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Arbeiten in der Stadt – Diese Jobs hat nur die Stadt zu bieten

Menschenmenge auf Treppe In Städten ist die Jobauswahl vielfältig, hier findet die breite Masse etwas Foto: © Pixabay

Gibt es sie wirklich, die Jobs, die es nur in der Stadt gibt? Klar, gibt es sie. Messehallen, Flughäfen oder Universitäten sind im ländlichen Raum nun einmal nicht zu finden und Kulturevents im großen Stil, finden auch meist in der Stadt statt.

Jobs in der Stadt – diese gibt es

Fürs Leben in der Stadt muss man gemacht sein. Es ist zwar nicht überall laut, stickig und voll, doch tatsächlich kosten Mieten in Städten mehr und je zentraler die Lage, desto höher werden sie. Auch andere Lebenskosten können teurer sein, wobei sich Einsparmöglichkeiten auf anderen Ebenen ergeben können. Die Auswahl an größeren Supermärkten, die durch einen härteren Preiskampf um Kunden werben, sind Vorteile der Stadt, ebenso wie kurze Wege, bessere Anbindung und zahlreiche kulturelle Angebote oder Freizeiteinrichtungen. Trotzdem muss man sich das Stadtleben leisten können, das geht am besten mit einem guten Job.

Behörden und Institutionen

Ein Dorf, ein Rathaus. In dem arbeiten meist nur wenige Verwaltungsfachangestellte. Der Bürgermeister geht einem Brotjob  nach und ist Gemeindeoberhaupt im Ehrenamt. Entsprechend sind die Jobs für Verwaltungsfachkräfte doch eher in Städten zu finden. Je höher die Wichtigkeit der Verwaltungsaufgaben, desto eher sind die Jobs an Städte gebunden. Gefängnisse, Gerichte, Landratsämter etc. sind nur einige der Beispiele hierfür. Dorfkinder sind meist mit Schulbussen unterwegs. Größere Gemeinden haben zwar oft noch eine Grundschule, doch für die weiterführenden Schulen sind die nächst größeren Orte und Kleinstädte zuständig. Entsprechend geht es bereits Lehrern so, dass sie eher Jobs in der Stadt finden, als auf dem Dorf. Selbst Kleinstädte können Krankenhäuser nicht halten, Kliniken gibt es bis auf wenige Ausnahmen auch fast ausschließlich in Städten, jedenfalls wenn es um die medizinische Notfallversorgung geht. Rehakliniken profitieren wiederum davon, sich in idyllischer Lage zu befinden. Museen, Universitäten und Theater sind ebenfalls auf gute Erreichbarkeit angewiesen. Das ländliche Heimatmuseum kann in touristischen Gegenden tragfähig sein, doch größere Museen, die Kunsthistorikern, Museumspädagogen oder Archäologen einen Arbeitsplatz bieten können, befinden sich in größeren Städten.

Verkehr und Transport

Häfen, Güterbahnhöfe, Straßenbahndepots oder Flughäfen sind in abgelegenen Ortschaften mit geringer Bevölkerungszahl ebenfalls nicht zu finden. Kleinere Segelflughäfen können zwar schon mal etwas abgelegen sein, doch touristischer Flugverkehr und Gütertransporte auf dem Luftweg nehmen ihren Start- und Landepunkt in Großstädten ein. Sie bieten zudem zahlreiche Jobs, die so spezifisch sind, dass sie abseits der Areale gar nicht zu finden sind. Zoll-, Sicherheits- und Flugpersonal kann zwar gut auf dem Land leben, arbeiten muss es jedoch dort, wo Menschen, Güter und Verkehrsmittel aufeinandertreffen.

Kultur und Freizeit

Gastronomie, Events, Theater oder Kino sind ebenfalls Arbeitsplätze, die sich Städtern bieten. Wer in den Managementbereich dieser Branchen möchte, findet attraktive Stellen. Abgesehen von Planung und Durchführung, stellt auch die Bereitstellung von Locations ein lukratives Arbeitsfeld dar. Natürlich gibt es tolle Locations für private Events im ländlichen Raum. Doch bedeutende Veranstaltungen im Kultur- oder Freizeitbereich sind schon aufgrund der besseren Infrastruktur und Erreichbarkeit eher in Städten zu verorten.

