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"JA, ich habe Muskelkater – immer noch!"

Fitnessangebote im Test!

Hilke HildebrandtIn der letzten Woche habe ich meine freie Zeit genutzt, um für Euch Fitnessangebote zu testen, denn nur darüber philosophieren kann ja jeder – wer ausprobiert, kann auch urteilen.

 

Yoga vs. Elektrische Muskelstimulation, kurz EMS. Einen krasseren Kontrast hätte ich mir vermutlich nicht aussuchen können, aber die Geschmäcker, und diesem Fall die sportlichen Vorlieben, sind ja bekanntlich auch verschieden.

 

Um Euch außerdem ein paar generelle Informationen zum Thema Fitness und Ernährung mitgeben zu können, habe ich außerdem ein Interview mit der Personal Trainerin und Dipl. Sportwissenschaftlerin Denise Ahlers geführt.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit Yoga oder EMS gemacht oder macht es sogar regelmäßig? Ich freue mich über Eure Kommentare.

Vorab kann ich Euch zumindest schon eins verraten: JA, ich habe Muskelkater - immer noch!

Lasst Euch überraschen was ich erlebt habe und welche Fitness- und Ernährungstipps wir zukünftig unbedingt befolgen sollten.

Unsere Stadtleben-Tipps zum Thema Fitness 2015 findet ihr übrigens hier: mit tollen Verlosungen wie Jahresmitgliedschaften, Schnuppertagen und Personal Trainings.

Liebe Grüße,

Eure Hilke von Stadtleben.de

 

EMS Training bei EMS-Fitness-Wiesbaden

Elektrische Muskelstimulation – was soll ich davon halten? Ich habe mich als Kind mal an einem Stromzaun festgehalten und kann sagen: Stromschläge sind nicht so mein Ding. So geht es vermutlich den meisten von Euch auch. Trotzdem freue ich mich auf meinen Termin bei Personal Trainer Rosario Battaglia, denn EMS-Training ist wirklich mal was ganz anderes und ich bin wirklich gespannt, wie sich das anfühlt.

Zu Beginn misst Rosario meinen Blutdruck und vermisst meinen Körper. Brust, Taille, Po, Beine und Arme. Die Zahlen hat mein Gehirn benutzerfreundlich im direkten Anschluss wieder gelöscht.

Jetzt heißt es für mich: Raus aus meinen Sportklamotten und rein die hautenge und gar nicht mal so schöne Funktionskleidung, die Trainer Rosario mir mit in die Umkleide gibt. Leider steht es uns Damen nicht zu, darunter einen BH zu tragen. Mit gesenktem Blick, weil sicherlich gerade alles andere als ansehnlich, tapse ich aus den Umkleide zurück zu Rosario und die Verkabelung beginnt.

Ich bekomme um beide Oberschenkel und Oberarme jeweils einzelne, kleine Gurte geschnallt. Um meine Hüfte und über das Gesäß schlingt sich ein breiter Gürtel und mein Oberkörper ist komplett von einer Weste umgeben. All diese Dinge sind übrigens klitschnass – das Wasser aber zum Glück warm. Obwohl alles schon relativ eng sitzt, muss ich mich nun an Rosario abstützen und er zieht an den dafür vorgesehen Schlaufen die Weste hauteng an meinen Körper.

Als Personal Trainer führt Rosario das EMS-Training in drei verschiedenen Varianten, je nach Kundenwunsch und Trainingsziel, durch. Zum einen als Ausdauertraining, zum anderen als Krafttraining. Die dritte Variante, das Kraftausdauertraining, ist vor allem für Leistungssportler geeignet. Ich teste alle Varianten in Kurzform.

