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Eltville am Rhein erhält das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“

 Jugendpflegerin Franziska Bruns (v.l.), Stadtverordnetenvorsteher Ingo Schon, Bürgermeister Patrick Kunkel und Kinder- und Jugendbeauftragte Ursula Wolf freuen sich über die Auszeichnung ‚Kinderfreundliche Kommune‘. Eltville am Rhein erhält das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ Foto: © Kinderfreundliche Kommunen e. V.

Die Stadt Eltville am Rhein erhält das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“. Damit würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die kommunale Umsetzung der UN Kinderrechtskonvention zum Ziel hat. Mit dem Erhalt des Siegels bekennt sich Eltville am Rhein dazu, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und stellt sich zugleich einem regelmäßigen Prüfverfahren.

Das Siegel vergibt der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. Es ist Ausdruck einer Selbstverpflichtung der Stadt zu mehr Kinder-freundlichkeit und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen. Die Siegel-übergabe fand aufgrund der Corona-Pandemie als digitale Veranstaltung statt.

Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichneten Eltville am Rhein und der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. am 7. September 2018. Seitdem erfolgte eine Bestandsaufnahme zur Verwirklichung der Kinderrechte in der Stadt. Darauf aufbauend wurde der Aktionsplan erarbeitet. Eltville am Rhein ist die sechste hessische Kommune, die das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ erhält. Die Stadt liegt in direkter Nachbarschaft zu den Kommunen Taunusstein und Oestrich-Winkel, die beide bereits das Siegel „Kinderfreundliche Kommunen“ tragen. Außerdem haben schon Hanau, Witzenhausen und zuletzt in dieser Woche Lampertheim das Siegel erhalten.

Anne Lütkes, Vorstandsvorsitzende des Vereins, betonte bei der Siegelübergabe: „Wir gratulieren Eltville am Rhein zum Siegel ‚Kinderfreundliche Kommune‘. Mit dem Aktionsplan wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog vorgelegt, der unter anderem auf einer Befragung von Eltviller Kindern beruht. Vorhaben, wie ein kinderfreundliches Leitbild für die Stadt, die Aufwertung der Kinder- und Jugendbeauftragten zur Stabstelle, die direkt dem Bürgermeister zugeordnet ist, oder die finanzielle Ausstattung des Kinder- und Jugendbeirats, zeigen, dass es der Stadt ernst ist mit der Umsetzung der Kinderrechte. Auf diesem Weg unterstützen wir Eltville am Rhein gern weiter und freuen uns auf die kommenden Jahre der Zusammenarbeit.“

„Das Siegel ‚Kinderfreundliche Kommune‘ ergänzt unsere Vorstellungen einer familienfreundlichen Stadt Eltville am Rhein, die Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Gemeinde stellt“, so Bürgermeister Patrick Kunkel. „Die ‚Kinderfreundliche Kommune‘ ist auch ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die Agenda 2030 und ihren 17 Nachhaltigkeitszielen, denen sich Eltville verpflichtet hat. Die Siegelübergabe ist für uns Ansporn und Herausforderung zugleich. Damit fällt der Startschuss, unseren Aktionsplan für ein kinderfreundliches Eltville endlich in die Tat umzusetzen.“

Die Sachverständigen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V., Elisabeth Heeke, Katalin Saary und Rainer Steen, sagten: „Der Aktionsplan ist ein gutes Angebot der Mitbestimmung an die Eltviller Kinder und Jugendlichen. So wird beispielsweise der Kinder- und Jugendbeirat in seiner Wächterfunktion hervorgehoben und gestärkt. Auch die Stärkung der Rolle der Kinder- und Jugendbeauftragten, das zentral gelegene Büro und die geplante Schulungsreihe zu den Kinderrechten werden dazu beitragen, das Thema Kinderrechte in Eltville voranzubringen. Die Maßnahmen bieten somit großes Potential für die direkte Ansprache von Kindern und Jugendlichen und die kinderrechtliche Sensibilisierung von Erwachsenen. Nun kommt es auf die Umsetzung an, die wir gern begleiten.“

Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch die Stadtverordnetenversammlung prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.

Das Vorhaben wurde 2012 in Deutschland ins Leben gerufen und basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative. Diese setzt sich seit 1996 international dafür ein, die Kinderrechte auf kommunaler Ebene zu verwirklichen. In Deutschland haben sich bereits zahlreiche Kommunen dem Programm angeschlossen – darunter Hanau, Köln, Potsdam, Regensburg, Stuttgart und Wolfsburg.

Das Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
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