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Wiesbaden

Kochbrunnen auf dem Kochbrunnenplatz, Wiesbaden

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Kochbrunnen auf dem Kochbrunnenplatz, Wiesbaden
Kranzplatz
65183 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 31-8078, 31-8079
Fax: 0611 / 31-7980
mattiaqua@wiesbaden.de
8.566 Ansichten https://www.mattiaqua.de/quellen/kochbrunnen/

Der Kochbrunnen in Wiesbaden ist die bekannteste und heißeste Thermalquelle der Stadt.
Die Natrium-Chlorid-Thermalquelle war im 19. Jahrhundert Zentrum der Wiesbadener Trinkkur.
Sein Name bezieht sich auf die Wassertemperatur von über 66 °C.

Die Quelle auf dem Kochbrunnenplatz wurde 1366 erstmals als Bryeborn und 1536 als Syedenborn erwähnt, scheint aber bereits in der Römerzeit bekannt gewesen zu sein.

Der Kochbrunnen ist eine artesische Quelle und steigt aus 2.000 Meter Tiefe hervor.
Heute ist sie durch eine 43 Meter tiefe Bohrung gefasst.
Die Ergiebigkeit liegt bei etwa 360 Liter/Minute.
Das Kochbrunnenwasser riecht schwach nach Schwefelwasserstoff und schmeckt stark salzig.
Es ist klar, trübt aber nach 24 Stunden unter Luftzutritt gelblich ein.
Der hohe Kohlensäuregehalt hält die Härte zunächst in Lösung, nach dem Entspannen des Wassers fällt sie aber als Calciumcarbonat aus. 

Der Kochbrunnen ist eine der Primärquellen Wiesbadens.
Nur ein kleiner Teil des Wassers speist die Trinkstelle im Kochbrunnenpavillon und den Kochbrunnenspringer.
Die Hauptmenge wird in die Aufbereitungsanlage im Kaiser-Friedrich-Bad geleitet.
Von dort gelangt es in das weit verzweigte Thermalwassernetz der Stadt.
Ein Teil wird in das Thermalbad Aukammtal hochgepumpt, ein anderer Teil wird zur Beheizung der Wohnungen im ehemaligen Palasthotel und des Weberhofs genutzt. 

Die beim Verdampfen verbleibenden Salze wurden in der Vergangenheit aufgefangen und in Gefäße oder Tüten abgefüllt. Das trockene Salz wurde in andere Regionen verkauft und diente zu Heilanwendungen im eigenen Heim, wie aus Annoncen hervorging.

Die erste steinerne Fassung der Quelle als Trinkbrunnen wurde 1823 gebaut..

Der heutige Kochbrunnenpavillon wurde 1887/88 als Teil der prächtigen Trinkkuranlage gebaut und stand am Ende der Trinkkurhalle.
Die Trinkhalle, das Portal und der offene Teil der Wandelhalle wurden im Juli 1955 abgerissen.

Im Dezember 1970 wurde der Kochbrunnenspringer eingeweiht.
1976/77 wurde der Pavillon versetzt und erneuert, ein Originalgitter blieb erhalten, das Dach wurde etwas vereinfacht wieder als achteckige Kuppel ausgeführt.
Die sprudelnde Quelle wurde geschlossen und dafür fließt nun eine Restmenge durch einen vierarmigen gekrümmten Auslauf in eine steinerne Brunnenschale.
Der Tempel ist seitdem von vier Seiten zugänglich.

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