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Cannabis in Europa – Welches Land legalisiert zuerst?

 Den Anfang machte Uru-guay, später folgten Teile der USA, Kanada und Südafrika. In den letzten Jahren haben zahlreiche Länder Cannabis legalisiert. Foto: © Despositphotos

In den letzten Jahren haben zahlreiche Länder Cannabis legalisiert. Den Anfang machte Uru-guay, später folgten Teile der USA, Kanada und Südafrika. In Europa gibt es hingegen noch kein einziges Land, wo Cannabis für den Freizeitgebrauch legal ist. Mancherorts wurde die Droge zwar entkriminalisiert, sodass der Besitz von kleinen Mengen straffrei ist. In einigen Ländern darf Cannabis sogar unter gewissen Bedingungen verkauft werden. Aber von einer echten Legalisierung ist Europa noch weit entfernt. Es gibt zwar immer wieder entsprechende Gesetzesinitiativen, auch in Deutschland. Diese sind aber bisher jedes Mal in den Parlamenten gescheitert. Früher oder später kommt die Legalisierung aber auch in Europa, da sind sich viele Beobachter einig. Aber welches Land wird den Anfang machen?

Kandidat 1: Deutschland

Einige deutsche Bundesländer sind schon jetzt äußerst großzügig, was die Freimengen für Can-nabis angeht. So stellen Berlin, Thüringen und Rheinland-Pfalz bei Mengen bis 10 Gramm in der Regel die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ein. Und die Grünen haben bereits wieder-holt versucht, im Bundestag die Legalisierung von Cannabis durchzusetzen – bislang aber ohne Erfolg. Das könnte sich ändern, wenn die Grünen nach der kommenden Bundestagswahl in der Regierung sitzen. Andererseits: Wenn eine Partei aus der Opposition in die Regierung wechselt, soll gelegentlich ein Kurswechsel vorkommen.

Kandidat 2: Niederlande

Die Niederlande nahmen lange Zeit eine Vorreiterrolle bei der Cannabispolitik ein. Der Besitz von kleinen Mengen wird dort schon seit den 1970er Jahren toleriert und die Coffeeshops, die quasi-legal Cannabis verkaufen, sind in Europa einzigartig. Für viele Einwohner von Düsseldorf oder Köln ist es ganz selbstverständlich, zum gepflegten Cannabis-Genuss über die Grenze zu fahren. Und ein holländischer Online-Shop namens Zamnesia versorgt Kunden in zahlreichen EU-Ländern mit Hanfsamen für den Eigenanbau. Die Legalisierung wäre für die Niederlande also nur ein kleiner Schritt.

Kandidat 3: Luxemburg

Eigentlich hat die Regierung von Luxemburg die Legalisierung von Cannabis schon fest einge-plant. Nach der letzten Parlamentswahl im Jahr 2018 schrieben die regierenden Parteien die-ses Ziel im Koalitionsvertrag fest. 2019 stellte er Gesundheitsminister einen konkreten Zeitplan in Aussicht: Nach einer Vorbereitungsphase sollte die Legalisierung 2022 in Kraft treten. Allerdings ist dieses Vorhaben ins Stocken geraten. Im letzten Jahr hat das Gesundheitsminis-terium verständlicherweise andere Prioritäten gehabt. Andererseits: So kompliziert kann die Angelegenheit auch wieder nicht sein. Vielleicht macht die Regierung doch noch einen Rück-zieher?

Kandidat 4: Spanien

Auch Spanien geht vergleichsweise locker mit dem Thema Cannabis um. Der Verkauf von Can-nabis ist zwar illegal, aber es ist erlaubt, innerhalb der eigenen Wohnung Cannabispflanzen für den Eigenbedarf anzubauen. Wichtig ist allerdings, dass die Pflanzen nicht von außen sicht-bar sind – der Balkon oder das Fensterbrett sind also tabu. In Katalonien gibt es zudem legale Cannabis-Clubs, die bis zu 150 Kilogramm Cannabis im Jahr produzieren und an ihre Mitglieder verteilen dürfen. Auch in Spanien wäre es also nur ein kleiner Schritt zur vollständigen Legali-sierung.

Vielleicht wird es auch ein ganz anderes Land sein, das in Europa den ersten Schritt geht. Wei-tere mögliche Kandidaten wären beispielsweise Tschechien oder Österreich. Wenn erst ein-mal ein Land den ersten Schritt gemacht hat, dürften die übrigen früher oder später folgen.