Einen Job finden

Schon aufgrund der räumlichen Nähe vieler verschiedener Unternehmen, lässt sich in der Stadt eher ein Job finden als auf dem Land. Je spezieller die eigene berufliche Qualifikation, desto schwieriger kann es jedoch sein, eine Stelle zu finden. Denn ein Nachteil ist natürlich auch der, dass es in der Stadt deutlich mehr Mitbewerber gibt.

Coaches oder Jobratgeber haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Klienten bei der Jobsuche zu unterstützen. Dies kann beim Erstellen von ansprechenden und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen beginnen, zu einem Training des Vorstellungsgesprächs übergehen und bis zu der Erstellung eines Bildungsbedarfsplans reichen. Der Vorteil dieser Dienstleister liegt darin, dass sie die Region kennen und oft über ein sehr aktives Netzwerk verfügen. Sie sind Mittler zwischen Jobsuchenden und Unternehmen und haben ggf. Informationen über strukturelle Veränderungen in Firmen oder offene Stellen, die noch nicht für die Allgemeinheit zugänglich gemacht wurden. Hiervon profitieren die Klienten und Unternehmen gleichermaßen. Jobsuchende bekommen wertvolle Tipps und Unternehmen müssen sich nicht durch eine Vielzahl an Bewerbungen kämpfen.

Berufe, die es nur in Städten gibt

Jobs sind das Eine – Berufe das andere. Einige Branchen sind überall aktiv, andere jedoch an Städte gebunden. Entsprechend können Straßenbahnfahrer meist nicht auf dem Land arbeiten. Zwar gilt Bremen als Dorf mit Straßenbahn – dabei ist die Stadt sogar ein eigenes  Bundesland. Alle Berufe die mit Häfen zu tun haben, sind ebenfalls an Städte gebunden. An Flüssen gibt es zwar durchaus auch Anlegestellen für Ausflugsdampfer, doch Umschlag von Gütern, Wartung von Schiffen usw. findet in Hafenstädten statt.

Es gibt sogar Berufe, die es nur in einigen oder einen einzigen Stadt gibt, weil sie an örtliche Gegebenheiten gebunden sind. Für Freiburg im Breisgau wäre dies der Freiburger Bächleputzer, wobei die Stadt noch diverse weitere typische Berufe hat. Doch während Käsekuchen überall verkauft wird, gibt es die Bächle halt nicht überall. Die untere Instanz im Gerichtswesen ist das Amtsgericht. Das kann es durchaus auch in Kleinststädten geben, auf einem Dorf jedoch nie.

Einige Berufe gab es früher zwar durchaus auf dem Land, doch sie sterben nach und nach aus. Der Landarzt, der mit seinem Koffer auf Tour geht, um Hausbesuche zu machen, gehört der Vergangenheit an. Hausarztpraxen auf dem Lande, werden nur schwer wieder besetzt und Fachärzte sind ohnehin auf ein größeres Einzugsgebiet angewiesen, so dass sie sich aufgrund der besseren Erreichbarkeit in Orten niederlassen, die gut erreichbar sind.

Der demografische Wandel

Die Bebauung freier Flächen führt verstärkt dazu, dass Dörfer von Städten eingemeindet werden. Damit kann es natürlich auch Dörfer geben, die über gut ausgelastete Gewerbegebiete verfügen und namhaften Wirtschaftsunternehmen eine Heimat bieten. Allerdings beeinflusst der demografische Wandel auch die Wahl von Standorten für Unternehmen. War es früher hipp, eine Grafikagentur in einem Industriegebäude zu sein, so bevorzugen die Nachwuchskräfte das Arbeiten im Grünen. Entsprechend können Jobs sich natürlich auch örtlich verlagern. Paketdienstleister und Speditionen können auf den ländlichen Raum ausweichen, sofern dieser mit einem leistungsstarken Straßennetz versehen ist. Alles was via Schienen-, Wasser- oder Luftverkehr abgewickelt werden muss, lässt sich jedoch nicht so ohne weiteres verlagern. Fazit: Das Leben in der Stadt ist teurer, dafür bietet die Stadt beruflich mehr. Sowohl von den Branchen, wie auch von den Berufen sind Städte vielseitiger. Ganze Wirtschaftszweige oder Dienstleistungsbranchen sind sogar an Städte gebunden.