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Frankfurt am Main

Das Frankfurter Bahnhofsviertel


Das Frankfurter Bahnhofsviertel – Ein Viertel im Wandel

Kontrastreich, laut und lebendig – Mit diesen Worten lässt sich die hessische Mainmetropole Frankfurt treffend beschreiben. Kein anderes Viertel spiegelt diese Vielfalt so passend wieder, wie das berüchtigte Bahnhofsviertel. Zugegebenermaßen genießt das Bahnhofsviertel seit jeher nicht den besten Ruf, sein verruchtes Image verdankt es u.a. seiner Rotlichtmeile, der anhaltend hohen Kriminalität und der damit verbundenen zentralen Bedeutung der Drogenszene.  Brutale Rockerkriege, Überfälle, Messerattacken und mafiöse Strukturen halten darüber hinaus die Polizei in Atem und dennoch mausert sich die Gegend um den Bahnhof, um die man früher lieber einen weiten Bogen gemacht hat, immer mehr zu einem angesagten Szeneviertel.

Gerade die jüngeren Generationen sind von der beschriebenen Vielfalt und der Authentizität der Stadt fasziniert und gehen gerne in dem kleinen Stadtteil aus oder suchen sich hier gleich eine Wohnung. Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Wohnungsmieten, die in die Höhe schießen und die zahlreichen Ateliers, Szenerestaurants und Bars, die hier eröffnet werden. Das Viertel entwickelt sich immer mehr zu einem urbanen Melting Pot - Verschiedenste Kulturen und Menschen aller sozialer und gesellschaftlicher Schichten treffen hier aufeinander und lassen das Bahnhofsviertel pulsierend aufleben. Für viele ergibt sich so die optimale Mischung aus „Gefahr“, Moderne, Kunst und Genuss. Parallelgesellschaften treffen auf eine aufgeschlossene Hipsterszene, der Schmutz der Straße auf edle Restaurants, die auf den ersten Stern zu kochen.

Parallelen zu weiteren Großstädten wie Berlin spiegeln sich in dem Elend der Drogenabhängigen einerseits und dem neuen urbanen Lebensgefühl der aufstrebenden Menschen andererseits hier direkt wieder. Weshalb sich auch hier die treffenden Zeilen des Sängers Peter Fox aus seinem Lied „Schwarz zu Blau“ über Berlin auch direkt auf Frankfurt und im Besonderen das Bahnhofsviertel übertragen lassen: „(Berlin) Du kannst so hässlich sein/ so dreckig und grau/Du kannst so schön schrecklich sein/deine Nächte fressen mich auf“

Und dennoch Der Imagewandel des Frankfurter Bahnhofsviertels ist bereits weit vorangeschritten und hält auch weiter an. Selbst die New York Times berichtet über diese bemerkenswerte Entwicklung und stellt fest, dass das „harte Rotlichtviertel cool wird“. Die Bahnhofsviertelnacht ist hierfür wohl das beste Beispiel – Kunst und Kultur treffen hier auf das Rotlichtambiente und die Neugier der zahlreichen Besucher und zugezogenen Einwohner des Viertels sorgen immer mehr dafür, das sich dieses von seinem Schmuddel-Image entfernt.

Warum wandelt sich das Bahnhofsviertel und wie macht sich dieser Wandel bemerkbar?
  • Das Bahnhofsviertel wird zum urbanen Melting Pot
  • Authentisch, vielfältig und pulsierend – Das Idealbild einer Großstadt mit all ihren Licht- und Schattenseiten
  • Das Schmuddel-Image weicht dem eines hippen Szeneviertels
  • Voller Kontraste – Junkies treffen auf aufstrebende Studenten, das Rotlichtmilieu auf moderne Kunstausstellungen,berühmt berüchtigte Kneipen auf internationale Szenerestaurants

Die zdf.info Reportage fasst das Leben im Frankfurter Bahnhofsviertel eindrucksvoll zusammen.


