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„Schlaglichter einer Medienrevolution“ ziehen ins Naturhistorische Museum

Foto: © Visualisierung Prolog Atelier Brückner

Museumsneubau: Kulturdezernentin Marianne Grosse und Direktoren von Gutenberg- und Naturhistorischem Museum stellen Konzept für Interimsausstellung vor

Mainz. Während am angestammten Standort am Liebfrauenplatz der aus den 1960er-
Jahren stammende Schellbau niedergelegt und an gleicher Stelle ein Neubau errichtet
wird, findet das Gutenberg-Museum mit seinen wichtigsten Exponaten im
Naturhistorischen Museum einen Unterschlupf, der weit mehr als eine Behelfslösung ist.
Das machte Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse ebenso deutlich wie die
beiden Museumsdirektoren Dr. Ulf Sölter vom Gutenberg-Museum sowie Dr. Bernd
Herkner vom Naturhistorischen Museum Mainz, als sie der Presse das frisch erarbeitete
Interimskonzept vorstellten: „Mit Gutenberg in die Zukunft — Schlaglichter einer
Medieninnovation“, lautet der vielversprechende Titel der Ausstellung, die das
Gutenberg-Museum von Ende 2023 bis zur geplanten Neubau-Eröffnung Anfang 2026 im
Naturhistorischen Museum in der Reichklarastraße zeigen wird. Das Szenografiekonzept
wurde vom Museumsteam in Zusammenarbeit mit dem renommierten Stuttgarter Atelier
Brückner erarbeitet.

Das vielleicht Wichtigste vorweg: Die Gutenberg-Bibeln werden auch in der Interimszeit
zu sehen sein, und zwar im sogenannten Refektorium. Im einstigen Speisesaal des
Reichklaraklosters, wird unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und strengen
konservatorischen Vorgaben die „Schatzkammer“ der Interimsausstellung mit den
ältesten und wertvollsten Exponaten des Hauses, darunter eben die Gutenberg-Bibeln,
untergebracht.
Kulturdezernentin Marianne Grosse dankte dem Naturhistorischen Museum und seinem
Direktor ausdrücklich für die Bereitschaft, dem ebenfalls in städtischer Trägerschaft
stehenden Gutenberg-Museum dafür ein Domizil anzubieten. „Ohne diese
herausragende und sehr kollegiale Unterstützung wäre dieser Weg nicht gangbar.“
Generell wird im Erdgeschoss des Kirchenschiffs das Gutenberg-Museum seine
Ausstellungsfläche haben, die Gutenberg-Werkstatt mit Vorführungen an der
Druckerpresse und Druckladen werden im Stockwerk darüber untergebracht. Das
Naturhistorische Museum bespielt weiterhin das Erdgeschoss im hinteren Bereich des
sich anschließenden neuen Gebäudeteils. Den großen Raum im zweiten Obergeschoss
können beide Museen abwechselnd als Sonderausstellungsraum nutzen. Im
Außenbereich schließlich ist ein Shop geplant, außerdem ist ein kleiner Café-Betrieb
denkbar.

Der Arbeitsprozess und die Abstimmungsverfahren sind noch nicht final beendet,
deshalb steht noch nicht fest, ob die Ausstellung bis ins letzte Detail so aussehen wird,
wie in den präsentierten Visualisierungen, die einen ersten Vorgeschmack auf die
kommende Ausstellung geben sollen. Marianne Grosse erläuterte die grundlegenden
Ideen des Konzeptes: „Die Besucher:innen werden sich, nach einer kurzen Einführung in
das Leben und Werk Johannes Gutenbergs, entlang von Themeninseln Inhalten und
Exponaten nähern, die die Medieninnovation Gutenbergs in die Gegenwart holen. Von
„Meinung machen“ über „Welt beschreiben“ bis zu „Pracht entfalten“ oder „Zeit
vertreiben“ laden unterschiedliche Zusammenhänge zur Auseinandersetzung mit der
Frage ein, wie relevant das Wirken Gutenbergs heute noch ist. Unser Szenografiekonzept
beinhaltet eine neue, frische und zeitgemäße Ansprache der Gäste des Gutenberg-
Museums.“

„Wir sind unglaublich dankbar, dass wir Gutenberg und sein Erbe während der Bauzeit in
unserem Schwestermuseum präsentieren dürfen“, sagte Dr. Ulf Sölter, Direktor des
Gutenberg-Museums. Er freue sich auf die intensivierte Zusammenarbeit, von der
sicherlich beide Seiten profitieren würden. „Wenn Teams enger zusammenrücken,
können daraus ganz neue, spannende Ideen für gemeinsame Projekte entstehen“, ist er
überzeugt.

Noch in ganz anderem Zusammenhang zeigt sich die Zukunftsfähigkeit dieser
Zusammenarbeit: „Alle notwendigen Arbeiten werden vom Gedanken der Nachhaltigkeit
getragen“, sagt Grosse. Sämtliche für das Gutenberg-Museum ertüchtigten Räume im
Interim wird das Naturhistorische Museum weiter nutzen, wenn das Gutenberg-Museum
wieder ausgezogen ist. Außerdem ist eine Weiternutzung von Vitrinen und Einbauten
geplant, die im Museumsbetrieb auch über die Interimsphase hinaus Verwendung finden
sollen.

Denn der langfristige Nutzen war auch für den Direktor des Naturhistorischen Museums,
Dr. Bernd Herkner, ein ausschlaggebendes Argument, der sagt: „Denn als größtes
Naturkundemuseum in Rheinland-Pfalz möchten wir künftig Schaufenster für unser
Bundesland sein, aber ebenso Zentrum für Forschung und Vermittlung zu den
drängenden Themen unserer Zeit.“ Gleichzeitig freut auch er sich auf die noch wichtiger
werdende kollegiale Zusammenarbeit: „Unsere Häuser sind schon lange vertrauensvoll
verbunden“, so Bernd Herkner.

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