nicht ganz - wenn auch knapp. Denn Rossmann betreibt zum gleichen Zeitpunkt 112 Filialen in Berlin, also eine mehr als der größte Konkurrent.   Man darf gespannt sein, wie sich das Rennen in Zukunft entwickeln wird, da beide Unternehmen in Punkto Filialen weiterhin auf Wachstumskurs sind.

Wohlfühlfaktor: Rossmann holt dank Modernisierungskurs auf

  Die Dichte des Filialnetzes ist bei der Beurteilung der führenden Drogeriemarktkette auf dem Berliner Markt nur eine Seite der Medaille. Ein anderer wichtiger Faktor sind die einzelnen Filialen selbst.   Hier hatte dm mit weiträumigen und lichtdurchfluteten Filialen, die passend zum Produktangebot wahren Wohlfühloasen glichen, stets die Nase vorn. Rossmann hingegen genießt hier ein eher pragmatisch geprägtes Image. Man denke etwa an die Filiale im Bahnhof Alexanderplatz mit ihren engen Gängen zwischen den Regalen, durch die kaum zwei Kunden gleichzeitig gehen können...   Doch das ändert sich in den letzten Jahren. Bei neuen Filialen setzt Rossmann auf ähnliche Konzepte wie dm: breite Gänge, ein durchdachtes Lichtkonzept und moderne Kassenbereiche sollen die Lücke zum Marktführer in dieser Hinsicht schließen.   Und das Warenangebot? Auch hier holt Rossmann langsam auf. Neben einer dringend benötigten Neugestaltung der bisher mitunter sehr bieder daherkommenden Eigenmarken arbeitet Rossmann an einem zeitgemäßen Ausbau des Sortiments.   So darf es als Coup betrachtet werden, dass Rossmann mittlerweile die beliebten Bio-Produkte von Alnatura im Sortiment führt, nachdem diese bei dm ausgelistet wurde. Welche weiteren Artikel einen beim Gang in die Rossmann Filiale erwarten kann man stets aktuell hier im Rossmann Prospekt einsehen.

Rossmann oder dm - wer hat im Netz die Nase vorn?

  Wie im vergangenen Absatz bereits angedeutet spielt der Onlinehandel für die großen Drogeriemarktketten entgegen dem allgemeinen Trend nur eine untergeordnete Rolle. Ob das daran liegt, dass das Angebot nicht gut genug ist oder die Kunden einfach den Gang in der Filiale bevorzugen lässt sich nicht mit 100%-iger Sicherheit sagen.   Sicher ist jedoch, dass man die beiden Marktführer in der Liste der Umsatzstärksten Online-Shops im Drogerie- und Gesundheitsbereich vergeblich sucht, wie die untenstehende Grafik zeigt.   Zum Vergleich: der fünftplatzierte in der Liste, die Parfümerie Douglas, hat einen Gesamtumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro und damit nur die Hälfte von dm oder Rossmann. Es scheint hier also noch einiges an Luft nach oben zu geben.    


Bildquelle: Statista

Dass das Online-Geschäft bei den beiden Drogerie-Riesen nicht so recht anläuft verwundert ein wenig. Schließlich betreibt Rossmann seinen Online Shop schon seit 1999. Wie schneiden die Plattformen also auf den ersten Blick ab?   Für Berliner bietet Rossmann die interessante Möglichkeit, eine Online-Bestellung dank der Kooperation mit Amazon Now bereits innerhalb von 2 Stunden zu erhalten. Alternativ kann man sich die gewünschten Artikel auch in eine Filiale der Wahl liefern lassen.  

Dm kann hier nicht ganz mithalten. Im erst 2015 gestarteten Online Shop gibt es neben dem Standardversand auch die Möglichkeit einer Expresslieferung in eine Filiale. Beides ist jedoch nicht umsonst: die Lieferung schlägt mit 4,95 Euro pro Paket zu Buche, die Express-Abholung mit 2,95 Euro. Hier hat Rossmann auf den ersten Blick die Nase vorn.  

Beide Ketten bieten auch eine eigene App, die vor allem mit Gutscheinen und Coupons beim Kunden punkten wollen. So konnte dm etwa dank neuer Rabatt-Aktionen und personalisierten Coupons im Januar 2020 sogar bis an die Spitze der Charts stürmen: konkret bis auf Platz zwei im App Store. Warum günstiger jedoch nicht immer besser ist erklären wir in diesem Artikel.  

Fazit: der Kampf um Berlins Drogerie-Krone ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen!

  Und wer ist nun die Nummer eins der Drogeriemarktketten in Berlin? In Punkto Umsatz und Kundenzufriedenheit scheint dm immer noch die klare Nummer eins zu sein.   Doch Rossmann scheint mit aller Gewalt aufholen zu wollen: neben einem starken Expansionskurs mit immer mehr neuen Filialen sind es vor allem die Bemühungen um ein verbessertes Image, die den Kampf um die Nummer Eins unter den Drogeriemärkten in der näheren Zukunft durchaus offen halten.   Den Verbraucher kann das nur freuen - schließlich verbessert der Wettkampf nicht nur das Einkaufserlebnis. Sondern hat darüber hinaus auch den schönen Nebeneffekt, dass sich die beiden Marktführer gefühlt gegenseitig immer mehr mit Angeboten und Rabattaktionen unterbieten wollen.