Der Kiez der Bankenmetropole Frankfurt

Das Frankfurter Bahnhofsviertel war als Ort der käuflichen Liebe und der damit verbundenen Rotlichtszene lange Zeit für viele Anwohner oder Besucher der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes ein rotes Tuch. Ein schmuddeliger Ort des billigen Geschäfts mit der Liebe, an dem die Verzweiflung der jungen Frauen auf die Brutalität der Zuhälter und der zahlungswilligen Freier trifft. Nicht ohne Grund werden hier in regelmäßigen Abständen Razzien in Wohnhäusern und Etablissements durchgeführt.

Doch auch hier erlebt das Bahnhofsviertel bereits seit einigen Jahren einen Wandel. Und obwohl sich das Rotlichtviertel Frankfurts wohl nie gänzlich von seinem schlechten Ruf erholen wird und dem Geschehen in der Kaiserstraße immer ein gewisser Beigeschmack erhalten bleibt, sorgt die erhöhte Transparenz in der Szene dafür, dass beispielsweise auch immer mehr Touristen und neugierige Besucher einen Blick hinter die Kulissen der Bordelle werfen können. Durch angebotene Sex-In-The-City Touren und Abende der offenen Bordell Tür können so Vorbehalte abgebaut werden und sich auch Frauen ein Bild von der Situation auf dem Frankfurter Kiez machen.

Vergleichbar ist diese Entwicklung wohl auch mit der Hamburger Reeperbahn. Diese ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil einer jeden Touristenführung geworden und wahrlich eine Attraktion Hamburgs an der sich nicht nur die männlichen Besucher erfreuen. Die Scheu und der Ekel vor dieser Branche kann so stückweise abgebaut und auch die Notwendigkeit solcher Etablissements unterstrichen werden. Neben der „klassischen Prostituion“, finden auch zahlreiche Junggesellenabschiede ihren Weg in die ansässigen Table-Dance Bars und auch Thai-Massagen sind ein wichtiger Bestandteil des Milieus.


Sex-In-The-City: Die deutschlandweit einzigartige Tour (nur für Frauen) vor und hinter die Kulissen eines Bordells.

Ein Ort des guten Geschmacks

Wesentlich beteiligt an dem Aufleben des berüchtigten Frankfurter Bahnhofsviertel ist auch dessen wachsende Gastroszene. Kulinarisch hat das Bahnhofsviertel weit mehr zu bieten als Grüne Soße oder Döner, da es sich bereits seit Jahren nachhaltig zu einem kulinarischen Szeneviertel voller internationaler Diversität mausert. Zu dem urbanen und globalen Lebensgefühl der neuen Bewohner passen demnach auch die zahlreichen trendigen Restaurants, Bars und Imbisse, die für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel das Passende bereithalten. Hochwertige Burger treffen hier auf hippe vegane oder vegetarische Kreationen. Chinesische Wokgerichte auf die klassische Currywurst und italienische Pasta auf japanische Fischspezialitäten.

Ein echter Geheimtipp ist das Restaurant "Maxi Eisen", welches seinen Namen einem Chicagoer Gangster verdankt. Auf der Karte findet man vornehmlich jüdisch inspirierte Speisen, wie Matzeballsuppe und gepökeltes Rindfleisch. Besonderes Highlight sind die Pastrami-Sandwiches, die man bis zur Eröffnung des Maxi Eisen eher aus New York kannte. Das Pastrami besteht aus gepökeltem Rindfleisch zwischen hausgebackenem Brot mit Senf und eingelegten Gurken. Tagsüber kann man in dem modern und stilvoll eingerichteten  Restaurant die schmackhaften und originellen Speisen genießen. Am Abend kann man dann in dem angrenzenden kleinen Barraum coole Drinks genießen.

Das Restaurant "Club Michel" ist ein modern europäisches Restaurants, bei dem auch typisch deutsche Gerichte auf der Karte stehen. Mit seinem originellen Konzept aus ungewöhnlichen und wechselnden Speisen und dem Blick aus dem Panoramafenster auf die hippen Straßen des Bahnhofsviertel, passt der "Club Michel" hier optimal rein.

