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Frankfurt am Main

Können Engel fliegen? Gespräche mit Kindern über das Leben und Sterben

Sylvia Weber, Dezernentin für Integration und Bildung, hat am Mittwoch, 21. November, das Medienpaket „Können Engel fliegen? Gespräche mit Kindern über das Leben und Sterben“ des Frankfurter Kinderbüros im Rahmen eines Fachtags der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Medienpaket ermöglicht Pädagoginnen und Pädagogen einen kindgerechten Umgang mit einem tabuisierten Thema.

„Als Erwachsene würden wir gern Kinder vor den Aspekten des Lebens schützen, die auch uns so schwerfallen: am Anfang des Lebens sollte man sich noch lange nicht mit dessen Ende auseinandersetzen müssen. Dabei ist es gerade bei belastenden Themen wichtig, Kindern zu vermitteln, dass man sie ernst nimmt und dass kein Thema tabu ist. Dazu können wir Kindern die nötigen Werkzeuge an die Hand geben: die Erfahrung offener Gespräche, Wissen über ihre Emotionen und Gefühlsausdrücke, Wortschatz, und Empathie gegenüber anderen Menschen in besonderen Lebenslagen“, sagte Weber.

Zielgruppe des vorgestellten Medienpaktes sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. Es lädt dazu ein, sich gemeinsam mit Kindern auf eine pädagogische Reise in einen oft tabuisierten Bereich des menschlichen Lebens zu begeben. Die Projektdurchführung soll Kindern die Möglichkeit geben, sich mit belastenden Erfahrungen und besonderen Lebenslagen ganz offen, unkompliziert und ohne die oftmals von Erwachsenen zum Schutz der Kinder gedachte Sprachlosigkeit auseinanderzusetzen. Durch das Aufbrechen möglicher Tabus werden Kinder darin unterstützt, ihren Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen Ausdruck zu verleihen.

Mit Verständnis für besondere und belastende Lebenslagen kann die eigene soziale Verantwortung im Miteinander gestärkt und Werte wie Umgang, Respekt und Akzeptanz vertieft werden. Selbst- und Fremdwahrnehmung können gefördert und eigene Ausdrucksformen ebenso wie Wege der Verlustbearbeitung kennengelernt werden.

Bestandteile des Medienpaketes sind:

  • Eine DVD mit dem Dokumentarfilm ‚Drei Wünsche von Handloh‘ der Frankfurter Filmemacherin Simone Jung. Der Dokumentarfilm entstand im Rahmen einer Freizeit für Geschwister schwerkranker oder bereits verstorbener Kinder. Der Film wirft einen sensiblen Blick auf die Gefühlslage der Kinder, offenbart ihre Hoffnungen und Wünsche und dokumentiert ihre große Lebensfreude.
  • Die Langversion von ‚Drei Wünsche von Handloh‘ wurde für bedeutende Filmfestivals nominiert und läuft seit November 2016 bundesweit im Kino.
  • Ein Handbuch inklusive einem Set von Methodenkarten bietet eine Fülle an didaktischen Materialien und Empfehlungen.
  • Der Comic „Plötzlich anders“. Er erzählt die Geschichte von Omid, einen Drittklässler, dessen älterer Bruder im Lauf der Geschichte verstirbt und seiner Freundin Tara, die versucht, Omid in dieser schweren Zeit beizustehen. „Plötzlich anders“ ist ein Lückencomic: Durch das Weglassen bestimmter Ausschnitte wird den Lesenden die Möglichkeit gegeben, selbst mit Bild und Schrift das Geschehen zu beeinflussen und die Hauptfiguren sprechen und handeln zu lassen.
  • Eine Website, die zeitgleich mit Versandbeginn des Medienpakets freigeschaltet wurde, bietet weiterführende Informationen.
  • Neben einem Vortrag aus dem Bereich der Entwicklungspsychologie wurde der Dokumentarfilm „Drei Wünsche von Handloh“ präsentiert und in Workshops zu den im Handbuch aufgeführten Themenfeldern gearbeitet. Das Resümee der Teilnehmenden war außerordentlich positiv und das Medienpaket als wichtiger Baustein in der pädagogischen Arbeit mit Kindern wahrgenommen. Die Veranstaltung wurde sehr einfühlsam durch den Poetry Slammer Finn Holitzka eröffnet, moderiert und mit einem „poetic recording“, einem lyrischen Protokoll der Konferenz, beendet.
  • Die unerwartet große Resonanz zu dem Fachtag und das damit verbundene Interesse an diesem Thema konnte trotz einer Kapazitätserweiterung im Haus am Dom nicht abgedeckt werden. Es haben sich weit mehr als doppelt so viele Personen angemeldet, als Plätze zur Verfügung standen. Aufgrund des hohen Interesses ist geplant, die Veranstaltung im Frühjahr 2019 zu wiederholen.

„Können Engel fliegen? Gespräche mit Kindern über das Leben und Sterben“ ist das Ergebnis eines jahrelangen herausfordernden und erfüllenden Prozesses. Dieses Projekt wäre nicht realisierbar gewesen ohne die Unterstützung, die Begeisterung und die Initiative vieler Menschen und Institutionen. Insbesondere stand dem Kinderbüro das Haus am Dom als Kooperationspartner von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite und führte gemeinsam den Fachtag durch. Die Unterstützung des Lions Club Frankfurt-Goethestadt hat die Umsetzung des Projekts finanziell ermöglicht.

Das Medienpaket ist ab sofort über das Frankfurter Kinderbüro per E-Mail an Kinderbuero@stadt-frankfurt.de zu beziehen

Es wird eine Schutzgebühr von 25 Euro inklusive Porto erhoben.

Die Website mit der Infothek ist unter http://www.können-engel-fliegen.de im Internet zu finden.

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