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Minimal in meiner Bewegung eingeschränkt, gehe ich roboter-artig zum Fahrrad und beginne mit der Ausdauer-Einheit. Hierbei bekomme ich immer sechs Sekunden lang den Strom-Impuls und habe vier Sekunden lang Pause. Natürlich stellt Trainer Rosario erst einmal die Impuls-Stärke individuell auf mich ein. Jede Muskelgruppe wird dazu einzeln angewählt und ich entscheide selbst, welche Impuls-Stärke für mich noch auszuhalten ist.

Anfangs erschrecke ich mich richtig ein bisschen. Es fühlt sich an wie großflächiges Stechen in der Muskulatur. Automatisch spannen sich alle Muskeln im Körper gleichzeitig so stark an, dass ich mich kurzzeitig für einen kleinen "Hulk" halte. Mit diesen Impulsen fahre ich nun fünf Minuten Fahrrad. Schnell wird meine Atmung tiefer, weil der Körper neben der Cardio-Belastung durch die Impulse auch eine Muskelbelastung verarbeiten muss und dadurch effektiv gefordert wird. Ich bin froh, die fünf Minuten mit einer gewissen Grund-Sportlichkeit ohne größere Probleme gemeistert zu haben. Doch das soll sich schnell ändern.

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Vom Fahrrad abgestiegen, starten wir mit dem Kraftausdauertraining. Die Impulse sind jetzt vier Sekunden lang und ich habe vier Sekunden Pause. Da ich nun stehe und mich bewegen muss wird auch die Intensität der Muskelstimulation noch einmal nachgestellt.

Die Übungen gehen direkt ins Eingemachte. Ich mache Kniebeugen, kurze Sprints auf der Stelle und boxen. Das alles natürlich so schnell wir möglich. Ich komme sehr schnell an meine Grenzen – die kurze Belastung ist von so hoher Intensität, dass meine Muskulatur sich anfühlt, als würde sie mich im Stich lassen.

Obwohl auch das nur fünf Minuten waren, bin ich fix und fertig und muss dringend etwas trinken gehen. An dieser Stelle möchte ich mich außerdem bei Trainer Rosario entschuldigen, den in diesen Minuten ein paar verzweifelte Beleidigungen von mir getroffen haben: Sorry ;)

Die verbleibenden zehn Minuten machen wir Krafttraining. Sowohl Übungen für die Arme als auch für die Beine und den Bauch. Kein Muskel in meinen Körper konnte sich drücken. Bei den abschließenden Liegestützen bin ich am Ende meiner Kräfte. Dank der andauernden Unterstützung von Rosario halte ich aber durch und bin stolz wie Oskar, es geschafft zu haben.

Befreit von den Kabeln und zurück in meinen ursprünglichen Klamotten kann ich kaum glauben, dass das Ganze nur 20 Minuten gedauert hat und ich trotzdem noch meinen ganzen freien Nachmittag vor mir habe.

Mein Fazit: Hoch intensives Training, dass gerade für Menschen mit sehr zeitintensiven Jobs optimal ist. Ich jedenfalls habe den Muskelkater des Jahrtausends und würde es trotzdem sofort wieder machen.

>> Weitere Infos zu EMS Fitness Wiesbaden gibt's im Stadtguideeintrag!

Yoga bei Easy Sports in Wiesbaden

Um ehrlich zu sein, ist Yoga bei einem ersten intuitiven Gedanken nicht unbedingt eine Sportart, bei der ich mir vorstellen kann, dass ich nach der Stunde – glücklich wissend was ich getan habe – den Kursraum verlasse. Ich glaube dafür bin ich einfach zu hibbelig.

Aber ist es nicht auch genau der Sport, der seit Jahren insbesondere von den Promis total "gehypt" wird? Außerdem hatte ich heute einen wirklich nervenaufreibenden Tag im Büro, also geben wir der Sache doch einfach mal eine Chance.

Mein Handtuch auf einer Isomatte ausgebreitet und ohne meine Sportschuhe, die ich am Eingang ausziehen musste, finde ich mich also im Kurs von Yogalehrerin Maria Szöcs wieder, die die Yogakurse im Easy Sports in Wiesbaden gibt. Ihre erste Anweisung lautet, dass wir uns gemütlich hinsetzen sollen. Da bin ich doch definitiv mal dabei.

