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Berlin

Gewitter in Berlin und Brandenburg

Das Donnergrollen weckte in der Nacht viele Berliner und Brandenburger. Wer aus dem Fenster schaute, wurde Zeuge eines Naturspektakels: Rund 50.000 Blitze erhellten in der Region den Himmel. In der Nacht zu Mittwoch soll schon das nächste Gewitter folgen.



Über Berlin und Brandenburg sind in der Nacht zu Dienstag heftige Gewitter gezogen. Dabei erhellten rund 50.000 Blitze den Nachthimmel. Diese Zahl teilte der Blitz Informationsdienst (BLIDS) rbb|24 auf Anfrage mit.



Rund ein Zehntel der Blitze schlug auch tatsächlich ein. In Berlin kamen laut BLIDS 151 Blitze runter, in Brandenburg - vor allem im Osten und in Teilen der Lausitz - krachte es ganze 4.677 Mal. "In der Atmosphäre fanden rund zehnmal so viele Blitzereignisse statt, also rund 50.000", erklärt Stephan Thern, Leiter des BLIDS.



So oft geblitzt wie in zwei Monaten zusammen

Wie ungewöhnlich das Naturspektakel in der Nacht war, verdeutlicht zudem folgende Zahl: Im gesamten Jahr 2019 erhellten in Berlin und Brandenburg bislang rund 130.000 Blitze den Himmel. Anders gesagt: Gestern Nacht blitzte es so viel wie sonst in gut zwei Monaten zusammen.



Die Zahlen errechnet BLIDS nach eigenen Angaben anhand von Wetterdaten von 155 miteinander verbundenen Messstationen. Gewitterblitze ließen sich so auf 100 Meter genau orten.



Kleinere Schäden in der Lausitz

Größere Unwetterschäden in Berlin blieben allerdings aus, wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr rbb|24 mitteilte. Es habe in der Nacht keine Einsätze gegeben, die in direktem Zusammenhang mit dem Unwetter stehen.



In Finsterwalde (Elbe-Elster) hat ein Blitz einen Dachstuhlbrand ausgelöst, der aber schnell gelöscht wurde, sagte eine Sprecherin der Leitstelle Lausitz gegenüber rbb|24. Ansonsten sei es durch den Starkregen nur zu kleineren Einsätzen gekommen, weil Wasser in Kellerräume eingedrungen war.



Bundesweit lag der Schwerpunkt der Unwetterfront in Süddeutschland und in Sachsen.



Hagelkörner größer als Tischtennisbälle

In Bayern vermeldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) Orkanböen von bis zu 120 Stundenkilometern und große Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu sechs Zentimetern - größer als Tischtennisbälle. Hier seien auch die Blitze besonders stark gewesen. In mehreren Orten im Großraum München seien durch den Hagel Autoscheiben und Dachfenster zu Bruch gegangen, sagten Sprecher von Polizei und Feuerwehr. Häuser stünden unter Wasser. Im Stadtgebiet von München wurden rund 550 Einsätze gezählt.



Im Süden Sachsens fielen 30 bis 50 Liter Regen pro Stunde, der DWD registrierte über Radargeräte Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern. Im Erzgebirgskreis meldete die Polizei mehrere überflutete Straße, die zwischenzeitlich nicht passierbar waren.



Dienstagabend erneut schwere Gewitter möglich

Der Deutsche Wetterdienst erwartet in Berlin und Brandenburg am Dienstagabend erneut starke, ab dem Abend bis in die zweite Nachthälfte zum Mittwoch lokal teils schwere Gewitter. Dabei könnten Sturmböen mit bis zu 80 km/h auftreten und starker Regen. Auch großkörnigen Hagel und schwere Sturmböen um 95 km/h hält der DWD für möglich.



Der Wetterdienst Meteogroup klingt etwas verhaltener. Er hält für die Region am Dienstabend einzelne, teils kräftige Gewitter für möglich. Tagsüber sollen die Temperaturen in Brandenburg schwül-warme 27 bis 33 erreichen, in Berlin um 31°C.



Ab Donnerstag soll es laut Meteogroup auf rund 28 Grad abkühlen - dann gehe auch die Gewittergefahr zurück.

Erst am vergangenen Donnerstag zogen Starkregen, Sturm und Hagel über Berlin und Brandenburg hinweg. Straßen waren überflutet, auf dem Flughafen Tegel fielen mehrere Flüge aus. Probleme gab es auch bei der S-Bahn. Auch im Straßenverkehr kam es zu Behinderungen. Zahlreiche Ampeln waren ausgefallen.

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