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Die Einstellung zu Cannabis im Wandel

Cannabis weist medizinisches Potential auf CBD erhält due Anerkennung des medizinischen Potentials Foto: © Depositphotos Inc

Cannabis hatte lange Zeit einen schlechten Ruf. Für große Teile der Gesellschaft war klar: Wer kifft, ist ein Taugenichts, der verantwortungslos durch das Leben geht und nichts auf die Reihe kriegt. Diese Wahrnehmung konnte sich auch deshalb so lange halten, weil Cannabiskonsumenten ihre Gewohnheit verstecken mussten. Heute gerät dieses Weltbild mehr und mehr ins Wanken. Die Zustimmung zur Cannabis-Prohibition sinkt immer weiter und viele Parteien haben die Legalisierung mittlerweile offiziell als Ziel in ihr Programm aufgenommen. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Und wie ist sie eigentlich aus gesellschaftlicher Sicht zu bewerten?

Anerkennung des medizinischen Potentials


Den Anstoß für die zunehmende Akzeptanz von Cannabis hat wohl die Erkenntnis gebracht, dass der Stoff tatsächlich medizinisches Potential aufweist. In der Schulmedizin ist die Skepsis gegenüber pflanzlichen Wirkstoffen meist groß. Aber selbst konservative Ärzte und die Krankenkassen halten medizinisches Cannabis mittlerweile bei bestimmten Erkrankungen für sinnvoll. Die Erfahrungen aus der Medizin haben gezeigt, dass Cannabispatienten problemlos als Mitglieder der Gesellschaft funktionieren können. Damit war einer der wichtigsten Vorbehalte gegenüber der Legalisierung von Cannabis widerlegt. Mittlerweile bekommen in Deutschland zehntausende Menschen Cannabis auf Rezept, sodass an dieser Erkenntnis kaum noch Zweifel bestehen können. 

CBD als Türöffner

Seit einiger Zeit ist Cannabis nahezu überall erhältlich. Genauer gesagt: ein Extrakt aus Cannabis namens CBD. Er ist nicht psychoaktiv und daher auch in Deutschland legal. Produkte mit CBD gibt es vor allem im Internet zu kaufen, aber auch in der Drogerie oder in der Apotheke – teilweise sogar im Supermarkt. Und auch im Vaping-Fachhandel stößt man immer öfter auf CBD Liquid, ein legales Produkt für Vaporizer. Damit ist es ganz offiziell auch gestattet, in der Öffentlichkeit ein Cannabis-Extrakt zu verdampfen. Negative Folgen für die Gesellschaft hat bislang vermutlich niemand bemerkt. Und selbst einige Cannabis-Skeptiker dürften aus gesundheitlichen Gründen selbst schon Erfahrungen mit CBD gesammelt haben.

Legalisierung hat sich bewährt

Auch die Erfahrungen aus US-Bundesstaaten wie Kalifornien und Colorado sowie aus Kanada haben hierzulande Eindruck gemacht. Dort ist es mittlerweile ganz selbstverständlich, in ein Geschäft zu spazieren und sich einen Beutel voll Marihuana zu kaufen. Die befürchteten Probleme sind ausgeblieben. Es kam weder zu einer Zunahme der Kriminalität noch zu mehr Verkehrsunfällen oder gar einer sinkenden Arbeitsproduktivität – vermutlich auch deshalb, weil die Legalisierung gar keine großen Auswirkungen auf den Konsum hatte. Dafür entstanden neue Arbeitsplätze und zusätzliche Steuereinnahmen, die Ausgaben für die Strafverfolgung sanken. Für die Gesellschaft also ein echter Zugewinn – oder doch nicht?

Bewertung der Entwicklung

Es ist in jedem Fall als positiv anzusehen, dass Cannabis-Konsumenten heutzutage nicht mehr schief angeschaut werden. Das hilft schließlich niemandem. Trotzdem birgt die steigende gesellschaftliche Akzeptanz des Cannabis-Konsums auch Risiken. Langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit werden möglicherweise ausgeblendet. Und der Erfolg von Kampagnen gegen den Konsum von Tabak und Alkohol wird ausgehebelt, wenn stattdessen Cannabis das neue Genussmittel der Wahl wird. Auch wenn es irgendwann einmal zu einer Legalisierung kommt, sollte die Gesellschaft einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis erlernen. Dazu gehört es, die Risiken des Konsums weder zu übertreiben noch zu verharmlosen. Genauso wie beim Alkohol, müssen auch beim Cannabis gewisse Grenzen gelten.