Wir fangen an bewusst ein- und auszuatmen, - die meisten Kursteilnehmer sitzen im Schneidersitz, ich hab mich ganz dezent angepasst – legen unsere gestreckten Arme auf unseren Knien ab und führen Zeigefinger und Daumen zusammen. Die Klischee-Pose des Yogas, wenn man mich fragt. Aber gemütlich! Und ich merke schon nach ein paar Atemzügen, dass ich gedanklich etwas runterkomme und ruhiger werde.

Yoga Easy SportsYoga Easy Sports

Im Anschluss beginnen wir mit verschieden Übungen. Ich höre Worte wie Kobra und Hund, die Namen der Übungen. Außerdem machen wir den sogenannten Sonnengruß, hinter dem sich eine ganze Abfolge von Übungen verbirgt, die immer wieder in einer bestimmten Reihenfolge wiederholt werden.

Die Übungen sind in ihrer Abfolge schneller als ich es mir erwartet hatte. Ich muss mich konzentrieren der Trainerin zu folgen. Zudem wird es richtig ein bisschen anstrengend, weil man ununterbrochen mit dem kompletten Körper zu kämpfen hat und einem zum Beispiel das andauernde Abstützen auf den Händen irgendwann Kraft kostet.

Bei vielen Übungen spüre ich außerdem eine starke Dehnung – bei einigen sei es der Tatsache gedankt, dass ich viele Jahre geturnt hab, dass ich sie überhaupt ausführen konnte.

Yoga Easy SportsYoga Easy Sports

Aber auch für die Kursteilnehmer, denen die Übungen aufgrund der Beweglichkeit nicht so leicht fallen, bietet Maria Szöcs immer eine Lösung an. Es komme nicht darauf an alles perfekt auszuführen, erklärt sie, wir sollen nur das machen, was unser Körper zulässt.

Während der Übungen ist es von großer Wichtigkeit, in den richtigen Momenten ein-und wieder auszuatmen. Deshalb sagt Maria Szöcs uns die Atmung des ganzen Kurses über an.

Ich merke, dass ich mich zwischendurch so sehr konzentrieren muss mitzukommen, dass ich vermutlich nicht immer richtig geatmet habe. Die richtige Atmung ist also Übungssache.

Ich merke langsam ein angenehmes Kribbeln in meinen Händen und Füßen. Meine Durchblutung ist angeregt. Und ich bin endlich mal wieder richtig ausgiebig gedehnt.

Als ich am Schluss des Kurses den Raum verlasse, bin ich außerdem angenehm ruhig und fühle mich gedanklich sehr nah bei mir selbst. Ein ungewohntes, aber sehr angenehmes Gefühl, wie ich feststelle.

Mein Fazit: Yoga ist sicherlich keine Sportart, die Unmengen von Pfunden purzeln lässt, aber ganz sicher ein sehr schöner Ausgleich zum üblichen Workout und die perfekte Lösung, um nach einem anstrengenden Tag doch noch entspannt ins Bett zu gehen.

>> Weitere Infos zu Easy Sports gibt's im Stadtguideeintrag!

Personal Trainerin Denise Ahlers im Interview

Denise AhlersDenise Ahlers ist mit ihrem „Energieraum“ seit 2007 als selbstständige Personal-Trainerin in Wiesbaden und Mainz tätig.

Als diplomierte Sportwissenschaftlerin, ausgebildete Rückenschulleiterin, Nordic Walking Instructorin, Pilatestrainerin und Food Coach bietet sie Ihren Kunden ein ganzheitliches und abwechslungsreiches Körper- und Lebenstraining.

Im Stadtleben-Interview hat sie ein paar tolle Tipps für Euch ausgeplaudert, damit wir alle 2015 endgültig unser „Fittes-Ich“ entdecken:

Stadtleben.de: Warum lohnt es sich für jeden Menschen Fitness in sein Leben zu integrieren?

