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Heidelberg

Posseltslust-Turm wirft weiter Fragen auf

Einige interessante Neuigkeiten zur früheren Gestaltung des Posseltslust-Turms brachte der Ende September von der Stadt Heidelberg anlässlich der Instandsetzung des Sandsteinbaus gestartete Aufruf an die Bevölkerung zu Tage. Das romantische Bild vom „Lustschlösschen“ im Wald, aus rotem Sandstein mit Aussichtsturm, umgeben von einem kleinen Park mit Teich, Fontäne und Grotte muss demnach wohl revidiert werden. Noch sind aber nicht alle Geheimnisse gelüftet.



Hintergrund des Aufrufs: Frost, Verwitterung und Pflanzen haben dem Gemäuer im Stadtwald an allen Ecken und Enden zugesetzt. Die Stadt Heidelberg will das 1881 errichtete Kleinod jetzt aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Im Zuge der bereits begonnenen Instandsetzungsarbeiten sollen der zwölf Meter hohe Turm, die Inneneinrichtung und die Außenanlagen möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden. Doch die Originalpläne und -unterlagen zur ursprünglichen Ausstattung und Gestaltung gibt es nicht mehr.



Die Reaktionen aus der Bevölkerung lieferten insbesondere zu den Außenanlagen wichtige Erkenntnisse. Die eingesandten Fotografien und Postkarten aus den 50er und 60er Jahren und die telefonischen Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern deuten darauf hin, dass das Areal rund um den Turm nur mit wenigen großen Bäumen bepflanzt war. Ebenso gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die sagenumwobene Grotte sowie der Park mit Teich in nächster Nähe je existierten. „Die Informationen aus der Bevölkerung sind für uns sehr wertvoll. Angesichts der Eiben, die heute dicht am Gebäude wachsen, hat uns vor allem die karge Außengestaltung überrascht“, so Christina Lepold vom Gebäudemanagement, die die Hinweise sichtet und verarbeitet.



Über die Gestaltung des Innenraums ist dagegen bisher nur sehr wenig bekannt. Sicher ist, dass es im Innern einst Sitzbänke gegeben hat. Doch wie sahen diese aus? Zudem stellte sich im Zuge der Arbeiten jetzt heraus, dass der Turm bereits früher - etwa zwischen 1950 und 1970 - umfangreich saniert worden ist: Damals wurden eine neue Betondecke eingezogen und einige große Sandsteinblöcke der Brüstung ersetzt; der Turm muss deshalb für einige Zeit gesperrt gewesen sein. Hinweise auf eine Renovierung in dieser Größenordnung sind in den Archiven der Stadt aber nicht zu finden. Noch immer erhofft sich Stadt außerdem Hinweise zum Verbleib der Stifter-Gedenktafel, die es bis vor einigen Jahren in der Vorhalle gegeben hat. Von ihr ist nur die Inschrift bekannt: „Dem Stifter dieses Lusthauses, Stadtrath Professor Dr. Louis Posselt, seine dankbare Vaterstadt Heidelberg, 21.08.81“.



Alte Fotos, Ansichtspostkarten oder sonstige Hinweise zur früheren Gestaltung des Posseltslust-Turms und seiner Umgebung können an das Gebäudemanagement der Stadt Heidelberg, Friedrich-Ebert-Anlage 50, 69117 Heidelberg geschickt werden. Die Dokumente sollten möglichst in Kopie eingereicht werden. Ansprechpartnerin für weitere Informationen ist Christina Lepold, Telefon 58-26210.

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