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Weltlupustag am 10. Mai 2017- Die mit dem Wolf tanzt

Es ist wieder Weltlupustag - Ayana Yaris, Margit Schmalhofer (Geschäftsführerin der Deutschen Rheumaliga, Bad Kreuznach) und Prof. Dr. med Andreas Schwarting (Universitätsklinik Mainz & Acura Rheumaklinik Bad Kreuznach) gedenken an diesen besonderen Tag und kämpfen weiter gegen die heimtückische Erkrankung Lupus, der Wolf.

Buch-Tipp

Eine seltene Autoimmunkrankheit zerstört die Karriere einer aufstrebenden Tänzerin

"Die Ballerina und der Wolf"
Dieses Buch ist eine Liebesgeschichte – nein, zwei Liebesgeschichten. Dieses Buch erzählt von den Erfahrungen einer jungen Frau in einer islamisch geprägten Gesellschaft. Dieses Buch beschreibt, wie Lupus Erythematodes den Körper eines Menschen verändern kann – und letztlich den ganzen Menschen. Diese drei Handlungsstränge in einer fesselnden Autobiografie zu vereinen, ist Ayana Yaris gelungen. Ihr Buch „Die Ballerina und der Wolf“ schildert anschaulich, wie aus dem kleinen Mädchen aus Somalia, das so gern tanzt, eine erwachsene Frau wird, die gelernt hat, mit ihrer chronisch-entzündlichen Erkrankung zu leben. Die Geschichte beginnt mit einem Abschied. Die junge Ayana fliegt von Mogadischu, der somalischen Hauptstadt, nach Frankfurt. Sie hat starke Schwellungen und Schmerzen an den Füßen, in Deutschland hofft sie auf eine Diagnose, auf Heilung. Ihr Onkel studiert Medizin in Mainz, bei ihm kann sie eine Weile wohnen. Aber: Sie hat nur ein Touristenvisum und keine Krankenversicherung. Ayana kommt – das wird an vielen Stellen im Buch deutlich – aus einer wohlhabenden Familie. Die Kosten für den Aufenthalt sind für die Eltern zunächst erschwinglich, und zu dieser Zeit gibt es in Somalia zwar ein autoritäres Regime, aber noch keinen Bürgerkrieg. In ihrer Erzählung erinnert Ayana sich an ihren Ballett-Unterricht mit 13 Jahren und an ihren ersten Auftritt im Nationaltheater von Mogadischu. Sie liebt den Tanz, und sie liebt einen Franzosen, der in Mogadischu lebt und arbeitet. Sie lernt Französisch, trifft sich häufig mit Alain – aber er ist ein Weißer und kein Muslim. Kein Umgang für sie, besonders in den Augen ihrer Mutter. Aber auch die Gesundheit macht Ayana zu schaffen: Sie hat einen Erschöpfungsanfall beim Tanzen, dann Fieber und Gliederschmerzen. Wie die Beziehung zu Alain endet, wie sie schließlich in Deutschland Robert kennenlernt und schließlich die Diagnose „Lupus Erythematodes“ bekommt, all das beschreibt Ayana Yaris in ihrem Buch. Auch ihre Erfahrungen mit bedrohlichen Sittenwächtern und mit erschreckenden Beschneidungsritualen kommen deutlich zur Sprache. Eine unbändige Kraft und ein starker Lebenswille zeichnen die junge Frau aus. Ihre Lebenskrise zu überwinden und ihre schwere Krankheit anzunehmen, fällt ihr nicht leicht, doch sie meistert ihre persönliche Herausforderung.

Die Autorin möchte mit ihrem autobiografischen Werk über die Autoimmunkrankheit Lupus Erythematodes aufklären und damit Betroffenen Mut machen. Ohne allzu viel vorwegnehmen zu wollen: Die Erkrankung trifft sie sehr schwer, und sie empfand den Lupus zunächst als einen Feind, den es zu bekämpfen galt. Doch „erst als ich anfing, ihn als meinen Begleiter zu akzeptieren, begann ich wieder richtig zu leben“.

Ayana Yaris wurde in Somalia geboren, lebt und arbeitet jedoch seit vielen Jahren in Deutschland, das zu ihrer Heimat geworden ist. Die Literaturwissenschaftlerin ist mit Robert Jung verheiratet, der sie beim Verfassen ihrer bewegenden Lebensgeschichte als Co-Autor unterstützte.

Ayana Yaris/Robert Jung:
Die Ballerina und der Wolf
Mit einem Nachwort von Prof. Dr. med Andreas Schawarting
Liebe. Leiden. (Über)Leben. Ein autobiografisches Frauenschicksal
200 S., Klappenbroschur pdk Verlag Berlin, € 16,90/ E-book € 6,99
Überall im Buchhandel erhältlich


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