Der Club Michel ist ebenso wie die "AMP Bar" auf den Ata Macias zurückzuführen. Macias lebte selbst viele Jahre in dem Bahnhofsviertel, machte sich aber vor ca. einem Jahr in Richtung Italien auf und ist seither nur noch alle vier Wochen auf dem Frankfurter Kiez, um sich hier um seine Restaurants und das Geschäftliche zu kümmern. Die AMP Bar ist eine klassisch moderne Cafébar mit der Besonderheit, dass hier in regelmäßigen Abständen, ca. zweimal im Monat eine Party stattfindet.

Das "Chez Ima" ist definitiv eine weitere Anlaufstelle für modernen, kulinarischen Genuss im Bahnhofsviertel. Die hippe Küche wird besonders durch den Begriff des Crossovers bestimmt. Fleisch vom 300 Grad heißen Hot Stone, täglich wechselnde Suppen und die schmackhaften Burger sind auch über die Grenzen des kleinen Viertels bekannt.

Auch das "Café Klein und Main" im Bahnhofsviertel mit hausgemachten Kuchenspezialitäten, Sandwiches und koffeinhatligen Getränken ist ein gutes Beispiel für die kulinarische Entwicklung im Bahnhofsviertel.


Schönes und hochwertiges Café in der Nähe des Hauptbahnhof gegenüber vom Walon & Rosetti.

>> Weitere Adressen zum Thema "Essen & Trinken" findest du hier...

Hier lassen es nicht nur die Banker krachen! Ausgehen, Feiern und Flirten

Viele Menschen ziehen nicht nur aus beruflichen Gründen in die Mainmetropole. Auch die zahlreichen Ausgehmöglichkeiten, die als Sinnbild des urbanen Großstadtlebens fungieren, üben besonders auf junge Leute ihren Reiz aus. Pulsierend, laut und spannend. Dieser Trend spiegelt sich auch in den zahlreichen Bars, Diskotheken und Kneipen im Bahnhofsviertel wieder, die das dortige Nachtleben äußerst attraktiv machen.

Ein gelungene Mischung aus Rotlichtambiente, Spaßkneipe und bunten Mottopartys ist insbesondere in der "Pik Dame" jedem Freitag und Samstag zu findet. Am „Pik Sonntag“ öffnet dieses seine Türen auch für ein etwas anderes Publikum. Hier gibt es an jedem letzten Sonntag im Monat nicht nur gelenkige Striptease Tänzerinnen zu bestaunen, sondern auch bekannte DJs und Zauberer auf.

Auch die anfänglich bereits erwähnte Bahnhofsviertelnacht bereichert das Nachtleben in diesem Viertel maßgeblich und vereint das Rotlichtmilieu mit den zahlreichen Ateliers, die moderne Kunst und Kultur beherbergen. Jede Jahreszeit stellt hierbei das passende bereit: Von kühlen Cocktails an lauen Sommerabenden, durchzechten Partynächten oder kleinen Weihnachtsmärkten.

>> Eine Übersicht der "Bars und Clubs" findest du hier...

Ein Stück Historie – Unternehmen mit Geschichte(n)

Das Bahnhofsviertel beherbergt neben dem berühmt berüchtigten Rotlichtviertel auch zahlreiche Geschäfte, die zum Teil ebenfalls auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Während ein Teil der alteingesessenen Geschäften den voranschreitenden Modernisierungsmaßnahmen der Stadt weichen muss, bleiben andere Geschäfte oder Kneipen als feste Instanz im Frankfurter Bahnhofsviertel verwurzelt. Und dennoch ändert sich das Gesicht des kleinen Viertels. Die Kaiserpassage ist hierfür das beste Beispiel. Der ehemalige bunte Basar voller exotischer Gewürze und Früchte aus aller Welt musste nun den Umbaumaßnahmen weichen. Hier entstehen in den oberen Stockwerken Design-Appartements und auch eine große Supermarktkette errichtet hier einen neuen Standort.