Denise Ahlers: Je fitter und gesünder wir sind, desto leichter kommen wir durch den Alltag und durch das Leben. Wer gesund ist und gesund bleibt, ist erfolgreicher, leistungsfähiger und vor allem: Das allgemeine Wohlbefinden steigt enorm. Je mehr wir uns um uns selbst kümmern, desto stärker können wir das auch ausstrahlen.

Stadtleben.de: Welche Art von Training würden Sie insbesondere Anfängern empfehlen?

Denise Ahlers: Grundsätzlich sollte jeder Anfänger mit einer klassischen Kombination aus Ausdauertraining und leichtem Krafttraining einsteigen. Hier kann bei Übungen auch prima mit dem eignen Körpergewicht gearbeitet werden.

Mein Tipp hier: Geht einfach raus an die frische Luft, einfacher geht es nicht. Regt euer Herzkreislaufsystem sowie euer Immunsystem an. Es ist so einfach und bringt schnelle Erfolge, mit denen es euch besser geht.

Stadtleben.de: Wie viel Sport sollte man treiben, um sichtliche Ergebnisse zu erzielen und welche Rolle spielt dabei die Ernährung?

Denise Ahlers: Die Ernährung spielt grundsätzlich eine große Rolle. Gerade bei größerem Übergewicht spielt Ernährung sogar eine entscheidende Rolle, da ggf. erst eine gewisse Menge an Gewicht verloren werden muss, damit adäquat Sport getrieben werden kann.

Pro Woche sollte man Minimum zwei Mal Sport getrieben werden, besser drei Mal, wenn man etwas erreichen möchte. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit fünf Mal pro Woche kurze Einheiten zu machen, je nachdem wie es zeitlich für den Einzelnen umsetzbar ist.

Stadtleben.de: Welchen Ernährungsfallen sollten wir auf jeden Fall aus dem Weg gehen bzw. was machen die meisten falsch, ohne es wirklich zu wissen?

Denise Ahlers: Eins der größten Probleme sind Kohlenhydrate. Viele Menschen ernähren sich den ganzen Tag über zu 90 Prozent von Kohlenhydraten, ohne es bewusst wahrzunehmen.

Als Faustregel für alles sage ich immer: Die Dosis macht das Gift.

Eine ausgewogene Ernährung und vor allem eine bewusste Wahrnehmung hinsichtlich der Nährwerte und Inhaltsstoffe sind sehr wichtig. Außerdem vertrete ich die Meinung, dass am Tag drei Mahlzeiten eingenommen werden sollten, zwischen denen etwa 5 Stunden liegen, um die Bauchspeicheldrüsen zur Ruhe kommen zu lassen.

Stadtleben.de: Was ist in Ihren Augen die größte Fitness Lüge?

Denise Ahlers: Eigentlich alles, was schnell immense Erfolge verspricht. Steht beispielsweise auf Zeitschriften „Sixpack in drei Wochen“ ist das schlichtweg gelogen, weil man so etwas niemals pauschalisieren kann. So etwas demotiviert Menschen schnell, die sich durch diese falschen Hoffnungen zu hohe Ziele stecken.

Stadtleben.de: Welche Tipps würden Sie einem Fitness-Neuling geben?

Denise Ahlers:Logo

  1. Bleibt realistisch bei euren Zielen und empfindet den Spiegel und euer persönliches Gefühl wichtiger als die Waage.
  2. Holt euren Partner mit ins Boot - doppelter Einsatz bringt doppelte Motivation.

  3. Überfordert euch nicht! Nur eine langsame Steigerung kann langfristige Erfolge bringen. Eine Überlastung kann sogar schnell gefährlich für die Gelenke und somit für eure Gesundheit werden.

>> Weitere Infos über Energieraum und Denise Ahlers findet ihr hier!

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