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Frankfurt am Main

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Eintracht ⚽️ Ein Verein 🦅 gegen Rassismus

Foto: © Peter Krausgrill / Stadtleben.Media

Sebastian Braun blickt manchmal etwas ungläubig. Als der Eintracht-Fan vor einem Jahr mit seinen Freunden die Idee hatte, eine Selbstverständlichkeit auf einen Aufkleber zu drucken, hat er nicht mit dieser Resonanz gerechnet. Die Hessenschau berichtete über ihn und seine Aktion. Und die Frankfurter Rundschau. Sein Aufkleber soll in Zukunft Gebäude in unserer schönen Stadt Frankfurt zieren. 

Von Alexander Reichwein

So zum Beispiel das Amt für multikulturelle Angelegenheiten im Gallus in der Mainzer Landstraße 293. Dort steht seit dieser Woche in großen Lettern geschrieben: "Eine Stadt, ein Verein - Gegen Rassismus, Faschismus, Homophobie. #FrankfurtKlebtBunt". Anlässlich dieser ersten Aktion haben wir mit Sebastian gesprochen.


stadtleben.de: Sebastian, wann und in welchem Kontext entstand Deine tolle Idee mit dem Aufkleber? Gab es einen konkreten Anlass oder Hintergrund? Ein Erlebnis, das Dich geprägt hat?  

Sebastian:
Die Idee kam mir und meinen Freunden im September 2019. Einen konkreten Anlass gab es nicht. Wir wollten schlicht und einfach unserem Lebensgefühl und unserer politischen Haltung Ausdruck verleihen. Diese sichtbar machen und transportieren. Und die Liebe zu unserer Eintracht dokumentieren.

stadtleben.de:
Ist es eine Aktion, die in der großen Fan-Szene ankommt?

Sebastian:
Ich hoffe und denke mal, ja! Es ist keine offizielle Ultra-Aktion oder etwas in diese Richtung. Und keine Aktion, hinter der der e.V., die AG oder ein Fanclub offiziell steht. Es ist eine Fanaktion für Fans. Alle, die sich mit der Aussage identifizieren, können den Aufkleber bei mir bestellen und für wenig Geld kaufen und verbreiten. Der Kontakt geht über meine Facebookseite (Eintracht Fans gegen Rassismus, Faschismus und Homophobie). Ich freue mich darüber!

stadtleben.de:
Aber es gibt Zuspruch vom Verein?


Sebastian:
Ja! Zum Beispiel hat mich unser Präsident, Peter Fischer, kontaktiert und eingeladen zu einem Drink. Gemeinsam waren wir auch in Hanau anlässlich des Gedenkens an die neun Mordopfer des rechtsterroristischen Anschlages. Dort hat Peter Fischer ja eine Rede gehalten. Keine Toleranz gegenüber Intoleranz ist die Message.

stadtleben.de:
Nun steht Eintracht Frankfurt mit ihrer bewegenden und bewegten Geschichte schon immer für Multikulturalität, Weltoffenheit und den Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Nicht erst, aber sehr öffentlich seit der Ära von Präsident Peter Fischer und der neuen AG-Führung um Axel Hellmann. Das liegt quasi in der Eintracht-DNA. Im Eintracht-Museum gibt es viele Veranstaltungen, die Matthias Thoma organisiert, beispielsweise zur jüdischen Geschichte der Eintracht. Große Teile der organisierten Fanszene sind politisch und positionieren sich immer wieder klar, wie zuletzt im Zusammenhang mit Hanau. Du beziehungsweise Deine Mitstreiter*innen sind also in bester Gesellschaft.   


Sebastian:
Ja, das sind wir. Mich hat immer das Portrait von Anthony Yeboah in Niederrad an der Hauswand, das man von der S-Bahn aus sieht, begeistert. Davon soll und muss es mehr geben in der Stadt und rund ums Stadion. Denn es ist heute leider keine Selbstverständlichkeit, was wir auf dem Aufkleber stehen haben. War es nie! Der Kampf gegen Rassismus muss jeden Tag weitergeführt werden. Frankfurt und die Eintracht sind ein guter Ort und eine starke Gemeinschaft dafür.  

stadtleben.de:
Dem haben wir nichts hinzuzufügen. Außer in doppeltem Sinne: Danke!


Fotos: Peter Krausgrill, stadtleben.media
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