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Ausschreibungen – warum es dort mehrere Gewinner gibt

Bei Ausschreibungen denken die meisten Menschen an Behörden, die über ein formalistisches Verfahren Waren und Dienstleistungen einkaufen. Allerdings setzen zunehmend auch Unternehmen und sogar private Haushalte auf die Vorteile dieses Instruments.

Die öffentliche Hand und das Vergaberecht

Die öffentliche Hand ist an das sogenannte Vergaberecht gebunden. Dabei handelt es sich um ein Sammelsurium von Vergabeordnungen, Gesetzen, Verordnungen und höchstrichterlichen Urteilen, die nähere Regelungen zum Einkauf von Liefer-, Bau- und Dienstleistungen enthalten. Das Vergaberecht stellt sicher, dass die öffentliche Hand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis erhält und die Steuergelder möglichst sparsam eingesetzt werden. Sowohl Wettbewerb als auch Transparenz und Gleichbehandlung sind dabei wichtige Eckpfeiler. Zunehmend nutzen auch Unternehmen, verschiedene Personenvereinigungen und private Haushalte die Möglichkeit, über Ausschreibungen Waren und Dienstleistungen zu beziehen. Allerdings gelten bei den privaten Ausschreibungen etwas andere Spielregeln.

Gewerbliche Ausschreibungen – das sind die Unterschiede

Als gewerbliche Ausschreibungen werden die Ausschreibungen bezeichnet, die nicht von einer öffentlichen Stelle und jenseits des Vergaberechts durchgeführt werden. Private Auftraggeber müssen nicht wie Behörden die Vielzahl von gesetzlichen und verwaltungsrechtlichen Pflichten erfüllen. Aus diesem Grunde kann letztendlich jeder eine gewerbliche Ausschreibung veröffentlichen. Da keine bestimmten Formalitäten vorgeschrieben sind, kann das Verfahren auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.

Welche Leistungen häufig gewerblich ausgeschrieben werden

Bei einer gewerblichen Ausschreibung können die verschiedensten Waren und Dienstleistungen Gegenstand sein. Auf den einschlägigen Portalen sind zum Beispiel Sicherheitsdienstleistungen keine Seltenheit. Neben dem Einzelhandel suchen auch Veranstaltungsorganisatoren und verschiedene Unternehmen nach einem Objektschutz oder einer Einlasskontrolle, die von einer spezialisierten Firma durchgeführt wird. Darüber hinaus sind Bau- und Handwerkerleistungen sehr gefragt.

Von Rohbauarbeiten über Maler- und Lackierarbeiten bis hin zu Elektroarbeiten nutzen nicht nur Unternehmen, sondern auch private Haushalte die Möglichkeit, über eine Ausschreibung mehrere Angebote zu erhalten. Von der Errichtung eines vollständigen Gebäudes bis zur energetischen Sanierung sind die gewerblichen Ausschreibungen äußerst divers ausgerichtet. Auch Badsanierungsarbeiten gehören zu den häufig ausgeschriebenen Leistungen. Als weitere Ausschreibungsgegenstände sind Umzüge, IT-Dienstleistungen, Kleidung und Marketingmaßnahmen zu nennen. Letztendlich ist nahezu jede Ware und Dienstleistung für eine Ausschreibung geeignet.

Diese Vorteile ergeben sich für Auftraggeber


Mit einer gewerblichen Ausschreibung erreichen Auftraggeber auf einen Schlag einen großen Kreis von geeigneten Unternehmen. Damit kann eine händische, mühselige Suche nach Firmen unterbleiben. Da sich nur die Unternehmen um den Auftrag bemühen, die über ausreichend Kapazitäten verfügen, sind keine Absagen wegen Kapazitätsengpässen zu erwarten. Darüber hinaus kann bei einer Ausschreibung verbindlich definiert werden, bis wann die Leistungen erbracht werden sollen. Der größte Vorteil für Auftraggeber ist allerdings, dass aus unterschiedlichen Angeboten das günstigste ausgewählt werden kann. Mehrere zehntausend Euro kann die Spanne zwischen den Angeboten betragen. Somit stellt die gewerbliche Ausschreibung sicher, dass die Gelder möglichst sparsam eingesetzt werden.

Diese Vorteile ergeben sich für Auftragnehmer

Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen kennen die Situation, dass zeitweise noch freie Kapazitäten bestehen. Sodann ist es schwierig, auf Abruf einen Auftrag zu erhalten, der die Kapazitätsgrenze zwar erreicht, aber nicht überschreitet. Über die Auswertung der aktuellen gewerblichen Ausschreibungen können einfacher passende Aufträge gefunden werden.

Sofern das Unternehmen noch relativ neu auf dem Markt ist, sind Ausschreibungen oftmals der Schlüssel für volle Auftragsbücher. Zudem können auf diesem Wege Stammkunden gewonnen werden. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Firmen die Ausschreibungen nach den eigenen Präferenzen auswählen können. Aus unternehmerischer Sicht ist es sinnvoll, sich um die Aufträge zu bemühen, die der eigenen Spezialisierung entsprechen und damit in kürzerer Zeit erledigt werden können. Bei einer Ausschreibung weiß der Auftraggeber bereits, welche Leistungen er in welchem Umfang in Anspruch nehmen möchte. Sowohl Überzeugungsarbeit als auch eine eingehende Erstberatung ist nicht mehr erforderlich. Dies hilft Zeit und damit auch Geld zu sparen.