Und dennoch hat das Bahnhofsviertel viel zu bieten und behält dabei auf authentische Art und Weise das Gesicht eines Großstadtviertels. Nicht immer schön und idyllisch aber in jedem Fall international und voller Gegensätze. Staubige Copyshops treffen auf kleine moderne Cafés und auch die klassischen Waschsalons, Friseurgeschäfte, Werkstätten und Pfandhäuser, wie man sie seit jeher kennt, sind hier anzutreffen. Und obwohl sich das Bahnhofsviertel in einem schwindelerregenden Tempo wandelt, hat man doch zeitweilig den Eindruck als wäre die Zeit in den alten Friseursalons und Gemüseläden stehen geblieben. Das nebenan ein neuer hochmoderner Rewemarkt oder ein Yogastudio eröffnet hat, tut dem Bild dabei keinen Abbruch. Die Münchener Straße ist im Übrigen die einzige wirklich weltstädtische Straße in Frankfurt, die so ziemlich alles an Nationalitäten und Waren zu bieten hat, was der Globus hergibt.

>> Hier findest du weitere Unternehmen und Betriebe...

Das Bahnhofsviertel im internationalen Fokus

Nicht nur die deutschen Zeitungen und Fernsehsender berichten angeregt von dem Wandel des Bahnhofsviertels und dokumentieren diesen. Auch international erfährt das Bahnhofsviertel Aufmerksamkeit. Wie bereits erwähnt hielt auch die New York Times diese voranschreitende Entwicklung für erwähnenswert und beschreibt diese in ihrem Artikel ausführlich. Das Milieu der Kontraste und dessen neue Fassade fasziniert die Menschen. Auch der Umstand, dass die New York Times Frankfurt als einzige Stadt Deutschlands in ihr Ranking „die 50 sehenswertesten Orte der Welt“ aufgenommen hat, ist bemerkenswert.  Das Bahnhofsviertel als Ballungszentrum krasser Gegensätze ist nicht nur Gegenstand zahlreicher Artikel, Dokumentationen oder der Social Media, sondern übt auch eine Anziehung auf Wissenschaftler und Professoren aus, die sich mit diesem Phänomen beschäftigen und sogar teilweise selbst in das Bahnhofsviertel ziehen.

Das Bahnhofsviertel als Wohnort – Wohnen, Leben und Lieben

Die Entwicklung des Bahnhofsviertels hin zum beliebten Szeneviertel für junge Menschen wirkt sich selbstverständlich auch auf die Mieten aus. Diese stiegen nicht nur rapide an, sondern hatten auch zur Folge, dass viele baufällige Gebäude aufwendig saniert wurden und einer eindrucksvollen, glänzenden Architektur wichen. Das Wort Gentrifizierung und die damit einhergehende Attraktivitätssteigerung für ein neues Klientel, macht die Runde. Und in der Tat sieht es derzeit ganz danach aus, als würde der Publikumswechsel weiter anhalten. In den letzten 5 Jahren stieg die Einwohnerzahl um 44 Prozent an. Mit der Folge, dass selbst Bordellbesitzer darüber nachdenken ihre Etablissements aufzugeben und die Gebäude für viel Geld zu verkaufen. Der vorherrschenden Wohnungsknappheit tun auch das Elend der Junkies und der Straßenstrich kein Abbruch. So kommt es auch, dass die Gegensätze noch deutlicher zum Vorschein treten und sich unterhalb der neuentstanden Luxusimmobilien drogenabhängige Prostituierte zu beschämend niedrigen Preisen anbieten.  Auch viele Arztpraxen von Orthopäden, Zahnärzten oder Optikern ziehen in die attraktiven und modernen Räume ein.

Die Folgen der anhaltenden Gentrifizierung & des Wandels im Überblick:
  • Die Gegensätze zwischen der armen und reichen Bevölkerung tritt noch stärker zum Vorschein: Museumsleute, Banker und Hipster treffen auf Obdachlose, Drogenabhängige und Prostituierte
  • Die Wohnungsmieten steigen stetig
  • Alte Geschäfte weichen große Ketten/Supermärkten
  • Vornehmlich Elektronik- und Handygeschäfte bestimmen das Bild des Bahnhofsviertels
  • Der Großstadtdschungel mit all seinen Facetten bleibt erhalten
  • Ein pulsierendes Miteinander unterschiedlichster Menschen auf engstem Raum, in dieser Form vermutlich einmalig auf der Welt
Aktuelle Wohnungspreise in Frankfurt (Bahnhofsviertel) pro m² (Januar 2017)


Entwicklung der Kaufpreise für Wohnungen in Frankfurt (Bahnhofsviertel)